Digital Procurement World 2019 in Amsterdam

Über den Tellerrand

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Im September fand das erste Mal der Digital-Procurement-World-Kongress statt. Über zwei Tage hinweg trafen sich über 400 Experten, um über die digitale Transformation im Einkauf zu diskutieren, Praxisbeispielen zu lauschen und vielfältige Kontakte, unter anderem auch mit den 20 ausstellenden Start-ups, zu knüpfen.

Die „Digital Procurement World“ (DPW), ein Kongress, bei dem sich alles um die digitale Transformation im Einkauf dreht, hat diesen Herbst ihren Auftakt gefeiert. Beschaffung aktuell war in Amsterdam mit dabei, zusammen mit über 400 Einkaufsexperten aus 33 Ländern.

Matthias Gutzmann ist der Mann hinter der DPW. Er war es, der das Event in diesem Jahr fast im Alleingang aus der Taufe hob und hat dafür auch das richtige Know-how und die Kontakte: Er arbeitete zehn Jahre lang bei Procurement Leaders, einer britischen Firma, die Unternehmen bei der Transformation des Einkaufs hilft. Dort war er unter anderem für die Eventorganisation tätig. Danach arbeitete er drei Jahre lang für das Start-up Vizibl, einer Plattform für Lieferantenkollaboration und -innovation.

In dieser Rolle fiel Gutzmann auf, dass für Start-ups der Einstieg in den Einkauf nicht einfach ist: „Ich habe gemerkt, dass es keine Einkaufskonferenz gibt, die es Start-ups einfach und bezahlbar macht, teilzunehmen.“ Dies war eine der Erfahrungen, die Gutzmann dazu brachte, seinen Job in New York aufzugeben, wieder bei seinen Eltern in Bremen einzuziehen und sich an die Planung des Events zu machen.

Tatsächlich legte die Veranstaltung großen Wert auf die Präsentation von Start-ups, welche Rabatte im Ausstellerpreis erhielten. Beim diesjährigen DPW haben sich 20 internationale Start-ups vorstellen dürfen. Sie alle bekamen einen Stand in der gut besuchten Haupthalle und zehn von ihnen hatten zusätzlich die Möglichkeit, beim Demo-Pitch ihre Idee in sechs Minuten auf der Bühne zu präsentieren.

Start-ups für neue Anwendungen

Die Angebote, die Start-ups für Einkäufer anbieten, gehen weit über den Purchase-to-Pay-Prozess hinaus, welcher oft noch im Mittelpunkt der digitalen Transformation steht.

Viele der Start-ups sind im Sourcing-Prozess aktiv. Die deutsche Plattform Scoutbee will die Lieferantensuche digitalisieren, die amerikanische Software-Lösung Bid Ops setzt Verhaltensanalysen ein, um bessere Verhandlungsergebnisse zu erzielen. Aus Deutschland war auch das Start-up Prospeum anwesend: Die Gründer aus München helfen mit ihrer Software bei der Erstellung von Lastenheften, vor allem bei nicht-standardisierten Beschaffungsprojeken, zum Bespiel im IT-, Engineering- und Service-Bereich. Die Software leitet den Einkäufer dabei mit immer tiefer gehenden Fragen in die richtige Richtung.

Ein weiter Zweig, der sich nun der digitalen Transformation öffnet, ist das Lieferantenbeziehungsmanagement. In diesem Bereich bieten zum Beispiel das dänische Start-up Leanlinking und das schwedische Unternehmen Kodiak Rating ihre Dienste an. Start-ups wie SupplyHive aus den USA und Per Angusta aus Frankreich dagegen konzentrieren sich auf die Leistungsbeurteilung von Lieferanten.

In einer Umfrage unter Einkaufsleitern hatte Deloitte jüngst herausgefunden, dass Data Analytics als eines der wichtigsten Felder der Digitalisierung zählt (siehe Seite 40 in dieser Ausgabe). Das haben auch die internationalen Start-ups wie Spendency, Ignite Procurement, Alqami und Archlet erkannt, die sich alle der Auswertung von Daten verschrieben haben, um neue Möglichkeiten der Optimierung zu eröffnen.

Die Veranstaltung konnte mit vielen hochkarätigen Speakern aus dem Beschaffungsumfeld punkten, wie zum Beispiel IBMs CPO Bub Murphy und Henkels CPO Bertrand Conqueret sowie Kai Nowosel, CPO von Accenture. Sie und weitere Experten brachten ihre Digitalisierungsstrategien mit und stellten sich den Fragen des Publikums.

Gründer Gutzmann war es auch wichtig, den Einkauf mit dem Ökosystem zusammenzubringen – im nächsten Jahr werden viele Speaker deshalb nicht aus dem Einkauf kommen, um den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Gutzmann erklärt, warum: „Ich bin der festen Überzeugung, dass der Einkauf nur dann eine größere strategische Rolle spielen kann, wenn er neue Kollaborationen eingeht – im Unternehmen, aber auch mit den Lieferanten, mit Start-ups sowie neuen Playern wie zum Beispiel Data Scientists im Ökosystem.“ Schon in diesem Jahr waren die Vorträge, die von Nicht-Einkäufern gehalten wurden, eine Bereicherung: Dazu gehörte Niro Shivanathan, Professor an der London Business School, der einige spannende Beispiele für kognitive Prozesse mitbrachte, die Verhandlungen nachhaltig beeinflussen.

Insgesamt bot die DPW ein rundes Programm, welches das Beschaffungswesen konsequent aus dem Winkel der digitalen Transformation betrachtet – und so zukunftsweisende Perspektiven eröffnete.


Die Veranstaltung

Digital Procurement World 2020

Auch im nächsten Jahr wird die Digital Procurement World wieder stattfinden.

Wann? Vom 16. bis 17. September 2020

Wo? Amsterdam, Beurs van Berlage, Damrak 243, 1012 ZJ Amsterdam, Niederlande

Info: www.digitalprocurementworld.com


Sanja Döttling,
Redakteurin Beschaffung aktuell

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