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Spare in der Zeit …

Kommentar
Spare in der Zeit …

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Yannick Schwab, Redakteur der Beschaffung aktuell ,yannick.schwab@konradin.de Bild: Konradin

Yannick Schwab,Redakteur der Beschaffung aktuellyannick.schwab@konradin.de

Ende März hatte Wirtschafts- und Energieminister Robert Habeck die Frühwarnstufe des Gas-Notfallplans ausgerufen. Dies sei im Hinblick auf Vorsorgemaßnahmen nötig, um im Fall einer russischen Eskalation gewappnet zu sein. Schließlich wird rund ein Viertel der Primärenergieversorgung Deutschlands durch Erdgas abgedeckt, wovon große Teile aus Russland stammen. Der Krisenplan ist unterteilt in drei Stufen: Frühwarnstufe, Alarmstufe und zuletzt die Notfallphase. In dieser herrscht ein akuter Gasmangel und die Bundesnetzagentur übernimmt die Funktion des Bundeslastverteilers, wobei sie die verbleibenden Kapazitäten den Abnehmern zuteilt. Besonders geschützt: Haushalte, soziale Einrichtungen und Gaskraftwerke. Die Abschaffung könnte also insbesondere die Industrie treffen. Eine abstrakte Abschalte-Reihenfolge bereite die Behörde nicht vor, da es sich immer um Einzelfallentscheidungen mit verschiedenen Einflussfaktoren handelt. Aber welche Folgen hätte ein Erdgasmangel in Deutschland und wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

Kommt es zu einer solchen Gasmangellage, droht der deutschen Industrie laut Wirtschaftsexperten ein schwerer Schaden. Die chemische Industrie, deren Produkte in fast allen Industriezweigen zum Einsatz kommen, ist auf das Erdgas gar in zweierlei Hinsicht angewiesen. Zum einen dient es als Rohstoff für die Produktion. Der weitaus größere Teil dient aber wie in vielen anderen Bereichen als Energieträger. Unterbrochene Lieferketten in der chemischen Herstellung würden Engpässe in vielen nachgelagerten Branchen nach sich ziehen. Gegenüber dem Handelsblatt äußerte sich Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, Anfang April wie folgt: „Es ist leider nicht völlig auszuschließen, dass wir Entscheidungen treffen müssen, die furchtbare Konsequenzen für Unternehmen, für Arbeitsplätze, für Wertschöpfungsketten und für ganze Regionen haben.“

Geht es um die Eintrittswahrscheinlichkeit, stellt sich die Frage, welches Szenario eher eintreten könnte: ein deutsches beziehungsweise europäisches Embargo auf russisches Gas oder ein Lieferstopp vonseiten Russlands. Beim Verfassen dieses Textes wird Ersteres von der Bundesregierung weiterhin ausgeschlossen. Ob ein Lieferstopp von russischer Seite eintritt, weiß wahrscheinlich nur der Kreml. Festzuhalten bleibt, dass jede Kilowattstunde, die wir heute nicht verbrauchen, uns im kommenden Winter helfen könnte.

Mehr zur aktuellen Situation rund um den Energieeinkauf erfahren Sie am 19. Mai in unserer Websession: http://hier.pro/UOWBP

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