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Übersicht in Ihrer Zulieferkette

SCM-Daten grafisch aufgearbeitet
So bewahren Sie die Übersicht in Ihrer Zulieferkette

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Das B2B-Social Network Transparency One basiert auf der Graphdatenbank Neo4j und verknüpft detaillierte, rückverfolgbare Informationen über Tausende von Fertigungsstätten miteinander. Bild: Neo4j
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Die Supply Chain ist lang und komplex. Das macht sie extrem angreifbar. Transparenz und lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette werden deshalb gefordert. Graphdatenbanken helfen dabei, den Überblick zu behalten.

Wie wichtig die Nachvollziehbarkeit in der Lieferkette ist, lässt sich am Beispiel der Pharmaindustrie sehr gut aufzeigen. Dort müssen Hersteller in der Lage sein, einzelne Medizinprodukte unverzüglich aus dem Handel zu nehmen, wenn die Gesundheit der Verbraucher auf dem Spiel steht. Seit Februar dieses Jahres schreibt die EU-Richtlinie über gefälschte Arzneimittel den Nachweis einer detaillierten Buchführung für Hersteller und Vertreiber vor. Demnach müssen alle in der EU vertriebenen Arzneimittel in einer zentralen Datenbank erfasst werden.

Produkt-DNA – von Bauteilen bis Zutaten

Die Voraussetzung, um kontaminierte oder schadhafte Produkte vom Markt zu nehmen, ist der genaue Einblick in die Produkt-DNA, sprich die einzelnen Bestandteile, die zur Herstellung des Endprodukts verwendet wurden. Das können die einzelnen Zutaten eines Fertigsalats aus dem Supermarkt sein, die unterschiedlichen Wirkstoffe eines Medikaments oder die Bauteile und Software-Komponenten einer Fabrikanlage. Zudem brauchen Hersteller Zugriff auf detaillierte Informationen innerhalb ihres Ökosystems, einschließlich aller Lieferanten, Produktionsstandorte und Vertriebspartner. Tatsächlich jedoch kennen die meisten Hersteller nur ihre direkten Zulieferer, während ihnen ein tieferer Blick in das breit angelegte Netzwerk ihrer wichtigsten Partner sowie deren Subunternehmen in der Regel fehlt. Auf der anderen Seite integrieren immer mehr Unternehmen Corporate Social Responsibility (CSR) in ihre Geschäftsmodelle und verpflichten sich, Waren sowohl sozial verantwortlich als auch umweltfreundlich zu produzieren.

Herausforderung komplexer Lieferketten

Wie Hersteller diese Ziele erreichen und Produktqualität und Nachhaltigkeit über die gesamte Lieferkette technisch sicherstellen können, ist eine enorme Herausforderung.

Hersteller benötigen eine hochgradig skalierbare Datenbanklösung, um diese riesigen Mengen an Serien- und Chargennummern, Batch-Lots und Zertifizierungen zu verwalten. Mit Hunderttausenden von Produktlinien, die an mehreren Standorten produziert und in Hunderte von Märkten verkauft werden, sprengt die Rückverfolgung von Produkten bis in die unterste Ebene schnell die Fähigkeiten herkömmlicher SCM-Systeme. Mit zunehmender Konnektivität und dem sich ausdehnenden Internet of Things wird sich diese Komplexität weiter vergrößern.

Transparenz schaffen im Graphen

Relationale Datenbanksysteme speichern Informationen in vorgegebenen Zeilen und Spalten. Beziehungen innerhalb dieser Datensätze einfach und in Echtzeit zu identifizieren und abzufragen, ist nahezu unmöglich. Mit zunehmender Größe des Datensatzes leidet auch die Leistung von relationalen Datenbanken. Gerade jedoch die Verknüpfung der Daten – von der Seriennummer zur Produktcharge und von den Komponenten zu den Zulieferern und Produktionsstätten – ist entscheidend, um einen Überblick über komplexe Lieferketten zu gewinnen, Risiken zu identifizieren und Fehlerquellen auszuschalten.

Komplexe Zusammenhänge erfassen

Graphdatenbanken hingegen sind für die Abfrage und Analyse von zusammenhängenden Daten konzipiert. Das Modell stellt Datenbeziehungen in den Mittelpunkt. Dabei werden Objekte (Knoten) und deren Beziehungen (Kanten) als verbundene Strukturen abgebildet. Der Vorteil gegenüber relationalen Datenbanken: Sie können komplexe, miteinander verbundene Lieferketten abbilden und gewährleisten selbst bei großen Datenmengen eine hohe Performance. Die Abfrage kann von jedem beliebigen Punkt im Graphen starten. Ein Klick auf den Knoten „Produkt“ öffnet eine Baumstruktur mit zusätzlichen Daten, in denen sämtliche Zulieferer mit allen wichtigen Informationen hinterlegt sind. In der Praxis können Vertriebsmitarbeiter und Qualitätsprüfer beispielsweise im Warenlager das Etikett an der Palette scannen und unmittelbar auf alle Supply-Chain-Daten bis in die letzte Ebene zugreifen.

Es entsteht ein nachvollziehbares und detailliertes Bild aller Produkte, Lieferanten und Anlagen sowie der Beziehungen dazwischen. Graphdatenbanken ermöglichen im Gegensatz zu relationalen Datenbanken in der Regel eine 100-mal schnellere Abfragegeschwindigkeit.

Wie eine solche Lösung in der Praxis für mehr Transparenz sorgt, zeigt die Kollaborationsplattform Transparency One. Das B2B-Social Network für das Supply Chain Management basiert auf der Graphdatenbank Neo4j und verknüpft detaillierte, rückverfolgbare Informationen über Tausende von Produkten und Fertigungsstätten miteinander. Batch-Lots und Produktbestellungen lassen sich vom Hersteller bis ins Regal zurückverfolgen und filtern, um die Kontaminierung von Endprodukten zu ermitteln. Ziel ist es, Etikettenschwindel, verunreinigten Produkten und unsicheren Fertigungsstandorten einen Riegel vorzuschieben. Dank der schnellen Reaktionszeit von Graphdatenbanken lassen sich zeit- und reputationskritische Produktrückrufaktionen effektiv umsetzen. Gesetzliche Neuregelungen, aber auch neue Zulieferer und Produkte können über das Knoten-Kanten-Prinzip einfach hinzugefügt werden.

B2B-Social Network für mehr CSR

Neben der Qualitätssicherung und der Minimierung von Supply Chain Risiken, nutzt Transparency One die grafikbasierte Lösung auch für die Umsetzung von CSR-Initiativen. Zertifikate in den Bereichen Produktsicherheit, Soziales und Umwelt lassen sich einholen, validieren und pflegen. Die erforderlichen Informationen können vorab beispielsweise mit Fragebögen über die vollständige Lieferkette hinweg erfasst werden. Dadurch lassen sich die Daten unternehmens- oder produktspezifisch anpassen. Unternehmen, die sich an der Kollaborationsplattform beteiligen, können damit ein kritisches Auge auf ihre Supply Chain werfen und soziale wie ökologische Missstände bereinigen:

  • Bündeln von Informationen über die Vorgehensweisen von Lieferanten, u. a. Maßnahmen gegen Kinderarbeit.
  • Erfassen von relevanten Zertifizierungen.
  • Identifizieren von Risikobereichen durch Analyse eigener Daten, um herauszufinden, ob sich einer der Lieferanten in Regionen befindet, die für Menschenrechtsverletzungen oder Nachhaltigkeitsrisiken bekannt sind.

Alle diese Punkte müssen für alle beteiligten Lieferanten, bis hin zur Quelle, adressiert werden. Supply Chain Management ist heute nicht mehr nur eine Frage der Digitalisierung. Um der komplexen und vernetzten Lieferkette auf den Grund sehen zu können, sind neue Tools und Technologien gefragt, die das Meer an Daten sinnvoll auswerten und nutzbar machen – für eine kosteneffizientere, zuverlässigere und nachhaltigere Produktion.


Dirk Möller,
Area Director of Sales CEMEA, Neo4j

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