Local Sourcing - Tatsächlich made in Germany - Beschaffung aktuell

Local Sourcing

Tatsächlich made in Germany

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Local Sourcing geht jetzt vielleicht leichter. Der Verein Ja zu Deutschland e.V. zertifiziert Betriebe, die in Deutschland hergestellte Produkte anbieten. Seit Gründung der Initiative haben sich über 800 Unternehmen auf der Internetplattform des Vereins registriert.

Made in Germany boomt. Die Zahl deutscher Exporte hat ein Rekordhoch erreicht. Gerade Autos oder Maschinen „Made in Germany“ genießen international einen guten Ruf. „Made in Germany“ ist ein Verkaufsschlager, steht die Herkunftsbezeichnung doch gerade im Ausland für einen hohen Qualitätsanspruch, aber auch für Werte wie Zuverlässigkeit, Solidität und hohen technischen Standard.

Gemäß dem britischen Handelsmarkengesetz (Merchandise Acts 1887) ursprünglich als Warnhinweis konzipiert, sollte die Herkunftsbezeichnung den Briten gerade im Zuge des Ersten Weltkrieges helfen, Produkte des Kriegsgegners leichter zu erkennen, um sie so bewusst boykottieren zu können. Der Plan schlug fehl – deutsche Produkte genossen sehr schnell das hohe Ansehen, das sie bis heute haben und so wurde aus der ursprünglich als Warnung gedachten Warenmarkierung ein bis heute international hoch geachtetes Qualitätssiegel.
Wie jede Medaille, hat jedoch auch dieser Boom seine zwei Seiten. Die Voraussetzungen für die Produktkennzeichnung „Made in Germany“ sind nach wie vor gesetzlich nicht eindeutig definiert. Zunehmend missbräuchliche Verwendungen bis hin zur Verwendung auf Plagiaten sind die Folge. Ziel des Vereins Ja zu Deutschland e.V. ist es, Voraussetzungen zu schaffen, die einen größtmöglichen Schutz der Kennzeichnung „Made in Germany“ vor Missbrauch ermöglichen. Das ist im Sinne der Kennzeichnung selbst und der Verbraucher – aber auch im Sinne der Unternehmen, sowohl der Hersteller als auch der Unternehmen, die in Deutschland sourcen.
Im Jahr 2006 als Initiative gegründet, handelt Ja zu Deutschland e.V. seit Juni 2010 als eingetragener Verein. Eine wichtige Säule seiner Tätigkeit ist die Bereitstellung einer Internetplattform für Unternehmen, die in Deutschland produzieren und die sich zum Wirtschaftsstandort Deutschland bekennen. Auf dieser Plattform können sich Betriebe, die in Deutschland hergestellte Produkte anbieten, eintragen und dort präsentieren. Interessierte haben so die Möglichkeit, gezielt nach solchen Produkten zu suchen und sich über die dahinterstehenden Unternehmen zu informieren. Seit Gründung der Initiative haben sich über 800 Unternehmen auf der Internetplattform registriert.
Eine weitere wichtige Säule ist der Bereich Zertifizierung. Seit Anfang 2011 bietet der Verein Ja zu Deutschland e.V. registrierten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte „Made in Germany“ zertifizieren zu lassen. Um das Zertifikat zu erlangen und das Siegel „Made in Germany“ des Vereins führen zu können, müssen Unternehmen bei Ja zu Deutschland e.V. registriert sein und sich einem intensiven produktbezogenen Audit unterziehen. Dieses Audit erfolgt auf Basis strenger, vom Verein aufgestellter Kriterien, die auf den aktuellen von IHK und dem Statistischen Bundesamt geforderten rechtlichen Grundlagen zur Führung der Kennzeichnung „Made in Germany“ basieren und wird von einem externen Auditunternehmen durchgeführt. Um das vom Verein vergebene Siegel schließlich führen zu dürfen, muss im Rahmen des Audits nachgewiesen worden sein, dass das auditierte Wirtschaftsgut eine Wertschöpfungstiefe von mehr als 50 Prozent im Herkunftsland Deutschland aufweist. Geprüft wird sowohl die Wertschöpfungstiefe des Produktes selbst als auch die seines Herstellungsprozesses. Dabei sind für Ja zu Deutschland e.V. nur sogenannte harte Faktoren für die Berechnung der Wertschöpfungstiefe relevant. Weiche Faktoren, wie Stimmung oder Image werden nicht berücksichtigt. Diese harten Faktoren sind für jedes Unternehmen gleich und damit nachprüfbar. So ist absolute Transparenz in Bezug auf die Voraussetzungen für die Erlangung des Zertifikates und des Siegels „Made in Germany“ durch den Verein Ja zu Deutschland e.V. gegeben.
Der Auditierungsprozess erfolgt in fünf Phasen. In einer ersten Phase erhält das Unternehmen eine Checkliste über die Zahlen und Dokumente, die seitens des Unternehmens bereitzustellen sind. Ist diese Phase abgeschlossen, wird ein Audittermin vereinbart, an welchem der Auditor vor Ort, also am Sitz des Unternehmens, diese Dokumente und Zahlen prüft und sie gegen den Prüfkatalog von Ja zu Deutschland e.V. verifiziert. Dieser Prüfkatalog besteht aus 27 Fragen, die neben Punkten zur Wertschöpfungstiefe des Produktes und seines Herstellungsprozesses zum Beispiel auch Fragen zur Nachhaltigkeit und zum rechtlichen Umfeld beinhalten. Darüber hinaus nimmt der Auditor Einsicht in Originaldokumente sowie Controlling- und Buchhaltungssysteme und begutachtet im Rahmen einer Ortsbegehung den kompletten Fertigungsprozess am Standort. Etwa zwei Wochen nach Abschluss des Audits erhält das Unternehmen einen umfangreichen Auditbericht, der auch Ja zu Deutschland e.V. vorgelegt wird. Sind die Kriterien erfüllt, sprich, liegt die verpflichtende Wertschöpfungstiefe von mindestens 50 Prozent vor, so verleiht Ja zu Deutschland e.V. das Zertifikat und sein Siegel „Made in Germany“. Zu den bislang erfolgreich zertifizierten Unternehmen gehört neben dem Westerwälder Keramikproduzenten Römertopf Keramik auch der schwäbische Textilhersteller Trigema Inh. W. Grupp e.K.. Weitere Auditierungen mit dem Ziel einer Zertifizierung sind beauftragt. Dem Verein geht es in erster Linie um den Schutz der Bezeichnung „Made in Germany“. So wie der Erfolg einer Marke auf dem Vertrauen der Käufer basiert — sowohl des strategischen Einkäufers als auch des Verbrauchers — und sich eine Marke nur dann durchsetzt, wenn sie glaubhaft und seriös für verlässliche Werte steht, ist und bleibt auch die Bezeichnung „Made in Germany“ nur dann von Bedeutung, wenn der Käufer sich auf sie verlassen kann. „Made in Germany“ muss auch made in Germany sein. Dies gilt sowohl für das Endprodukt, wenn es „Made in Germany“ führt, als auch für einzelne Teile, die bewusst mit dem Vertrauensvorschuss durch diesen Herkunftsnachweis beworben werden.
Vertrauen in Unternehmen und ihre Produkte sind für Käufer eine wesentliche Grundlage für seine Kaufentscheidung. Dabei bietet, gerade in Zeiten zunehmender Globalisierung, der seriöse Gebrauch von Gütesiegeln und Herkunftsnachweisen eine wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfe. Die missbräuchliche Verwendung der Herkunftsbezeichnung ist irreführend, schädigt ihren Ruf und das Vertrauen in die von ihr transportierten Werte. Somit schädigt sie langfristig auch die Bedeutung als Umsatz- und Exportmotor für den Standort Deutschland.

Teure Termintreue

Studie

Wissenschaftler des FIR an der RWTH Aachen haben mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen in Deutschland produzierende Unternehmen zu ihren Erfolgsfaktoren befragt. Die Ergebnisse: Unternehmen bezahlen für ihre Liefertermintreue einen hohen Preis. Beispielsweise gaben 70 Prozent der Befragten an, dass sie auf einen drohenden Lieferverzug mit Zusatzschichten und Überstunden reagieren.
Zudem werden Planungsaufgaben und Entscheidungen von Unternehmen häufig auf Basis von Annahmen und Mittelwerten getroffen. Im Gegensatz dazu verlangen Kunden hinsichtlich ihres Auftragsstatus Transparenz in Echtzeit. 25 Prozent der befragten Unternehmen sahen eine regelmäßige Ermittlung und Weiterleitung des Bestellauftragsfortschritts durch die Lieferanten an deren Kunden als geeignete Maßnahme, um die Folgen einer unpräzisen Lieferterminermittlung abzudämpfen. 70 Prozent gaben zudem an, dass die zukünftige Logik zur Planung und Steuerung der Produktion eher auf einem dezentralen Ansatz basieren und die Verarbeitung von Echtzeitdaten ermöglichen sollte. Somit kann eine Verbesserung der Planungsqualität und der darauf aufbauenden Lieferterminzusage zum Kunden erreicht werden.
Der FIR-Wissenschaftler Stefan Kompa sagt, die steigende Komplexität der Planungs- und Steuerungsprozesse bedeute für die Organisation und ihre Informationssysteme einen erheblichen Koordinationsaufwand, der sich häufig nachteilig auf die Einhaltung des Liefertermins auswirke. dz

Höhere Akzeptanz beim Einkauf

Büroartikel aus Deutschland

Der Verein Ja zu Deutschland e.V. hat jetzt Produkte der Senne-Plastik GmbH, Hövelhof, mit dem Zertifikat „Made in Germany“ ausgezeichnet.
Das Unternehmen produziert neben Klassikern wie Angebotsmappen, Clipboards, Ringbuch- oder Speisekartenmappen weitere 10 000 Artikel in Sonderanfertigung aus den Bereichen Werbemittel, Lagerhaltung und Präsentation. „Wir empfinden eine hohe soziale und gesellschaftliche Verantwortung für die Menschen, die Region und den Standort Deutschland und produzieren daher bewusst in Deutschland. Nur so können wir die hohe Qualität unserer Produkte und den Erhalt von Arbeitsplätzen am Standort Deutschland garantieren. Früher mussten wir mit unseren Kunden oft über die höheren Preise diskutieren. Seit wir das „Made in Germany“-Siegel und das Zertifikat von Ja zu Deutschland e.V. führen, gibt es diese Diskussionen nicht mehr, und wir beobachten eine viel höhere Akzeptanz“, sagt Geschäftsführer Carsten Fest. dz
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