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Antriebssystem für Schwerlast

Demag stellt neue Radblockserie vor
Antriebssystem für Schwerlast

Wer schwere Lasten bewegen will, braucht entsprechende Antriebssysteme. Demag bietet für diese Anwendungen ein Radblocksystem, das sich modular an die individuellen Anforderungen anpassen lässt. Aktuell wird eine neue Radblockbaureihe im Markt eingeführt.

Die Auswahl von Elektroantrieben gehört zu den Standardaufgaben bei der Konstruktion von Maschinen und Anlagen sowie bei der Beschaffung der zugehörigen Komponenten. Die einschlägigen Hersteller bieten hier ein breites und modular aufgebautes System an Motoren, Getrieben, Umrichtern und Zubehör, das sich gut an die individuellen Anforderungen anpassen lässt.

Gesucht: langlebige Antriebe für schwere Lasten

Komplexer wird die Aufgabe, wenn Antriebslösungen für schwere Lasten benötigt werden. Wie treibt man einen Schwerlast-Verfahrwagen in der stahlverarbeitenden Industrie an – oder einen Transferwagen für Papierrollen? Wie bewegt man die komplette Dachkonstruktion eines Schwimmbades oder Stadions? Wie realisiert man eine Helikopter-Plattform, die mitsamt Hubschrauber aus einem Hangar in den Außenbereich verfährt?

Auf diese Fragen gibt es jeweils zwei Antworten. Der Konstrukteur kann die gewünschte Antriebslösung aus diversen Einzelkomponenten zusammenstellen. Alternativ kann man auf das Demag Radblocksystem zurückgreifen.

Ursprünglich für Krane entwickelt

Die erste Generation der Radblocksysteme RS wurde bereits 1980 vorgestellt, die Baureihe DRS folgte vor rund 25 Jahren. Ziel war es damals, dem Maschinen- und Anlagenbau modulare Schwerlast-Antriebseinheiten zur Verfügung zu stellen, die den zuverlässigen Transport schwerer Güter übernehmen, eine lange Lebensdauer auch unter widrigen Einsatzbedingungen erreichen und die bestmöglich an den individuellen Anwendungsfall angepasst werden können.

Die Entwicklung begann damals schon nicht bei null. Auf der Motor- und Getriebeseite konnten die Entwickler auf den großen Demag-Antriebsbaukasten zurückgreifen. Die Grundkonstruktion des Radblocks selbst bewährt sich seit Jahrzehnten im Kranbau – sowohl in den Demag-eigenen Kranen als auch bei zahlreichen, meist kleineren Kranherstellern, die Antriebskomponenten von Demag verwenden.

Das Radblocksystem – ein vielseitiges Antriebselement

Die Grundkonstruktion eines DRS-Radblocks – der in acht Baugrößen angeboten wird – ist schnell beschrieben: Ein für Schwerlast-Anwendungen (bis 40 Tonnen) geeignetes Radblocksystem besitzt ein robustes Gehäuse mit hoher Formstabilität, das bereits anschlussfertig vorbereitet ist für den direkten Anbau an Konstruktionen. Die Gehäuse schützen zudem das innen liegende Laufrad, das mit unterschiedlichen Konturen verfügbar ist. Auch die Lagerung ist auf extreme Genauigkeit und Belastbarkeit hin optimiert.

In Kombination mit Getriebemotoren und Frequenzumrichtern des Demag-Antriebsbaukastens lassen sich somit ohne eigenen großen Planungsaufwand auf einfache Weise Schwerlast-Fahreinheiten für ganz unterschiedliche Anwendungen und Lastprofile konfigurieren.

Einfache Montage, vielfältige Anbaumöglichkeiten

Das Radblocksystem DRS wird weltweit hunderttausendfach eingesetzt und überzeugt u. a. durch die einfache Montage und Ausrichtung, die insbesondere bei Mehrfachfahrwerken entscheidend ist für den einwandfreien Lauf und die lange Lebensdauer der Antriebseinheit. Dazu leisten die vielfältigen Anbaumöglichkeiten für Antriebe und Halterungen an fünf Seiten des Gehäuses einen Beitrag und ebenso die Auswahlmöglichkeit zwischen vier Anbauvarianten. Beides gewährleistet, dass der Anwender immer die optimale Integration des Radblocks in die Umgebungskonstruktion realisieren kann.

Weiterentwicklung: vom DRS zum DRS-M

Auch wenn die aktuelle DRS-Generation durchaus alle Anforderungen der Anwender von Schwerlast-Fahrantrieben erfüllt, haben die Demag-Konstrukteure – nach dem Motto „Es gibt nichts, was sich nicht noch verbessern ließe“ – das Radblockkonzept weiterentwickelt. Die Serie DRS-M, die Demag aktuell im Markt einführt, zeichnet sich durch zahlreiche neue Funktionen und Merkmale aus.

Zu den Zielen der Entwickler gehörte es, bei gleicher Leistungsdichte zusätzliche Funktionen in den Radblock zu integrieren und die „Usability“ aus Planer- und Anwendersicht noch zu verbessern. Erreicht wird das u. a. durch ein symmetrisch aufgebautes, in der Längsachse teilbares Gehäuse, das im Bedarfsfall gute Zugänglichkeit bietet.

Ein innovativer Montageverschluss ermöglicht den schnellen Austausch eines Radblocks ohne zeitaufwendige Nachjustierung. Dabei kommt eine patentierte Ausrichtfixierung zum Einsatz, die auch nach einem Wechsel die exakte Positionierung des Radblocks gewährleistet. Diese präzise Re-Positionierung ist eine wichtige Voraussetzung für dauerhaft verschleißarmen Betrieb unter Schwerlast.

Patentiert: Ausrichtfixierung und Verschleißmessung

Stichwort Verschleiß: Auch hier haben die Konstrukteure eine – ebenfalls patentierte – Innovation zur Serienreife entwickelt. Der verschleißrelevanteste Parameter beim Radblock ist der Abrieb des Laufrades, der in eingebautem Zustand mit Aufwand zu ermitteln ist. Bei den DRS-M Radblöcken ist das anders. Sie können mit einer mechanischen Verschleißanzeige ausgestattet werden. Auf einer Skala, die von Grün über Gelb bis Rot reicht, kann der Betreiber die aktuelle Abnutzung des Rades auf der Lauffläche ablesen – im Stillstand und unabhängig von der Radstellung.

Genau wie die DRS-Serie bietet auch die Baureihe DRS-M vielseitige Anbaumöglichkeiten für Antriebe und Halterungen an fünf Seiten. Im Unterschied zur Vorgängerbaureihe sind die Bohrungen an den Stirnseiten bereits ab Werk mit Innengewinden versehen. Anbauteile wie z. B. Puffer oder Horizontalrollenführungen können daher einfach und ohne Bearbeitung des Gehäuses angeschraubt werden. Im Vergleich zur Vorgängerbaureihe nehmen sie zudem auch noch höhere Kräfte auf. Ausrichtfixierung und Horizontalrollenführung sind Teil des Modulkonzeptes – dafür steht das „M“ in der Bezeichnung DRS-M.

Laufräder: Der Anwender
hat die Wahl

Bei den Laufrädern besteht die Wahl zwischen verschiedenen Werkstoffen (Sphäroguss, Polyamid, Hydropur-Bandagen), Formen und Ausführungen. Sie sind in großzügig dimensionierten und hochbelastbaren Wälzlagern gelagert. Auch hier gibt es diverse Optionen wie gehärtete Laufräder und Wälzlager mit erhöhtem Temperaturbereich. Der Anschluss an die Antriebswelle erfolgt über ein Zahnnabenprofil nach DIN 5480.

Schlüssiges Antriebskonzept für Schwerlast-Anwendungen

Mit diesem Eigenschaftsprofil eignen sich die Radblöcke der DRS-M-Serie – genau wie die Vorgängerbaureihe – für ein breites Spektrum an Schwerlast-Anwendungen. Die Einbau- und Anbaumaße der DRS-M-Baureihe sind identisch mit denen der DRS-Serie, sodass auch vorhandene Krane mit den neuen Radblöcken nachgerüstet werden können. Die DRS-M-Einheiten, die im Demag-Werk Wetter/ Ruhr gefertigt werden, sind in vier Größen lieferbar (DRS-M 112 bis 200), vier weitere Radblockgrößen für höhere Leistungen bis zu 40 Tonnen pro Rad vervollständigen das DRS-Portfolio.


Bild: Demag

Sicher abheben – mit dem Radblocksystem

Wie vielfältig die Anwendungsmöglichkeiten des Radblocksystems sind, zeigen Praxisbeispiele der AMM GmbH in Merkendorf. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Konstruktion von Start- und Landeplattformen für Hubschrauber spezialisiert. Als Senkrechtstarter können die Helikopter nicht im Hangar starten. Sie müssen deshalb zunächst horizontal aus dem Hangar transportiert werden. Diese Aufgabe übernehmen die Plattformen von AMM, die dabei Fahreinheiten mit dem DRS-Radblocksystem nutzen. Zu dessen Vorteilen gehört aus Sicht der AMM-Konstrukteure die sehr flache Bauweise von 250 mm und das besonders ausfallsichere Konzept des robusten Direktantriebs – ein schlagendes Argument, wenn es um Notfalleinsätze geht. Das Unternehmen verwendet auch dann DRS-Radblöcke, wenn besondere Anforderungen zu erfüllen sind. Für den Rettungshubschrauber Christoph 2 hat AMM eine Plattform mit integrierter Dreheinheit gebaut. Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass der Hubschrauber immer gegen den Wind starten kann. Das erhöht die Sicherheit. Die komplette Plattform verfährt über vier Radblöcke mit Flachgetriebe-Bremsmotoren. Der Drehteller wird über zwölf Demag-Radblöcke (davon einer angetrieben) in Sonderausführung bewegt.

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