Kommentar

ADAC und seine „gelben Engel“

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Es gibt nicht mehr viele Institutionen, der die Deutschen so vertrauten wie dem ADAC mit seinen „gelben Engeln“. Doch nun hat auch er hat seine Glaubwürdigkeit verloren: Er hat seine Umfragezahlen manipuliert. 2013 sollen 146000 Stimmen bei der Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ eingegangen sein, davon waren aber 70.000 ungültig (!). Übrig blieben 76.000 gültige Stimmen, das war noch nicht mal ein halbes Prozent der rund 18,5 Millionen ADAC-Mitglieder.

Dann fragt man sich, ob auch die Stellungnahmen des ADAC zu politischen Themen tatsächlich von seinen Mitgliedern getragen werden: etwa die Ablehnung der Umweltzonen in den Innenstädten oder die aktuelle Forderung nach einer höheren Mineralölsteuer. Sind das die Positionen der deutschen Autofahrer oder nur einzelner Mitglieder der ADAC-Vereinsführung?
Selbst der Vorsitzende der ADAC- Geschäftsführung Karl Obermair erklärte in einer Mitteilung: „Ich bin fassungslos über die Dreistigkeit des Fehlverhaltens einer einzelnen Führungskraft …“
Von wem wird der Verein denn nun gesteuert? Stecken dahinter die Interessen der Autoindustrie? Fragen, die sich der Verein selbst stellen muss. Hat er sein eigenes wirtschaftliches Interesse über dem seiner Mitglieder gestellt?
Und das obwohl er als Verein eigentlich eine Non-Profit-Organisation ist. Aber seine zahlreichen Tochterunternehmen bringen sehr viel Geld ein. Offensichtlich finden zahlungskräftig Wirtschaftsunternehmen hier eine attraktive Plattform. Die Einflussnahme liegt nah.
Darum ist es an der Zeit, dass große Vereine wie Wirtschaftsunternehmen sich der Wirtschaftsprüfung unterziehen oder sogar ihre Bilanzen veröffentlichen müssen.
„Dem ADAC ist dadurch schlimmer Schaden zugefügt worden“, betont Obermair in einer Mitteilung. Bleibt zu hoffen, dass diese Vorgehensweise anderen Vereinen eine Lehre ist und sie besser darauf achten, Lobbyarbeit für ihre Sponsoren anderen zu überlassen.
Sabine Schulz-Rohde ist Redakteurin bei Beschaffung aktuell
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