Transportbranche verzeichnet Zunahme an Insolvenzen

Insolvenzen, Überschuldung, Zahlungsmoral: So fährt die Transport- und Logistikbranche

Branchencheck Transport und Logistik
Vor allem kleine Unternehmen oder Firmen mit geringen Auftragsmargen, wie sie in der Transport- und Logistikbranche häufig vorkommen, sind auf einen pünktlichen Zahlungseingang angewiesen. Bild: Creditsafe
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Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche in Deutschland gingen im vergangenen Jahr häufiger insolvent und haben eine schlechtere Zahlungsmoral als der branchenübergreifende Bundesdurchschnitt – dies geht aus einer Erhebung von Creditsafe Deutschland hervor.

Die Wirtschaftsauskunftei hat dazu mehr als 3,4 Millionen Unternehmen aus Deutschland untersucht, davon kommen rund 60.000 Firmen aus dem Bereich Transport und Logistik. Die Untersuchungen stützen sich dabei auf Daten aus öffentlichen Quellen, wie dem Handelsregister und dem Bundesanzeiger, Insolvenzbekanntgaben, Amtsblätter oder Gewerbeämter. Creditsafe ist in 14 Ländern mit 16 Standorten vertreten und beschäftigt über 1.200 Mitarbeiter. In Deutschland ist das Unternehmen seit 2010 tätig.

Insolvenzen in der Transport- und Logistikbranche nehmen zu

Rund 900 Unternehmen aus der Branche mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Dies entspricht einer Insolvenzrate von rund 1,5 Prozent – deutlich höher als der Bundesdurchschnitt, wo im Schnitt 0,6 Prozent der Firmen nicht mehr zahlungsfähig waren. In der Logistik ist der Anteil der insolventen Unternehmen mit 1,33 Prozent etwas geringer als beim Transport (1,59 Prozent). Brandenburg ist dabei das Bundesland, in dem die Insolvenzrate mit 2,12 Prozent der Unternehmen aus Logistik und Transport am höchsten war, die wenigsten Insolvenzen in der Branche gab es mit 0,76 Prozent in Sachsen. Der Anteil an zahlungsunfähigen Unternehmen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren leicht erhöht – 2017 betrug die Insolvenzrate in der Branche noch 1,1 Prozent, 2016 nur marginal höhere 1,14 Prozent.

Überschuldung entspricht dem Bundesdurchschnitt

Rund 3478 Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche sind überschuldet, weisen also ein negatives Eigenkapital aus. Dies entspricht rund 13,8 Prozent aller Unternehmen aus diesem Sektor und ist somit ungefähr gleich dem Bundesdurchschnitt von 14 Prozent. Führt eine Überschuldung zu einer Zahlungsunfähigkeit, muss unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von drei Wochen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein beantragt werden. Bei rund zwei Dritteln aller Insolvenzen wird eine Unternehmensüberschuldung als Ursache angegeben.

Berlin bei der Zahlungsmoral Schlusslicht

Im Schnitt zahlten Unternehmen im vergangenen Jahr ihre Rechnungen etwa 5,1 Tage nach dem Zahlungsziel. In der Logistik- und Transportbranche ließen sich Unternehmen indes etwas mehr Zeit und beglichen ihre Forderungen durchschnittlich 8 Tage zu spät. Am vorbildlichsten sind in dieser Branche Firmen aus Sachsen, wo die mittlere Verspätung 3,77 Tage betrug. Schlusslicht ist Berlin: Unternehmen aus dem Transport- und Logistikgewerbe zahlten hier ihre Rechnungen erst 12,6 Tage nach dem angegebenen Zahlungsziel.

Vor allem kleine Unternehmen oder Firmen mit geringen Auftragsmargen, wie sie in der Transport- und Logistikbranche häufig vorkommen, sind auf einen pünktlichen Zahlungseingang angewiesen. (sas)

www.creditsafe.com

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