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Ins Rollen gebracht

Fördertechnik
Ins Rollen gebracht

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Der bekannte Möbelhersteller Wilkhahn setzt bei der Optimierung seiner Fertigung auf den Intralogistik-Spezialisten Haro. Im Obergeschoss schließen die Rollenbahnen nahtlos an den Vertikalförderer an, der Güter ohne manuelles Eingreifen dreht und ins Erdgeschoss befördert, wo die Produkte verpackt werden.

Selten waren die Ansprüche an ergonomisches Arbeiten bedeutender und höher als zur aktuellen Zeit: Die Pandemie zwingt Arbeitnehmerinnen zum Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus und definiert damit neue Anforderungen an einen ergonomischen Arbeitsplatz.

Unabhängig davon, ob die Arbeit von daheim oder vom gewohnten Arbeitsplatz ausgeführt wird, ob im Sitzen oder im Stehen, im Einzelbüro oder in Konferenzen: Für Ansprüche dieser Art ist der Möbelhersteller Wilkhahn der richtige Ansprechpartner. Als es vor rund einem Jahr darum ging, den innerbetrieblichen Materialfluss ebenso effizient wie die eigenen Produkte zu gestalten, wandte sich das Unternehmen aus dem niedersächsischen Bad Münder an den sauerländischen Fördertechnik-Hersteller Haro. Die Anforderungen: Die gefertigten Sitzmöbel sollen vom Ober- ins Erdgeschoss transportiert werden – nach Möglichkeit vollständig automatisiert. Haro-Konstruktionsleiter Markus Löseke erklärt die Besonderheiten dieses Projektes: „Wir haben bei unserem Kunden Wilkhahn Dutzende unterschiedliche Sitzmöbel im Einsatz, die es über die Fertigungslinie zu transportieren gilt. Vom Barhocker bis zum Drehstuhl hat jedes Möbelstück individuelle Konturen und Drehradien, die für einen zuverlässigen Transport berücksichtigt werden müssen“.

Mit der Natur bauen

Bereits im Jahre 1907 wurde der Grundstein für das heute weltweit erfolgreiche Unternehmen Wilkhahn gelegt: Friedrich Hahne und Christian Wilkening, deren Namen den Firmennamen bilden sollten, gründeten in Eimbeckhausen südwestlich von Hannover eine Stuhlfabrik. Aus dem Holz der umliegenden Wälder entstanden zunächst Stühle aus massiver Buche. Ständig neue Ideen, Formen und Werkstoffe ließen das Unternehmen innerhalb der vergangenen Jahrzehnte zum Pionierunternehmen im deutschen Industriedesign wachsen. „Erfolg durch Design“ lautet das Motto des Möbelherstellers, dessen Bürostühle, Sitzmöbel und Tische zum Besten zählen, was die Büromöbelbranche weltweit zu bieten hat.

Selbiges Motto, wie es die Produkte der Wilkhahn beschreibt, trifft auch auf die Architektur der Produktionshallen des Unternehmens zu: Getreu dem Leitmotiv „Wir müssen mit der Natur bauen – nicht gegen sie“ werden Ästhetik und Ökonomie außerhalb und innerhalb der rund 8000 m2 großen Produktionshallen großgeschrieben. Das gilt seit einigen Monaten auch für die Ausstattung im Halleninneren. Bereits im Dezember 2019 wandte sich das Unternehmen mit seiner Anfrage an die Haro-Gruppe. Die Ausgangslage: Aufgrund neu gewonnener Produktionsflächen sollte das vollständige Lagermaterial näher an die Fertigung gebracht werden. Um ein neues Fertigungskonzept umzusetzen, wurde ein neues Transport- und Verpackungskonzept für den Abtransport der fertigen Stühle in den Versand benötigt. Mit dem Vorhaben galt es, gleich drei Ziele miteinander zu verbinden: Die Verpackung diverser Stuhlmodelle sollte an einem Arbeitsplatz durchgeführt werden, Montage und Reinigung sollten von der Verpackung getrennt und von unterschiedlichen Mitarbeitern übernommen werden und schließlich sollten die fertigen Stühle von verschiedenen Montageplätzen zusammengeführt und über die Bodenöffnung einer Halle zum Versand in das Erdgeschoss einer anderen Halle transportiert werden. Auch bei diesem Vorhaben legte Wilkhahn großen Wert darauf, dass der Energieverbrauch gesenkt und umweltschonende Materialien eingesetzt werden.

Fertigungskonzept gesucht

Der Rüthener Spezialist für Intralogistiklösungen, Haro Anlagen- und Fördertechnik GmbH, konnte den definierten Anforderungen seines Kunden schließlich mit einem ganzheitlichen Konzept gerecht werden, das eine Kombination aus einem vertikalen Lastenaufzug mit Rollenbahnen und Kettenförderern vorsah: „Einen störungsfreien Transport der Stühle mit ganz unterschiedlichen Spezifikationen konnten wir nach sorgfältiger Prüfung der Radien und Konturen durch einen Ladungsträger ermöglichen“, erklärt Markus Löseke, Konstruktionsleiter im Hause Haro. Die Platten mit metallischem Rahmen garantieren – von Barhocker bis Drehstuhl – einen sicheren und zuverlässigen Transport, ohne dass die hochwertigen Sitzmöbel ins Rollen geraten oder aneinanderstoßen.

Transport ohne Unterbrechung

Von den verschiedenen Fertigungslinien im Obergeschoss werden die fertig montierten Drehstühle und Vierbeiner zunächst über die angetriebene Rollenbahn in den angrenzenden Vertikalförderer transportiert. Eine zusätzliche Ausstattung der Rollenbahnen mit Drehstationen ermöglicht eine 90-Grad-Drehung der Fördergüter innerhalb des Lastenaufzugs, sodass diese ohne manuellen Eingriff und Unterbrechung ins Erdgeschoss befördert werden können. „Die zwei parallelen Rollenbahnen im Vertikalförderer können bis zu sechs Stühle auf einmal transportieren, um der hohen Taktleistung von 3200 Stühlen pro Tag an fünf Werktagen die Woche gerecht zu werden und Leerlauf zu vermeiden“, so Markus Löseke. Im Erdgeschoss angekommen, ereignet sich ein ähnliches Spiel noch einmal: Auch hier ermöglichen die Drehstationen an den Rollenbahnen eine vollautomatisierte Übergabe an die angrenzenden Förderbänder. Zusätzlich sind an den Enden der Förderanlage Arbeitsplätze vorgesehen, an denen die Stuhlmodelle von den Mitarbeitern manuell gereinigt und verpackt werden.

Ergonomie und Sicherheit im Blick

Der Möbelhersteller legt besonders großen Wert nicht nur auf die Ergonomie seiner Produkte, sondern auch auf gesunde Arbeitsplätze, sodass die Rollenbahnen bei Haro in der niedrigsten Bauhöhe gefertigt wurden.

Mit der Integration von Arbeitsplätzen an der Förderanlage steigen zugleich die Anforderungen des Arbeitsschutzes für die dort tätigen Mitarbeiter. Bei Haro und bei Wilkhahn wird das Thema Sicherheit großgeschrieben: Schutzzäune und elektrische Schranken schließen ein versehentliches und selbst vorsätzliches Übertreten in den Gefahrenbereich gänzlich aus. Modernste Brandschutztechnik, bestehend aus Brandschutztoren, Feuer- und Rauchmeldern, die allesamt in der Steuerung der Förderanlage integriert sind, verhindern im Brandfall außerdem ein Übergreifen des Feuers zwischen Ober- und Erdgeschoss und garantieren damit maximale Sicherheit.

Schnelllauftore verhindern außerdem Zugluft und Wärmeverluste zwischen den Etagen.

Während die beschriebene Anlage inzwischen bereits seit einem knappen Jahr im Einsatz ist, plant Wilkhahn bereits eine Erweiterung der bestehenden Förderanlage. Schon in seiner Anfrage aus 2019 hatte das Unternehmen die Anforderung gestellt, dass eine Anknüpfung an die bereits installierten Fördereinheiten möglich sein soll.

Die Haro-Komponenten, beispielsweise bestehend aus Vertikalförderer, Rollenbahnen oder Kettenförderer, lassen sich jederzeit problemlos und flexibel als Baukastensysteme erweitern. „Unsere Anlagen zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie stets mit den Kapazitäten und Bedürfnissen unserer Kunden mitwachsen und sich anpassen können“, betont Haro-Geschäftsführer Christoph Hackländer. Ein Vorteil, von dem auch Wilkhahn bei seinen aktuellen Erweiterungsplänen profitieren wird. (sd)


– Wilkhahn -Die Wilkening + Hahne GmbH + Co. KG

Der Möbelhersteller Wilkhahn mit Sitz in Bad Münder steht für „Design made in Germany“ und produziert Büro- und Konferenzeinrichtungen – seit über 60 Jahren. Meilensteine wie der Bürostuhl-Klassiker „FS-Linie“(1980), der Confair-Falttisch (1994), der Bürostuhl Modus (1994), der Kufenstuhl Aline (2004) oder das Konferenzprogramm Graph (2013) haben die Büroentwicklung geprägt. Jüngste Beispiele für wegweisende Innovationen sind der Universalstuhl Occo oder die dreidimensional beweglichen ON und IN.

Auch mit seiner sozial-ökologischen Ausrichtung setzt Wilkhahn Maßstäbe: Der deutsche Umweltpreisträger hat mit Frei Otto und Thomas Herzog gebaut und praktiziert seit über 25 Jahren aktive Umweltverantwortung. Neben zahlreichen internationalen Auszeichnungen erhielt der ON-Bürostuhl auch den Bundespreis eco design.

www.wilkhahn.com


Haro Anlagen- und Fördertechnik GmbH

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Haro mit Standort in Rüthen und Wermelskirchen auf dem Gebiet der Fördertechnik tätig. Gegründet als Kleinstunternehmen hat die Unternehmensgruppe inzwischen Maßstäbe gesetzt: Heute kommen Haro-Produkte in zahlreichen europäischen Industrieunternehmen zum Einsatz. Heinz Hackländer gründete die Firma im Jahre 1957. In einem angemieteten Wellblechschuppen produzierte er Geschenkartikel aus Kupfer und Messing. Nach vier Jahren war der Absatz rückläufig, der Kleinunternehmer suchte nach neuen Produktideen. Inspiriert wurde er von seinem Standort Wermelskirchen, das als Dreh- und Angelpunkt der deutschen Räder- und Rollenindustrie galt. 1961 erfuhr er von den bereits in den USA genutzten Durchlaufregalen, in denen seitwärts eingeschraubte Röllchen Kisten und Kartons beweglich machten. Auf der Industriemesse Hannover stellte er seine Musterrollen vor und erhielt prompt einen Großauftrag.

Heute arbeiten über 100 MitarbeiterInnen an den beiden Standorten, davon sind 14 Auszubildende.
Die Produktionsfläche beträgt 6500 m2.

www.haro-gruppe.de

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