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Railway Forum 2020 im September

„Railway Forum 2020 Digital Edition 2020“
Starke Schiene in Europa – jetzt erst recht! Wie der Bahn-Einkauf durch die Krise steuert

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Am 22. September 2020 wird auf dem virtuellen „Railway Forum 2020 Digital Edition 2020“ diskutiert. Interessenten sind herzlich eingeladen. Bild: DBAG
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Die betriebliche Leistung der Deutschen Bahn lag Ende Juli wieder bei nahezu 100 Prozent, der wirtschaftliche Verlust in der Krise ist aber riesig. Die Messlatte für den Einkauf liegt so hoch wie nie. Der Konzern muss mindestens 5 Milliarden Euro einsparen und Unterstützungsmittel des Bundes teilweise kompensieren. CPO Uwe Günther erweitert die Wertbeiträge der Beschaffung im Rahmen des Unternehmensprogramms „Gegensteuerung“ um ein „Recovery Programm“. Es wurden Business Cases erarbeitet und mit anderen Geschäftsfeldern zusätzliche kaufmännische und technische EBIT-wirksame Hebel identifiziert.

Während der kritischen Corona-Monate musste der Einkauf der DB kurzfristig einen exponenziellen Jahresbedarf an Pandemieschutzartikeln decken. Zugleich hatten Bundesinnenministerium und Bundesgesundheitsministerium um Unterstützung bei der Beschaffung von Schutzmasken und Handdesinfektionsmitteln gebeten. Diese Warengruppen werden üblicherweise von vier Mitarbeitenden bearbeitet; in der Hochphase waren es 16 im ad hoc gegründeten „Pan-Team“. Die Task Force agierte unter Hochdruck an fünf Standorten in Deutschland und China.

Kraftakt in der Krisenzeit

Lieferengpässe gab es auch bei IT-Hardware, mobilen Endgeräten und Fahrzeugersatzteilen. Die Lieferung von Neufahrzeugen wird sich verspäten. Aufgrund des Ausfalls von Bauüberwachungspersonal und ganzen Bautrupps müssen nun einige Baumaßnahmen priorisiert werden. Für Infrastrukturmaßnahmen sind durch die DB Netz AG und DB S&S AG Risikomanagementsysteme aufgebaut worden, die von der Beschaffung marktseitig mit den Bauverbänden bzw. Baufirmen begleitet werden. Die Bautätigkeit läuft mittlerweile wieder ohne große Einschränkungen stabil. Und inzwischen fertigen alle kritischen Firmen mit Produktionsstandorten in Italien, Spanien oder Frankreich wieder mit voller Kapazität. Die DB führt die in der Krisensituation etablierten Gegensteuerungsprozesse kontinuierlich in der Linie fort. Uwe Günther: „Wir haben unsere Supply Chain für den Fall einer zweiten Welle auch durch ein gesamthaftes Risikomonitoring gestärkt. Das überwacht neben Pandemieschutzartikeln auch versorgungskritische Produkte und Leistungen für Infrastruktur und Transport. Das Tool wird sukzessive befüllt und stellt Lieferkettentransparenz her.“

Integrierte Einkaufsplattform

Im Mai 2019 hat die Beschaffung die konzernweite Einkaufsplattform „DB Marktplatz“ auf Basis von SAP Ariba freigeschaltet. Die kundenorientierte Anwendung basiert auf dem „Einfach-Einkauf-Ansatz“. Der Aufbau des Shopsystems wurde gemeinsam mit den Anwendern entwickelt und die bisherige Warengruppenstrukturen durch nutzerbasierte Strukturen abgelöst. Je häufiger das Tool genutzt wird, desto stärker verringern sich Prozessaufwände bei den Lieferanten, was sich in den Bezugspreisen der katalogisierten Produkte widerspiegelt. Derzeit verzeichnet der DB-Marktplatz rund 47.500 Anwender – Tendenz steigend. Ihnen soll das Einkaufsergebnis so einfach wie möglich gemacht werden. Pro Jahr sind rund 570.000 Bestellungen und Rechnungen abzuwickeln. Die Lösung wird sukzessive optimiert: in Sachen Oberfläche, Artikelbeschreibungen, Funktionen und Prozesse. SAP programmiert den Suchalgorithmus bis zum ersten Quartal 2021 neu. Uwe Günther will viele neue Lieferanten für den DB-Marktplatz gewinnen. Dazu wird er am 22. September auf dem virtuellen „Railway Forum“ entsprechend motivieren.

„End-to-end“-Ansatz

Einen „End-to-end“-Ansatz sieht auch das Projekt „Finance4DB“ vor. Ziel ist die Digitalisierung und Standardisierung der Finanzprozesse mit zentraler Verantwortung und Steuerung. Die Beschaffung gestaltet in diesem Rahmen das Procure2Pay-Projekt, das sich mit der Debitoren- bzw. Kreditorenbuchhaltung für den gesamten Bestell- und Lieferprozess bis hin zur Bezahlung im Konzern befasst. Dieser soll als „No touch“-Prozess vollständig digital möglich werden. Wesentliche Ziele: Minimierung operativer Tätigkeiten, Transparenz, höhere Datenqualität, effizientere Zusammenarbeit mit Lieferanten. Damit geht die fundamentale Veränderung der Arbeitsweise der Prozessbeteiligten einher.

Und die Lieferanten?

Die DB-Beschaffung trat frühzeitig zu Beginn der Krise mit ihren Zulieferern in Kontakt, um Verbesserungen in den betrieblichen Systemen zur Vermeidung von Infektionen und zur Erhöhung der Fahrgastsicherheit anzuschieben. Das waren freilich Ad-hoc-Maßnahmen im Krisenmodus. Über alle konzernweiten Maßnahmenpakete spannt sich der Bogen „Starke Schiene“. So ist die strategische Ausrichtung überschrieben. Uwe Günther erwartet von der Bahnindustrie „eindeutige Impulse und aktive Zusammenarbeit“. Alle Lieferanten müssen auch den Weg der Digitalisierung mitgehen. Beispiel: Wer noch immer mit Papierrechnungen arbeitet, muss sich schnellstmöglich auf digitale Rechnungsstellung umstellen, sonst ist auch eine vermeintlich traditionelle Beziehung zum Kunden Bahn rasch unweigerlich passé.


Themen und Agenda

„Railway Forum 2020 Digital Edition 2020“

Am 22. September 2020 wird auf dem virtuellen „Railway Forum 2020 Digital Edition 2020“ diskutiert:

  • Wo steht die Deutsche Bahn derzeit (Zusammenarbeit, Ziele, Zahlen)?
  • Wie sehen die automatisierten und digitalen Beschaffungsprozesse der Bahn künftig aus?
  • Welche Beiträge werden von Partnern erwartet?
  • Wie können neue Marktteilnehmer punkten?

Motto: Europa braucht eine starke Schiene – gerade in turbulenten Zeiten

22.9.2020, virtuelle Konferenz

Veranstalter: IPM AG (Hannover)
Kompetenzpartner: Deutsche Bahn AG

2000 Teilnehmer, über 40 Redner und 30 digitale Ausstellungsstände

Auszug aus der Agenda:

  • Warum eine europäische Eisenbahnvision wichtiger denn je ist
    Richard Lutz,
    CEO, Deutsche Bahn AG
  • Wettstreit der Verkehrsträger: Wie Bahn und Industrie mit der Politik zusammenarbeiten sollten
    Ronald Pofalla,
    Vorstand Infrastruktur, Deutsche Bahn AG
  • Digitale Vernetzung in der Kreislaufwirtschaft als Wegbereiter für Schiene 4.0
    Stefan Gladeck,
    Direktor Vertrieb Industrial Sales Central Europe; Mitglied der Geschäftsleitung, SKF GmbH
  • Erfahrungen aus der Krise und was kommt danach?
    Vertreter von China Railways, Rolling Stock, Schaeffler, SNCF, Vossloh etc.
  • Weitere Beiträge von Alacatel Lucent, A1 Digital, Celonis, Plasser & Theurer, Siemens Mobility, Spoorwegen, Telekom, Thales ZF etc.
  • Statements Global Procurement, Deutsche Bahn
    Uwe Günther (CPO),
    Dr. Torsten Latz (Leiter Beschaffung Fahrzeuge und Fahrzeugteile),
    Ralf Lüthi (Leiter Einkauf Allgemeine Bedarfe und Leistungen),
    Jan Grothe (Leiter Beschaffung Infrastruktur)

Weitere Infos und die Anmeldung unter railwayforumdigital.de


Die Autorin

Sabine Ursel, Journalistin, Wiesbaden

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