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Öl- und Gasindustrie: Transparenz in komplexen Lieferketten

Lieferketten in der Öl- und Gasindustrie
Mit Transparenz gegen die Komplexität in Supply Chains

Die Lieferketten sind unter Druck. Im Öl- und Gassektor reagieren die Märkte besonders empfindlich auf weltweite Krisen. Um die Supply Chain resilienter zu gestalten, bedarf es einer durchgängigen Vernetzung und einem hohen Automatisierungsgrad. Hier helfen Technologien, die Daten entlang der Lieferketten zusammenführen, auswerten und so für mehr Transparenz in der Logistik sorgen.

Thomas Spieker, Director Central Europe bei Shippeo

Die Öl- und Gasindustrie ist wie kaum eine andere Branche besonderen volatilen Schwankungen unterworfen. So wirkt sich das aktuell hohe Niveau des Ölpreises auch auf den Marktpreis vieler chemischer Produkte aus, die aus Mineralöl hergestellt werden. Die stark gestiegenen Energiekosten sind zudem eine enorme Belastung für Verbraucher, die den Preisanstieg nicht nur beim Tanken, sondern auch bei der Abrechnung von Strom und Heizkosten spüren. Darüber hinaus steigen die Kosten für Lkw-Transporte.

Dabei spiegeln die schwankenden Energiepreise auch die tiefgreifenden Herausforderungen wider, mit denen sich die Öl- und Gasindustrie konfrontiert sieht: So gestalten sich die Lieferketten – insbesondere in der derzeitigen Situation – äußerst komplex. Zudem ist der Transport petrochemischer Produkte sehr strengen Sicherheitsauflagen unterworfen. Und nicht zuletzt wächst der Druck auf die Branche, nachhaltig und ressourcenschonend zu agieren. Denn erklärtes Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2050 auch die Öl- und Gasindustrie klimaneutral produziert.

Komplexe Lieferketten in der Öl- und Gasindustrie

Die Komplexität der Lieferketten im Öl- und Gassektor manifestiert sich beispielsweise in den verschiedenen Transportarten. Dazu zählen vor allem die Beförderung über Pipelines, durch Öltanker, auf der Schiene sowie auf der Straße. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Öl- und Gasmarktes erfolgt die Logistik in der Regel über Ländergrenzen und Kontinente hinweg. Dazu kommen Unwägbarkeiten wie permanente Schwankungen in der Nachfrage sowie die schwindende Bedeutung von fossilen Brennstoffen im Energiemarkt der Zukunft. Und schließlich setzen natürlich auch weltweite Krisen wie die Covid-19-Pandemie und politische Konflikte wie der Krieg in der Ukraine die internationale Öl- und Gasindustrie enorm unter Druck.

Nicht zuletzt auch deshalb herrscht aktuell eine sehr hohe Nachfrage nach Öl, was die Komplexität der Lieferketten zusätzlich erhöht. Um sichere, zuverlässige und nachhaltige Supply-Chain-Prozesse zu gewährleisten, ist eine vollständige Transparenz entlang der Lieferkette unabdingbar. Die Akteure müssen präzise wissen, wann eine Lieferung in einer Raffinerie, einem weiterverarbeitenden Betrieb oder an der Tankstelle eintrifft. So lassen sich die Abläufe optimal planen und verschlanken. Diese 360-Grad-Sicht trägt entscheidend dazu bei, die Komplexität der Supply Chain beherrschbar zu machen.

KI-basierte Technologie berechnet voraussichtliche Ankunftszeit

Um die erforderlichen Informationen zu generieren, zu sammeln und auszuwerten, bedarf es Technologien auf Basis künstlicher Intelligenz (KI). Darin integrierte Machine-Learning-Algorithmen etwa können exakt berechnen, wann eine Öl- oder Gaslieferung am Zielort eintreffen wird. Die Systeme prognostizieren verlässlich die zu erwartende Ankunftszeit (ETA, Estimated Time of Arrival) bis zu 24 Stunden vor dem geplanten Lieferzeitpunkt – und das mit einer Genauigkeit von 95 Prozent.

Die Supply Chain 2022

Eine gängige Lösung hierfür ist beispielsweise die Plattform für Supply Chain Visibility von Shippeo. Sie ist mit über 875 verschiedenen Telematik-Systemen vernetzt und interagiert weltweit mit mehr als 140.000 Spediteuren. Dabei extrahiert die Plattform die für die ETA-Berechnungen benötigten Daten aus verschiedensten Systemen für Transportmanagement und Telematik. Zusätzlich fließen externe Informationen wie Wetterdaten aus Ölhäfen, historische Verkehrsdaten sowie Erfahrungswerte aus früheren Transporten in die Auswertung mit ein. Für eine exakte Kalkulation der Ankunftszeit sind mehr als 400 Datenpunkte erforderlich.

Plattform schafft Transparenz

Alle Beteiligten der logistischen Transportkette in der Öl- und Gasindustrie profitieren so von einer hohen Transparenz. So werden beispielsweise die Adressaten einer Lieferung in Echtzeit über die ETA informiert. Ein weiterer großer Vorteil der Plattform besteht darin, die Logistikprozesse umfassend zu analysieren und dadurch den Ursachen von Verspätungen fundiert auf den Grund zu gehen. So können Unternehmen mit den Erkenntnissen aus der KI-basierten Auswertung von Daten zeitnah reagieren und Transportwege umleiten, verkürzen und effizienter gestalten. Zudem lassen sich durch die Datenanalyse unzuverlässige Lieferanten gezielt identifizieren, was die Basis für geeignete Sanktionen schafft. Im Ergebnis profitiert die Öl- und Gasindustrie von signifikanten Effizienzsteigerungen.

Der internationale Öl- und Gassektor sieht sich mit enormen Herausforderungen konfrontiert, was sich insbesondere auch auf die Komplexität der Lieferketten auswirkt. Durch den Einsatz leistungsfähiger, KI-basierter Technologien kann die Branche dieser Entwicklung effektiv entgegenwirken. Dadurch lassen sich Prozesse verschlanken, Kosten einsparen und mittels Reduzierung von CO2-Emissionen nachhaltige und ressourcenschonende Lieferketten realisieren.


Shippeo

… ist ein europäischer Anbieter von Echtzeit-Transporttransparenz. Das multimodale Visibility-Netzwerk verbindet FTL-, LTL-, Paket- und Containertransport und integriert über 850 TMS-, Telematik- und ELD-Systeme. Die Plattform bietet Zugang zur Echtzeit-Lieferungsverfolgung, automatisiert Kundenprozesse und bietet eine hohe ETA-Genauigkeit. Shippeo wird laut eigenen Angaben bei der Verfolgung von mehr als 28 Millionen Sendungen jährlich in 75 Ländern genutzt.

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