IAA Pkw 2019

Die Mobilität wandelt sich grundlegend

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Der Transformationsprozess der Autoindustrie hat auch ihr weltweit wichtigstes Schaufenster erfasst: die Frankfurter IAA Pkw. Der Veranstalter VDA hat die Mitte September startende Messe deshalb neu aufgestellt und auf Zukunftsthemen ausgerichtet. Den Anspruch, die führende Plattform der Mobilität zu sein, gilt es nun einzulösen.

Technologie-Events wie die CES in Las Vegas setzen alles daran, den etablierten Automobilmessen wie etwa der Autoshow in Detroit den Rang abzulaufen. Vor allem bei den Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren, neue Mobilitätsdienste und Elektromobilität stahl die letzte CES dem Detroiter Messeklassiker die Schau.

Wer wie die Frankfurter IAA Pkw 2019 mit dem Messemotto „Driving tomorrow“ ganz auf die Zukunft abstellt, kann nicht mehr die mächtig im Wandel begriffene Angebotspalette seiner Aussteller in althergebrachten Messestrukturen präsentieren. „Autobauer und ihre Zulieferer treffen auf neue digitale Player“, konzediert Bernhard Mattes, Präsident des Veranstalters VDA. In einer Phase der Transformation, die die gesamte Branche durchläuft, transformiert sich deshalb auch ihr wichtigstes Event. „Die IAA wird interaktiver, vernetzter, digitaler. Trends und Themen werden branchenübergreifend vorgestellt und diskutiert“, gibt der Verbandschef einen Vorgeschmack auf die sich Mitte September öffnende Showbühne.

Der Änderungswille drückt sich auch in der übergreifenden Begrifflichkeit aus. Was gestern noch Messe hieß, nennt sich heute Plattform. Eine „internationale Plattform für die Mobilitätswende“ soll die IAA sein, die vom 12. bis 22. September die Besucher wieder in Scharen anlocken wird. Mehr als 810.000 Besucher strömten bei der letzten IAA Pkw vor zwei Jahren in die Messehallen der Mainmetropole. Der jetztige Plattformcharakter zielt vor allem darauf ab, alle Akteure der neuen Mobilität zu vernetzen. Laut Bernhard Mattes soll die IAA 2019 ein wichtiges Signal für die Zukunft einer ganzen Industrie setzen: „Wir wollen inspirieren, in den Austausch gehen, miteinander diskutieren“, formuliert der Verbandschef das ehrgeizige Ziel.

Mehr als nur Neuheiten bestaunen

Die auf der Plattform versammelten Hauptdarsteller sind Hersteller, Tech-Unternehmen, Zulieferer, Mobilitätsdienstleister und Start-ups. Und natürlich die Besucher; diese sollen mehr als nur Neuheiten bestaunen oder alternative Antriebe unter die Lupe nehmen können. Vielmehr will das Frankfurter Mobilitätsevent seinen Gästen auch „ein Erleben“ ermöglichen. Das Aktionsprogramm setzt auf vier neue inhaltliche Formate. Mit „Conference“ bietet die IAA ein internationales Konferenzprogramm, mit „Career“ schafft sie einen Treffpunkt für Firmen und Fachkräfte und mit „Experience“ sollen persönliche Erlebnisse verbunden sein – ob bei einem Test Drive oder auf dem Offroad Parcours. „Exhibition“ schließlich nennt sich die klassische Ausstellung, die die gesamte automobile Wertschöpfung abbilden wird.

Solche Formate erweitern, ganz im Trend der Zeit, den Eventcharakter der IAA deutlich. Der Veranstalter VDA will „auf der IAA wie an keinem anderen Ort die Mobilität mit allen Sinnen erlebbar machen“, sagt Mattes. Im Mittelpunkt stehen die fünf Kernthemen Automation, Connectivity, Clean und Sustainable Mobility, Urban Mobility sowie Mobility-as-a-Service. Auf den Konferenzbühnen und im Ausstellerbereich sollen Debatten und Gespräche geführt werden, die auf Themen fokussieren wie Künstliche Intelligenz, User Interfaces und Infotainment-System, alternative Antriebe, Lösungen für den Klimawandel und die Luftqualität, Smart Cities oder die Sharing-Economy.

Podium erster Klasse für Weltpremieren

Auf den Showbühnen und Demonstrationsflächen können sich die Besucher ein Bild davon machen, was ihnen aktuell und in Zukunft geboten wird. Die letzte IAA hievte
228 Weltpremieren aufs Podium, 166 davon steuerten Zulieferer bei, von denen 400 als Aussteller aktiv waren. Insgesamt präsentierten sich 2017 knapp 1000 Aussteller.

Beim Gang durch die Halle der diesjährigen Schau werden auch die Trends und Aufgabenstellungen der Branche gut zu erkennen sein: die weitere Kraftstoff- und CO2-Reduktion, die sichere Datenvernetzung sowie die Entwicklung von Techniken zur Automatisierung des Autos bis hin zum Zukunftsthema autonomes Fahren.

Trend Klimaschutz

Um das sehr ehrgeizige Ziel der EU, die Reduktion der CO2-Emissionen von Pkw bis 2030 um 37,5 Prozent, zu erreichen, braucht es die schnelle Marktdurchdringung von E-Fahrzeugen. Das Hauptaugenmerk liegt deshalb zunächst zwar auf der Elektromobilität, in die Hersteller wie auch Zulieferer derzeit massiv investieren. Doch langfristig müssen auch andere Optionen berücksichtigt werden. Perspektivisch tragen E-Fuels und Wasserstoff dazu bei, auch der Verbrennungsmotor wird weiter optimiert. Zudem gilt es, im gesamten Wertschöpfungsprozess CO2-Neutralität anzustreben.

Trend Digitalisierung und Vernetzung

Der zweite große Innovationstreiber ist die Digitalisierung, die Fahrzeug und Smartphones immer mehr zusammenwachsen lässt. Das Automobil wird zum rollenden Kommunikationscenter, das wie das Smartphone always on ist. Diese Vernetzung kann für die Nutzer spürbare Mehrwerte generieren: von der automatischen Parkplatzsuche und -reservierung über bessere Routenplanung und Steuerung von Verkehrsströmen bis hin zum Finden von Ladestationen oder dem Zubuchen anderer Dienstleistungen.

Oberstes Ziel ist es, den Verkehr noch sicherer zu machen. Fahrerassistenzsysteme bieten das Potenzial, die Zahl von Unfällen deutlich zu verringern. Automatisiertes Fahren wird nicht nur die Fahrzeugtechnik verändern, sondern auch die Funktionen des Autos und die Mobilität insgesamt. Neue Geschäftsmodelle werden entstehen und neue Wettbewerber den Mark betreten. Das autonome Fahren setzt verschiedene Arten von Assistenzfunktionen voraus, die in den höheren Ausbaustufen des Gesamtsystems zusammenwirken. Hinzu kommen unterschiedliche Sensorsysteme und Systeme für die Umfelderkennung. Vor diesem Hintergrund hat der flächendeckende Ausbau der 5G-Mobilfunknetze große Bedeutung.


Der Autor:

Dietmar Kieser, Redakteur Beschaffung aktuell


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