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Das neue Lieferkettengesetz – motivieren statt drohen

Meinung
Das neue Lieferkettengesetz – motivieren statt drohen

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Der Autor: Mikkel Hippe Brun Bild: Tradeshift
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Die meisten Unternehmen sind bestrebt, das Richtige zu tun. Aber die Komplexität und unzusammenhängende Natur moderner Lieferketten kann es für Unternehmen sehr schwierig machen, unethische Verhaltensweisen, die tief in ihren erweiterten Lieferketten lauern, zu isolieren und anzugehen. Dies ist keine Entschuldigung, aber Skandale in der Lieferkette geschehen immer noch mit alarmierender Regelmäßigkeit.

Viele dieser Probleme sind auf einen Mangel an Daten zurückzuführen, die im gesamten Ökosystem der Lieferkette verfügbar sind. Trotz der rasanten Fortschritte in der Technologie sind Lieferketten in hohem Maße von Papierdokumenten abhängig. Diese sind fälschungsanfällig und wenig geeignet, um einen effektiven Prüfpfad zu erstellen, mit dem sich die Herkunft nachverfolgen lässt. Vorschriften wie das Lieferkettengesetz werden dazu beitragen, den Übergang zu einem stärker digital vernetzten Lieferketten-Ökosystem zu beschleunigen. In dem wird es möglich sein, Waren und Rohstoffe direkt bis zum Ursprung zurückzuverfolgen.

Große Unternehmen haben die Kaufkraft, um diesen Wandel voranzutreiben. Anstatt diese Verordnung als Strafmaßnahme zu betrachten, müssen wir die Debatte dahingehend umgestalten, was Unternehmen davon haben, wenn sie Transparenz über ihre gesamte Lieferketten hinweg schaffen.

Es gibt bereits eine wachsende Zahl von Belegen, die darauf hindeuten, dass Unternehmen mit einer höheren CSR-Performance besser gegen die Störungen durch die Pandemie gewappnet waren.

In der Vergangenheit war es durchaus üblich, dass Menschen, die entlang der Lieferketten arbeiten, Effizienz und Nachhaltigkeit als Konflikte sahen. Aber mit Covid und dem Druck, eine neue Art des Wirtschaftens zu finden, wird digitale Datenverfügbarkeit und Transparenz bei Lieferanten zur Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen, Kosteneffizienz und der Schaffung agilerer Lieferketten führen.

Es gibt eine Menge Reibung und Ineffizienz in den traditionellen Lieferkettenbeziehungen. Wir sehen neue Ansätze, die versuchen, einige dieser Reibungspunkte zu beseitigen. Durch eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der Kette können die Partner auf nachhaltige Produkte zu einem günstigeren Preis zugreifen als zuvor. Auch die Bereitschaft der Verbraucher, für nachhaltige Produkte einen Aufpreis zu zahlen, ist gestiegen, wenn man ihnen einen echten Mehrwert damit bietet. Wenn man diese beiden Faktoren zusammennimmt, ergibt sich ein sehr solides Geschäftsmodell, auf dem man aufbauen kann.

Die meisten Unternehmen haben noch einen längeren Weg vor sich. Bis 2020 erfüllten nur 17 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern die Anforderungen des deutschen nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte.

Die Einhaltung der neuen Vorschriften wird Zeit und Investitionen erfordern. Lieferanten müssen zudem einen angemessenen Anreiz erhalten, um weg vom Papier, hin zu einer digitalisierten Verbindung mit den Käufern zu gelangen. Die Regulierungsbehörden müssen erkennen, dass dies keine schnelle Lösung ist, und den Fortschritt belohnen, anstatt einfach vom ersten Tag an Strafen zu verhängen.

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