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Elektromobilität ist die Zukunft

Komplette Lithium-Ionen-Flotte bei der Firma Brüggen
Elektromobilität ist die Zukunft

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Im April 2016 hat der Hamburger Intralogistikspezialist Still ein wegweisendes Projekt im Bereich der Lithium-Ionen-Technik (Li-Ion) erfolgreich umgesetzt. Als erster Großkunde stellte der Nahrungsmittelhersteller Brüggen seinen Fuhrpark am Standort in Lübeck vollständig auf Lithium-Ionen-Technologie um. Insgesamt wurden 66 neue Gegengewichtsstapler sowie Nieder- und Hochhubwagen in unterschiedlichen Ausführungen geliefert.

Häufige Ausfälle der eigenen mittlerweile in die Jahre gekommenen 70 Flurförderzeuge, und damit einhergehende hohe Reparatur- beziehungsweise Ausfallkosten nahm der Nahrungsmittelhersteller Brüggen zum Anlass, über seine Staplerflotte nachzudenken: Eine neue, moderne Flotte muss her. Man entschied sich dazu, vollständig auf Li-Ionen-Förderzeuge umzusteigen. Anfragen bei den entsprechenden Herstellern zeigten, dass Anfang 2015 zwar viele Anbieter Li-Ion-Niederhubwagen im Angebot hatten, aber bei den Stapler winkten die meisten ab. Nur der Intralogistikanbieter Still ließ sich auf die Idee ein, eine komplette Flotte mit insgesamt 39 unterschiedlichen Flurfördergeräten auf Li-Ion umzustellen.

Zu Beginn wurde in jeder Abteilung genau geprüft, welche Anforderungen die neuen Geräte erfüllen sollten. Entsprechend dieser Vorgaben lieferte Still Fahrzeuge in unterschiedlichen auf den Einsatz angepassten Ausführungen. Insgesamt 66 neue Gegengewichtsstapler sowie Nieder- und Hochhubwagen in unterschiedlichen Ausführungen sind nun im Einsatz.
Effizienz steigern und Kosten reduzieren
Und anders als vorher ist die gesamte Flotte nun geleast: Alle sechs Jahre werden die Stapler durch Neugeräte ausgetauscht. Auch Reparaturen durch den Kundenservice sind in den Leasingraten enthalten.
Kalkulierbare Kosten durch Leasing- und Servicepakete, eine hohe Verfügbarkeit verbunden mit maximaler Flexibilität im Einsatz, kürzere Batterieladezeiten sowie ein Online-Flottenmanagement-Tool waren die Hauptziele des umfangreichen Projekts. Eine erste Bilanz nach Abschluss des Großprojektes zeigt, dass die Firma Brüggen nach eingehender Einsatzanalyse mit Li-Ion-Fahrzeugen ihre Effizienzpotenziale ausschöpfen sowie die Betriebskosten deutlich reduzieren konnte.
Die neue Fahrzeugflotte konnte durch die Li-Ion-Fahrzeuge um 23,8 % reduziert werden. „Alles, womit bei Brüggen Paletten bewegt werden können, ist seit Mai umgestellt“, erklärt Marek Schröder, Leiter Logistik/Einkaufsleiter – NonFood.
Verfügbarkeit erhöht und …
Das neue Batteriesystem bietet Brüggen viele Vorteile: Durch die höhere Leistungsfähigkeit des Li-Ion-Akkus eignet er sich besonders dort, wo bisher Blei-Säure-Batterien an ihre Grenzen kamen, z. B. hohe Leistungsbedarfe oder Mehrschichteinsätze, in denen die Batterie gewechselt wird. Bei gleichem Bauvolumen enthält der Li-Ion-Akku die doppelte Energiemenge, dadurch können Batteriewechselaufwand und -infrastruktur eingespart werden. „Die Kapazitäten der Akkulaufzeiten reichen sogar für mehr Arbeitsleistungen als wir vorher errechnet hatten“, erklärt Schröder begeistert. „Die Batterien sind nicht günstig, aber im Verhältnis zur Laufzeit und den Vorteilen rechnet sich die Investion. Zusammen mit dem Einsatz des Fleetmanagers, damit lernen die Mitarbeiter die Geräte besser zu behandeln, haben Anwenderfehler und Wartungsmängel rapide abgenommen. Die Laufzeit der Blei-Säure-Batterien ist in der Praxis nicht so lange wie angegeben wird, das liegt fast immer am falschen Umgang mit den alten Batterien.“ Hinzu kommt, dass der Li-Ion-Akku wartungsfrei ist, wodurch im Gegensatz zur Blei-Säure-Batterie alle Wartungsarbeiten rund um die Batteriesäure entfallen und der Anwender quasi sorgenfrei lebt. Für die Mitarbeiter bedeutet die Umstellung vor allem eine Arbeitserleichterung und mehr Komfort. Statt die Wechselbatterien zu tauschen und an die Ladestationen anzuschließen, mehr als sechs Stunden aufzuladen und mit destilliertem Wasser aufzufüllen, reicht es jetzt aus, sie einfach über den von außen zugänglichen Ladeanschluss zu laden. Faktoren, die die Verfügbarkeit der Fahrzeuge erhöhen und sich spürbar auf die Betriebskosten auswirken.
„Wir haben jetzt ca. 200 Quadratmeter mehr Raumfläche zur Verfügung. Das ist der Platz, wo die Blei-Säure-Batterien gewechselt und geladen wurden und der jetzt nicht mehr benötigt wird. Dies Kapazitäten können nun effektiver genutzt werden“, berichtet Einkaufsleiter Schröder begeistert.
… Betriebskosten reduziert
Zwischenladungen sind im Gegensatz zu Blei-Säure-Batterien in jedem Ladezustand möglich. „Wir haben einige Stapler im 24-Stunden-Betrieb und sind in der Logistik und auch in der Produktion auf sie angewiesen. Die neuen Batterien können, wie wir es alle von unseren Handys kennen, jederzeit auch nur für ein paar Minuten geladen werden.“ Die Mitarbeiter können jetzt Pausenzeiten nutzen, um die Batterie aufzuladen. Bereits nach 40 Minuten stehen wieder zwei Drittel der Ladekapazität zur Verfügung. Eine Wegfahrsperre verhindert, dass der Stapler bewegt werden kann, während er noch an der Steckdose hängt. Mit rund 2500 möglichen Ladezyklen kann der Li-Ion-Akku doppelt so oft geladen werden wie eine klassische Blei-Säure-Batterie. Zwischenladungen sind jederzeit möglich. Negative Memory-Effekte gibt es bei einer Li-Ionen-Batterie nicht.
„Allerdings ist die Leistung der Stapler bis zum Ende der Batterieladung verfügbar, damit entfällt das häufige Nachladen, weil der Fahrer den Eindruck hat, dass sein Fahrzeug nicht mehr genügend Power hat“, berichtet Schröder aus der Praxis.
Jede Batteriezelle wird in Echtzeit überwacht und ermöglicht somit eine äußerst präzise Entladeanzeige, wodurch sich die Leistung besonders effizient nutzen lässt.
Höhere Sicherheit
Die neuen Fahrzeuge sind zudem an ein Flottenmanagement-Tool angeschlossen. Dazu wurden alle Geräte ähnlich wie beim Handy mit einer SIM-Karte ausgestattet. Vor der Nutzung müssen sich die Mitarbeiter anmelden und prüfen, ob ein Defekt am Fahrzeug vorliegt. „Wir hatten in der Vergangenheit große Probleme mit Schäden an den Staplern. Die Kosten für Reparaturen und defekte Ware waren hoch“, erzählt Einkaufsleiter Schröder. „Auch bei den neuen Geräten sind Gewaltschäden nicht durch den Kundenservice abgedeckt. Eine individuelle Zugangsberechtigung stellt jetzt sicher, dass nur geschulte Mitarbeiter mit den Fahrzeugen arbeiten.“
Sollte sich ein Unfall ereignen, werden die Fahrzeuge automatisch in den Schleichmodus versetzt. Erst nach Meldung des Vorfalls wird das Gerät wieder freigeschaltet. „Es gibt kein Punktesystem, der FleetManager ist auch nicht als Kontrollinstrument gedacht. Es geht um die Sicherheit. Schließlich können Flurförderzeuge ziemlich schnell werden“, so Schröder. Die klare Zuordnung der Geräte stellt zudem sicher, dass die benötigten Fahrzeuge in den Abteilungen auch tatsächlich bei Bedarf verfügbar sind. Die elektronisch übertragenen Daten können im Störungsfall für eine schnelle Reparatur direkt vom Kundenservice ausgelesen werden.
„Der erfolgreiche Projektabschluss und die hohe Zufriedenheit der Firma Brüggen mit unserer Li-Ion-Technologie sowie unserem Beratungsansatz sind für uns richtungsweisend“, erklärt Holger Brandt, Leiter Vertrieb Deutschland der Still GmbH. „Wir stellen fest, dass immer mehr Anwender aus Logistik und Industrie die Vorteile der Li-Ion-Batterie gegenüber klassischen Blei-Säure-Batterien schätzen.“ sas

Müsli kommt von Brüggen

Das Unternehmen

Die H. & J. Brüggen KG zählt zu Europas Marktführern bei Müslimischungen und Müsliriegeln. Das Lübecker Familienunternehmen produziert zudem Cornflakes und Cerealien und beliefert die Lebensmittelindustrie mit Rohwaren und Halbfabrikaten. Produkte, wie Müsli, Müsliriegel, Cornflakes, Haferflocken und Cerealien, werden sowohl als Handelsmarken für deutsche und internationale Einzelhandelsketten produziert als auch unter eigenem Markennamen vertrieben. Dabei sind neben einer hohen Produktqualität ausgefeilte Logistikprozesse das A und O in diesem Geschäft, um wettbewerbsfähig zu bleiben.


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