Industrie 4.0

Vernetzung wird zur Zauberformel

In seinen eigenen Werken arbeitet Bosch in rund 100 Projekten an vernetzten Lösungen – hier Mitarbeiter im Bereich Industrie 4.0 im Bosch-Werk in Blaichach. (Foto: Bosch)
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Die Bosch-Gruppe wappnet sich für die vernetzte Welt. Ob es um die Web-fähigkeit der Produkte geht, die Elektrifizierung des Fahrens oder um Dienstleistungen, die aus dem Internet der Dinge abgeleitet werden – für die dafür notwendige Vernetzung mit Sensoren, Software und Services vereint das Technologieunternehmen bereits alles unter einem Dach.

Auch die im Vorjahr übernommenen Beteiligungsgesellschaften tragen zu dieser Entwicklung bei: Mit BSH Hausgeräte und ZF Lenksysteme, jetzt Bosch Automotive Steering, hat der Konzern seine Unternehmensbereiche strategisch gestärkt. Fürs automatisierte Fahren etwa verfügt Bosch jetzt über die dafür wichtigen Steuerungselemente Sensorik, Bremse, Antrieb und Lenkung. Der Hausgeräte- und der Lenksystemspezialist setzen zusammen 15 Mrd. Euro um. Rein rechnerisch steigt damit der Vorjahresumsatz der Bosch-Gruppe in Höhe von 49 Mrd. Euro (+5,4 %) auf 64 Mrd. Euro. Der operative Gewinn von 3 Mrd. Euro (+ 10 %) würde um rund 700 Mio. Euro zulegen und die Mitarbeiterzahl um 70.000 auf rund 360.000.
Wären beide Übernahmen bereits 2014 voll konsolidiert, würde Bosch „gemessen am Umsatz zu den zehn größten deutschen Unternehmen bezogen auf Industrie, Handel und Dienstleistungen“ gehören, sagte Dr. Volkmar Denner. Laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung ist die Bosch-Gruppe gut ins neue Jahr gestartet. So stieg der Umsatz im ersten Quartal um rund 13 %. Für das Gesamtjahr rechnet Finanzchef Dr. Stefan Asenkerschbaumer mit einem Umsatzplus von 3 bis 5 %. Aufgrund der Wechselkurseffekte könne dies aber übertroffen werden, sage der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung.
High-Tech-Küche: Sensoren und Internet für Hausgeräte
Im Vorjahr brachte der Technologieriese zahlreiche neue Produkte und Vernetzungslösungen auf den Markt. Dazu gehören internetfähige Backöfen und Softwarelösungen für vernetzte Heizsysteme und Gebäude sowie für die Industrie und Mobilität. In diesem Jahr sollen das ferngesteuerte Parken, der Stauassistent sowie der Ausweich- und Linksabbiegeassistent in Serie gehen. Mehr als 2000 Ingenieure arbeiten im Unternehmensbereich Mobility Solutions an der Realisierung des Autopiloten.
Allein 3000 Entwickler tüfteln an Lösungen für das Internet der Dinge (IoT). „Softwareexpertise ist für Bosch eine Schlüsselkompetenz der Zukunft“, betonte Denner. „Unsere bereits vorhandene Stärke im Bereich der Embedded Software ergänzen wir sukzessive um Know-how in IT-Software.“ Erst vor kurzem hat Bosch den Kölner Vernetzungsspezialisten ProSyst, einen Anbieter von Gateway-Software und Middleware, übernommen. Die ProSyst-Software übernimmt beispielsweise im Smart Home die Rolle des Übersetzers zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller.
Massiver Ausbau des Software-Know-how
Jeder dritte von insgesamt rund 45.700 F+E-Mitarbeiter bei Bosch ist ein Software-Entwickler. Mit steigender Tendenz. In diesem Jahr plant der Konzern 12.000 Hochschulabsolventen einzustellen, davon sollen nahezu drei Viertel Ingenieure und Software-Spezialisten sein. Mit ein Grund dafür ist, dass das System- und Software-Engineering als Schlüsselkompetenz der Zukunft gesehen wird. Bisher liegt der Schwerpunkt vor allem in der „Embedded Software“, integriert etwa in Motorsteuergeräten.
Diese Stärke soll durch Know-how in der IT-Software ergänzt werden. Treiber dafür ist die Tochtergesellschaft Bosch Software Innovations. Zu Jahresbeginn hat sie bereits die zweite Generation ihrer Softwareplattform für das Internet der Dinge vorgestellt, die „Bosch IoT-Suite“. Sie oprchestriert die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen internetfähigen Dingen wie beispielsweise Fabrikmaschinen, Heizungen oder Sicherheitskameras. Auch große Datenmengen, wie sie in der vernetzten Produktion entstehen, kann die Plattform analysieren und aufbereiten (Big Data Management).
Datensicherheit und Datenschutz in der vernetzten Welt Mit zunehmender Vernetzung steigen der Bedarf an Datensicherheit und das Bedürfnis nach Datenschutz. „Entscheidend für die breite Akzeptanz vernetzter Lösungen wird der Datenschutz und damit das Vertrauen der Menschen sein“, sagte Denner. Der Bosch-Chef forderte in diesem Zusammenhang die rasche Umsetzung einheitlicher Datenschutzregeln für die Europäische Union. „ Juristisch wie technisch gibt es noch einiges zu tun, damit Europa wirklich reif für das Internet der Dinge wird.“ Im Bereich der Datensicherheit sieht Denner das Unternehmen bereits gut aufgestellt. Bosch beschäftigt mehr als 100 Spezialisten für sichere Datenübertragung. In einem „Center of Competence“ bündelt das Unternehmen relevantes Know-how wie kryptografische Algorithmen und Zertifikatsmanagement.
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