Highlights der 10. BME-E-Lösungstage

Wie der Einkauf mit E-Lösungen die Zukunft gewinnt

Anzeige
Anfang März war es wieder soweit. Die 10. BME-E-Lösungstage öffneten am Flughafen Düsseldorf ihre Pforten. Das Motto lautete dieses Mal „Fit für die Zukunft: E-Lösungen konsequent ausrollen“. Dies und das über Jahre aufgebaute positive Image der zweitgrößten BME-Veranstaltung „zogen“.

Ein hoch interessiertes Fachpublikum kam in so großer Zahl wie nie zuvor zu den 10. BME-E-Lösungstagen in Düsseldorf: Rund 1400 Führungs- und Fachkräfte suchten und fanden den fachlichen Austausch untereinander und mit rund 100 Ausstellern, und sie erhielten das Rüstzeug für die Digitalisierung ihrer Einkaufsorganisationen. Sie wurden – den sehr positiven Kommentaren zufolge – nicht enttäuscht.

Automatisierung des operativen Einkaufs …

Der diesjährige Kongress gab einen breiten, fundierten Überblick über den Status quo und die Zukunftsperspektiven der Digitalisierung von Einkauf und Supply Management. Die Referenten aus der Praxis machten deutlich, dass E-Lösungen heute unbestritten zum Arsenal der modernen Einkaufs- und Supply-Management-Organisationen gehören. Gleichwohl sei der Stand ihrer Implementierung und Nutzung in den Unternehmen noch immer sehr divergent. Zu oft dominiere ein historisch gewachsenes Patchwork von Stand-alone-Lösungen. Es fehle insofern in vielen Unternehmen an integrierten Workflows und vor allem an einer Digitalstrategie, die Einkauf und Supply Management fit mache für die zukünftigen Herausforderungen in einem immer weniger berechenbaren Marktumfeld.

Es wurde deutlich, dass in der ersten Welle der Digitalisierung die Automatisierung des operativen Einkaufs schon weit vorangekommen ist. Gleichwohl ist dies keineswegs ein schon abgeschlossenes Thema. E-Procurement und mittlerweile auch endlich Procure2Pay (P2P)-Lösungen werden in immer mehr Unternehmen mit gutem Erfolg umgesetzt. Hier ist in nächster Zukunft auch unter dem Schlagwort Guided Buying mit intelligenten Systemen, die menschliche Sprachen verstehen und die intuitiv bedienbar sind, noch einiges zu erwarten. Die Einkäufer dürfen sich also über Entlastung von zeitintensivem, operativen Doing freuen und können sich in Zukunft mehr den kreativen strategischen Aufgaben widmen – dies jedoch auch zunehmend Analytics-gestützt.

In der zweiten Welle, die jetzt anrollt, geht es darum, auch die strategischen Einkaufsaktivitäten mit E-Lösungen zu unterfüttern. Viele Projekte adressieren daher den Zyklus Source2Contract (S2C). Im Fokus stehen datenbasierte intelligente Anwendungen und end-to-end-integrierte Prozesse, die die Einkäufer und Supply Manager in die Lage versetzen, smart bessere Entscheidungen zu treffen und Risiken proaktiv zu managen. Hier spielt – so der Eindruck bei dem Kongress – die Musik für die Zukunft.

… und Lösungen für den strategischen Einkauf

Auf die digitale Zukunft unserer Unternehmen ging im Eröffnungsplenum Dr. Christian Schlögl, Chief Digital Officer und Mitglied des Vorstandes der Körber AG, Hamburg ein. Er hatte einen bezeichnenden Titel gewählt „From Digital Tech to Digital Life: Wie wird die digitale Transformation eine Erfolgsstory?“ Für ihn steht fest: „Everything that can be digitized will be digitized.” Digitalisierung sei keine Software sondern ein Mindset, offen für neue digitale, auch disruptive Geschäftsmodelle, die unsere Unternehmen selbst forcieren sollten, statt sich von den Tech-Firmen aus dem Silicon Valley treiben zu lassen. Diesen Mindset-Wandel müssten wir in Deutschland und Europa viel ernster nehmen. Hier seien uns die US-amerikanischen Start-ups meilenweit voraus. Sie gingen das Thema Digitalisierung grundsätzlich vom Geschäftsmodell an, wir dagegen viel zu sehr von der Technologie. Es gehe also darum, die digitale Transformation von Digital Tech zu Digital Life bewusst und immer in der Absicht, neue Geschäftsoptionen durch digitale Geschäftsmodelle zu erschließen, voranzutreiben. Erforderlich hierfür sei ein tiefes Verständnis der Wertschöpfungskette der Kunden.

Pferdefuß und Spaßbremse Cybercrime

Die zweite Key Note von Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW, Staatsanwaltschaft Köln zum Thema „Strategien gegen Cybercrime – warum die Vernetzung mit den Strafverfolgungsbehörden für Unternehmen überlebenswichtig ist!“ zog die Zuhörer in ihren Bann. Hartmann zeigte auf, dass Cybercrime heute allgegenwärtig sei und von den professionellen Hackern als lohnendes Geschäft betrachtet würde. Cybercrime sei nach Untreue die zweithäufigste Deliktform bei der Wirtschaftskriminalität. Hartmann verwies auf eine Bitkom-Studie zur IT-Sicherheit in deutschen Unternehmen. Danach sagten 67 Prozent der Befragten, dass ihre Firma innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einmal von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen war. Alleine durch NotPetya sei nach offiziellen amerikanischen Angaben ein Schaden von 10 Mrd US$ angerichtet worden. Dabei handele es sich um einen Erpressungstrojaner, der ohne Wissen der Benutzer alle Dateien im gehackten Computer verschlüssele. Das Opfer werde dann von den modernen Wegelagerern aufgefordert, ein hohes Lösegeld für eine System- bzw. Datenwiederherstellung zu zahlen. Der Oberstaatsanwalt warb dafür, die Strafverfolgung als einen Service anzusehen und diesen aktiv zu nutzen. Dies geschehe noch viel zu wenig, da Unternehmen befürchteten, in die Presse zu kommen und dadurch Imageschäden zu erleiden.

Aus Digital Tech muss Digital Life werden

In der dritten Key Note von Douglas Rohn, Vice President Global Procurement der belgischen Aliaxis ging es um das Thema „Leveraging E-Solutions for Global Purchasing Organizations: More Transparency, More Synergies“. Rohn zeigte auf, dass die Transparenz über Märkte, Kosten, Lieferanten, Performance und Risiken ein immer wichtigerer Faktor zur Gewinnung von Wettbewerbsvorteilen sei. Ein Weltklasse-Einkauf sei von Management-Informationen in Echtzeit abhängig. Leider könnten jedoch die meisten Beschaffungsinformationssysteme dies nicht leisten, mit der fatalen Konsequenz, dass die heutigen Einkäufer nicht in die Lage versetzt würden, alle heute grundsätzlich in den ERP-Systemen „ruhenden“ Daten angemessen auszuwerten. Die vielen Transaktionsdaten würden nicht zu Managementinformationen aufbereitet, die in die Entscheidungsprozesse gezielt einflössen.

Wie in jedem Jahr spannend und erhellend war die Vorstellung der Ergebnisse des aktuellen BME-Barometers „Elektronische Beschaffung“ durch Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky, Universität Würzburg. Mehr Infos dazu im Textkasten.

Die nächsten E-Lösungstage finden vom 24. bis 25. März 2020 wieder in Düsseldorf statt. Save the date!


Die Studie

Barometer „Elektronische Beschaffung 2019“

Im Mittelpunkt der Studie stehen zum einen der aktuelle Stand der elektronischen Beschaffung sowie der Ausblick auf die weitere Entwicklung. Die Studie stellte fest, dass die Automatisierung des operativen Einkaufs deutlich vorankommt. Die aktive Nutzung der R2P-Tools und die damit einhergehende Automatisierung haben signifikant zugenommen. E-Tools haben zudem mehr Eingang gefunden in die Felder Spend Analysis und Lieferantenmanagement (SRM). Die befragten Unternehmen würden gerne die E-Tools schneller ausrollen, stoßen aber auf Hinderungsgründe wie mangelnde interne Datentransparenz, ungenügende Standards und unzureichende interne technische Voraussetzungen.

Die Studie bestätigte, dass Anwendungen für den strategischen Einkauf immer mehr in das Blickfeld treten. Hier gehe es vor allem um intelligente Suchalgorithmen und Big Data Analytics für hohe Markttransparenz inklusive Identifizierung von Versorgungsrisiken sowie um die Automatisierung der Ausschreibungsprozesse. Einen hohen Stellenwert haben zudem automatisierte Lieferantenbewertungen in Echtzeit. Dank der Digitaltechnologien wird die Kollaboration mit den Lieferanten immer mehr zu einer strategischen Kernkompetenz unserer Unternehmen. Für die Zukunft bedarf es daher nach Meinung der Befragten dringend der Entwicklung eines Cloud-basierten gemeinsamen Datenraums entlang der Supply Chain.

Die komplette Studie steht zum Download unter www.cfsm.de bereit.


Prof. Dr. Robert Fieten,
fachlicher Berater der
Beschaffung aktuell,
Köln

Anzeige

Aktuelles Heft

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de