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Cellumation: Mit Roboterzellen Platz in der Intralogistik einsparen

Mit Roboterzellen Platz in der Intralogistik einsparen
Palettenlagen auf weniger als drei Quadratmetern vereinzeln

Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass sich der Mangel an Logistikfläche in den kommenden Jahren verschärfen wird. Innovative Fördertechnik kann durch Platzersparnis zur Lösung dieses Problems beitragen. Basierend auf einer hexagonalen Roboterzelle soll der Celluveyor Depal (cv.Depal) von Cellumation Lagenvereinzelung auf unter drei Quadratmetern ermöglichen.

Die Autoren:
Claudio Uriarte, Co-Founder und CTO, Cellumation
Dr. Hendrik Thamer, Co-Founder und CEO, Cellumation.

Der Bedarf an Logistikimmobilien nimmt stetig zu, während die zur Verfügung stehende Fläche geringer wird. Laut einer Marktanalyse von Realogis wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2021 ca. 1,84 Millionen Quadratmeter Industrie- und Logistikflächen zur Miete oder Eigennutzung umgesetzt. Das entspricht einer Steigerung von 26 Prozent im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. So geht der Immobiliendienstleister CBRE in einem Report davon aus, dass allein der E-Commerce-Sektor in Deutschland bis 2025 rund vier Millionen Quadratmeter an weiteren Lager- und Logistikflächen benötigt.

Um die Flächenknappheit zu bewältigen, braucht es intelligente Logistikkonzepte. Das gilt auch für die Intralogistik. Die Fördertechnikstrecken, die in Lagern und Logistikzentren häufig zum Einsatz kommen, basieren oft auf einem starren und flächenintensiven Grundprinzip. Seitdem werden Objekte sequenziell bewegt und verarbeitet. Die Celluveyor-Technologie von Cellumation will mit diesem Grundprinzip brechen, indem sie parallele und unabhängige Bewegungen ermöglicht. Dass soll die Leistung erhöhen und Fläche einsparen.

Flexible Layouts ab drei Quadratmetern

Einen Ansatz, um das Flächenproblem in der Logistik zu lösen, möchte der Spezialist für Fördertechnik mit dem cv.Depal liefern, der mit einem Flächenbedarf von unter drei Quadratmetern eine Platzersparnis um bis zu 95 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Lagenvereinzelungssystemen ermöglichen soll.

Das System aus hexagonalen Roboterzellen vereinzelt Lagen auf bis zu drei Förderstränge. Die Zellen mit je drei Rädern sollen mehrere Objekte zeitgleich und unabhängig voneinander bewegen können. Der cv.Depal ist auf die Bedarfe von Zentrallagern und Produktionsstätten sowie allen Anwendungen in Palettenlagern, in denen Paletten für die Weiterverarbeitung vereinzelt werden, ausgerichtet.

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Das System vereinzelt Objekte zur anschließenden Weiterverarbeitung auf bis zu drei Ausgänge.
Bild: Cellumation

Ist im Zentrallager einer Supermarktkette beispielsweise die Zusammenstellung von Warensendungen für einzelne Märkte erforderlich, übernimmt der cv.Depal die Vereinzelung und Orientierung von Palettenlagen. Das System vereinzelt die eingehenden Lagen unterschiedlicher Produkte (z. B. Schokolade in geschlossenen Kartons, Wein in halboffenen Kartons, Dosen auf Trays oder Getränke auf folierten Trays), die vom Hersteller sortenrein und oft in Kartons oder anderen Verpackungen abgepackt werden.

Visionssystem mit 3D-Kameras erkennt Objekte

Dass die Objekttypen und -formen vorab unbekannt sind, soll für die Software kein Problem darstellen: Ein Visionssystem mit 3D-Kameras erkennt die transportierten Objekte, gibt in Echtzeit Feedback zu ihrer Position und berechnet die optimale Route zum Ausgang. Die Zellen rotieren das Objekt automatisch in die korrekte Orientierung. Dabei kann „on the fly“ Lage hinter Lage vereinzelt werden und die Wartezeit für die Einschleusung einer neuen Lage entfällt.

Kompaktheit als großer Vorteil

Dank des zellularen Aufbaus in Kombination mit softwaregetriebener Antriebstechnik werden Warenbewegungen auf geringer Fläche durchgeführt. Neben der Flächenersparnis soll das System zudem mit seiner Leistungsfähigkeit überzeugen. So liegt der in Praxisversuchen ermittelte Grenzdurchsatz für ein Layout mit zwei Ausgängen laut dem Hersteller bei 400 Lagen pro Stunde – abhängig von der Größe der Objekte.

Wird die Vereinzelung einer Palette auf vier nachfolgende Förderstränge benötigt, so erforderte dies bisher vier Depalettieranlagen. Diese können nun ohne Durchsatzeinbußen durch beispielsweise zwei Depalettiersysteme, die mit je einem cv.Depal mit zwei Ausgängen ausgestattet sind, ersetzt werden. Dadurch werden mindestens zwei Industrieroboter und zwei Vereinzelungssysteme eingespart, so Cellumation. Möglich werden die Einsparungen dank der variablen Anzahl der Ausgänge des cv.Depal (bis zu drei).

Ein weiteres Beispiel: Im Zentrallager einer Supermarktkette werden acht Depalettierstränge benötigt. Herkömmliche Lagenvereinzelungsanlagen brauchen dem Bremer Unternehmen zufolge etwa eine Fläche von 60 m². Ersetzt man diese Anlagen durch jeweils einen cv.Depal ( 3m2), würde die Flächenersparnis demnach bei 456 m² liegen.

Integration und Instandhaltung

Darüber hinaus soll das System unkompliziert zu implementieren sein: Der cv.Depal ist den Herstellern zufolge innerhalb von ein bis zwei Werktagen integriert und einsatzbereit. Auch die Instandhaltung stellt keinen Anwender vor Probleme. So soll es nur etwa fünf Minuten dauern, um eine Zelle zu wechseln – mit etwas Übung nur die Hälfte.

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Die hexagonalen Roboterzellen mit je drei Rädern bewegen mehrere Objekte zeitgleich und unabhängig voneinander.
Bild: Cellumation

Falls doch einmal Probleme auftreten sollten, können diese laut Cellumation über Softwareupdates aus der Ferne gelöst werden. Das ermöglicht ein digitaler Zwilling, mit dem potenzielle Fehler digital reproduziert und Lösungen simuliert sowie getestet werden können, bevor sie auf einer Kundenanlage aufgespielt werden.

Die Celluveyor-Technologie ist in seiner aktuellen Ausprägung seit 2019 bei einem großen deutschen Verlagshaus ohne Ausfälle im Betrieb. Auch bei der DHL in Greven ist ein Celluveyor Sort seit längerem in Einsatz. Martin Schäfer, Geschäftsführer von FS Solutions, der die Anlage integriert hat, bestätigt: „Die Zuverlässigkeit und Stabilität des Systems sind bemerkenswert. Es ist seit nunmehr anderthalb Jahren ohne Probleme beim Kunden im Einsatz.“ Anwenderfreundlich sei auch die geringe Lautstärke des cv.Depal (70 Dezibel).

Hohen Durchsatz auf geringerer Fläche umsetzen

Mit einem um bis zu 95 Prozent geringeren Flächenbedarf im Vergleich zu konventionellen Systemen könnten Systeme wie der cv.Depal eine wichtige Rolle dabei spielen, das Platzproblem in der Logistik zu lösen. Trotz dieser Platzersparnis kommt es zu keinerlei Durchsatzeinbußen, wie erste Praxiserfahrungen zeigen sollen.



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