Startup für den Einkauf: Automatisierte Datenanalyse

Software analysiert und interpretiert Einkaufsdaten

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Die Themen Big Data und Einkauf 4.0 geistern schon lange in den Köpfen der Einkaufsstrategen herum. Nun gibt es eine Firma für automatisierte Einkaufsanalysen: Scalue. Das Unternehmen verfolgt die Vision in Sekundenschnelle digitalisierte Datenanalysen bereitzustellen, um Einkäufer zu stärken und die Einkaufsperformance zu steigern. Letztendlich gilt es für den Einkauf eine Software einzusetzen, die nicht nur Einkaufsdaten analysiert, sondern diese auch auf strategische Weise interpretiert.

Beschaffung aktuell: Was hat Sie dazu gebracht, ein Software-Unternehmen zu gründen?

Thomas Teichmann: Im Einkauf gilt es, in kurzer Zeit Einkaufsdaten zu analysieren und Einsparungen bzw. Prozessverbesserungen zu generieren. Um schnell aussagekräftige Informationen zu erhalten, benötigt man die Unterstützung von Software.

Die meisten Unternehmen erhalten auch heute noch aus einem ERP-System lediglich einen groben kennzahlenbasierten Überblick. Einfache Fragestellungen wie z. B. eine ABC-Analyse innerhalb einer Materialgruppe (Top-Down und Bottom-Up) können häufig nicht beantwortet werden. Tabellenkalkulationsprogramme sind natürlich nicht für Big Data geeignet und Business-Intelligence-Systeme werden nicht durch den Einkauf, sondern durch die IT-Abteilung programmiert – eine Fachabteilung, die eben nicht das Thema Einkauf im Fokus hat. Es entstehen demnach einzelne Insellösungen, die keine vollumfassenden Auswertungen für den Einkauf ermöglichen.

Wir haben nun mit der Scalue Procurement Management Suite eine Analyselösung geschaffen, die vor allem das strategische Know-how der Top-Unternehmen abbildet. Die Ausgangsbasis ist nicht die Software, sondern einkaufsstrategisches Wissen. Wir sind somit alles andere als ein klassisches Software-Unternehmen.

Beschaffung aktuell: Sie sprechen von einkaufsstrategischem Wissen. Was leistet ihre Software denn wirklich?

Teichmann: Es gibt einige Softwaretools, die Daten schnell analysieren und auch verschiedene interne und externe Datenquellen miteinander vernetzen. Daraus lassen sich sicherlich auch jede Menge Einkaufskennzahlen ableiten.

Aber was bringt es einem Einkäufer wirklich, wenn er mehrere hundert Einkaufskennzahlen zur Verfügung hat, ohne die Zusammenhänge zu verstehen? Wäre es nicht besser, wenn ein System komplexe strategische Verflechtungen in Sekundenschnelle aufschlüsselt und neue Potenziale aufdeckt? Wie kann sich ein Einkäufer strategisches Wissen aneignen, um so vor seinen Lieferanten und Chefs zu glänzen?

Mit diesen Fragestellungen haben wir uns in den letzten Jahren beschäftigt und bieten nun mit Scalue SpendFlow die Möglichkeit, im Bruchteil einer Sekunde eben jene Antworten zu erhalten. Monetäre und prozessuale Einsparungspotenziale sind damit auf Knopfdruck möglich. Unser Tool schafft einen Wissenstransfer und Zugang zu Informationen, die bislang den Beratern oder Großkonzernen vorbehalten waren.

Zudem sind wir weltweit der einzige Anbieter der Spend Analytics mit Process Mining in einer Lösung kombiniert. Mit ProcessView schaffen wir es, alle strategischen Analysen auch auf die operativen Prozesse – durch Visualisierung der tatsächlichen Einkaufsprozesse im ERP-System – herunterzubrechen … und umgekehrt. Dies schafft jedem Einkäufer ein neues Optimierungsspielfeld.

Beschaffung aktuell: Welche Möglichkeiten bietet Process Mining im Einkauf?

Teichmann: Bei der Visualisierung der Einkaufsprozesse sieht man, wie die Prozesse tatsächlich in einem Unternehmen funktionieren. Einkaufsleiter haben vielleicht einen einheitlichen Prozess zur Bestellung von C-Teilen definiert. Das ist der sogenannte Happy Path. Die Praxis zeigt jedoch, dass der Faktor Mensch selbst bei E-Procurement einen entscheidenden Einfluss hat und der Happy Path eher einem Wunschdenken ähnelt. In den Visualisierungen erkennt man sofort die Ausreißer, die die Prozesskosten in die Höhe schießen lassen und die Durchlaufzeiten erhöhen.

Manchmal sind es auch Preisänderungen nach der Bestellung oder eine Anpassung von Zahlungskonditionen, die die Kosten in die Höhe schnellen lassen. Die Einkäufer sind meist überrascht, welche Vielfalt an ineffizienten Prozessen aufgedeckt wird. Spannend ist es dann, wenn man in der Spend Analytics feststellen muss, dass eigentlich alles über einen Rahmenkontrakt geregelt sein sollte und sich einzelne Werke nicht an die Vorgaben halten.

Beschaffung aktuell: Ist für solche Analysen ein spezialisiertes Personal notwendig?

Teichmann: Nein, mit Scalue werden z. B. auch operative Einkäufer in die Lage versetzt, ein strategisches Handlungsfeld schnell und detailliert zu analysieren. Vorausgesetzt die Berechtigung dafür ist erteilt. In kleineren Unternehmen gibt es zum Teil keine Einkaufsabteilung, da wäre es fatal, wenn erst teures Know-how eingekauft werden müsste. Natürlich ist es aber von Vorteil, Einkäufer mit guten analytischen Fähigkeiten im Team zu haben. Es erleichtert die erste Kommunikation und schafft auch Vertrauen und Verständnis im gesamten Team.

Beschaffung aktuell: Wie sehen Sie die Rolle des zukünftigen Einkäufers?

Teichmann: Ich empfehle allen erfahrenen Einkäufern, die neuen Optionen, die die Digitalisierung bietet, als echte Chance zu sehen und offen für Technologien und Hilfsmittel zu sein. Sie erleichtern nicht nur den Alltag, sondern geben unzählige Möglichkeiten, sich hervorragend im Unternehmen zu positionieren. Denn Wissen ist auch hier Macht und kann bei der nächsten internen Verhandlung helfen. Die jüngere Einkäufergeneration ist ohnehin mit Technik aufgewachsen und löst gerade einen Hype aus, den wir merklich im Markt spüren. (sas)


Das Unternehmen

Scalue GmbH

Das Start-up Scalue hat eine Einkaufscontrolling-Plattform entwickelt. Ziel ist es, Spend Analytics und Process Mining in einer Lösung anzubieten. Das Unternehmen wurde 2017 von Thomas Teichmann und Samir Kharkan gegründet. Vergangenes Jahr kam Badr Moudden als CSO in das Team.



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