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Diese Ereignisse haben 2022 globale Lieferketten erschüttert

Störungen in Lieferketten und Risiken für Betriebe
Diese Ereignisse haben 2022 Lieferketten erschüttert

Diese Ereignisse haben 2022 Lieferketten erschüttert
Streiks innerhalb der Lieferketten haben den Warenfluss 2022 immer wieder zum Stocken gebracht. Bild: NVB Stocker/stock.adobe.com
Das Jahr 2022 hat gezeigt, wie komplex Lieferketten sind und wie anfällig dieses Versorgungsnetz ist, das sich quer über die Welt spannt. Scheinbar kleine Knoten können ganze Branchen und Regionen ausbremsen. Das Resultat sind Preiserhöhungen, Materialknappheit oder Insolvenzen.

Die Analytiker von Everstream Analytics, ein Unternehmen für Lieferketten-Risikoanalysen, haben im Jahr 2022 Tausende Störungen in Lieferketten und Risiken für Betriebe dokumentiert und untersucht. In seinem Jahresbericht fasst das Unternehmen die Ereignisse zusammen und erklärt, was Unternehmen für die Zukunft lernen können.

Im Folgenden sind drei zentrale Ereignisse zusammengefasst:

1. Streiks in der Logistikbranche

Weltweit haben über das Jahr verteilt immer wieder LKW-Fahrer, Hafenarbeiter oder Mitarbeiter aus der Luft- und Bahnfracht gestreikt und damit die Automobil- und Halbleiterindustrie, sowie die Holz-, Metall- und Chemieindustrie getroffen. Grund für die Streiks waren unter anderem die gestiegenen Lebenshaltungskosten und hohen Gaspreise.

Learning: Wegen der anhaltenden Inflation ist auch mit weiteren Streiks zu rechnen. Unternehmen sollten ihr Frachtaufkommen auf andere Verkehrsträger oder Häfen ausweiten, um Störungen abfedern zu können.

2. Krieg in der Ukraine

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat eine Schockwelle durch globale Lieferketten ausgelöst. Ukrainische Exporte gingen um 25 Prozent zurück, die Neon-Produktion wurde eingestellt, Preise für seltene Metalle stiegen und weltweit fehlt es an Grundnahrungsmitteln wie Weizen und Mais.

Learning: Viele Hersteller waren sich nicht bewusst, dass sie Sub-Lieferanten in der Ukraine oder Russland hatten. Besonders Unternehmen aus der Lebensmittelbranche, Automobil- oder Halbleiterindustrie sollten ihre Lieferanten auch auf entfernteren Ebenen prüfen.

3. Kinder- und Zwangsarbeit in Lieferketten

Bei einem Hyundai-Zulieferer in den USA wurde durch öffentlichkeitswirksame Ermittlungen seitens der Medien Kinderarbeit festgestellt. In Deutschland tritt am 1. Januar das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in Kraft, welches Unternehmen für ESG-Verstöße in der Lieferkette haftbar machen kann.

Learning: Regierung, NGOs und Medien nehmen Verstöße gegen ESG-Kriterien verstärkt unter die Lupe. Unternehmen sollten ihre gesamte Lieferkette, inklusive Zulieferer auf untergeordneter Ebene, kritisch prüfen. So können ESG-Risiken, Geldstrafen und letztendlich Reputationsschädigung vermieden werden.

Den vollständigen Jahresbericht für 2022 mit weiteren Ereignissen, Insights, Analysen und Tipps finden Interessierte bei Everstream Analytics. (ys)

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