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Sendungsverfolgung für Logistik mit der Software Shippeo

Sendungsverfolgung für Logistik
Wissen, wann die Lieferung ankommt

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Das junge Unternehmen Shippeo nutzt die Daten von Telematik-Anbietern zur Sendungsverfolgung. So kann das Unternehmen nicht nur sagen, wo sich eine Sendung gerade befindet, sondern auch, wann sie ankommen wird. Das führt zu vielseitigen Optimierungsmöglichkeiten.

Bestellt man sich online ein Paket, dann kann man den gesamten Lieferprozess verfolgen: vom Versender, über die Zwischenlager bis hin zur Auslieferung. Im B2B-Bereich ist eine solch lückenlose Nachverfolgung lange nicht in diesem Rahmen möglich gewesen. Aber warum ist dieses Konzept für Lkw-Ladungen oder Container so schwer umzusetzen? Das haben sich auch die beiden Franzosen Pierre Khoury und Lucien Besse im Jahr 2012 gefragt. Aus dieser Idee entstand 2014 Shippeo, ein Unternehmen, dass die lückenlose Sendungsverfolgung im B2B-Bereich umsetzt.

Hinzu kam schon früh die Hilfe mehrerer großer und langfristig ausgerichteter Investoren, zusätzlich ist SAP eingestiegen, was natürlich die Integration der beiden Softwares erleichterte. Anfang des Jahres hat das Unternehmen die Serie-B Finanzierungsrunde abgeschlossen und nun insgesamt 37 Mio. Euro gewonnen. Das Unternehmen nutzt die Investitionen, um über Frankreich hinaus den europäischen Markt zu erschließen. Das zweite Büro befindet sich seit 2018 in Düsseldorf, insgesamt sieben europäische Standorte und 85 Mitarbeiter hat Shippeo heute. Die Konzentration auf Europa ist dabei nicht nur historisch gewachsen. „Der europäische Logistikmarkt ist der komplizierteste“, sagt Thomas Spieker, der die Geschäfte von Shippeo in Zentraleuropa leitet, „Hier gibt es mehr Konzepte als anderswo, die der Optimierung dienen. Deshalb wollen wir diesen Markt zuerst erschließen. Ist das geschafft, sind andere Märkte einfacher zu bedienen.“

Die Zielsetzung des Unternehmens ist es, zwei Fragen zu beantworten: Wo ist meine Sendung im Moment? Und: Wann wird meine Sendung ankommen? Ein Grund, warum diese Fragen nicht einfach zu beantworten sind, ist der große Markt: In Europa gibt es rund 600.000 Logistikanbieter, die bis zu 600 verschiedene Telematiksysteme verwenden. Alle Speditionen mit Schnittstellen an Shippeo anzubinden, wäre eine wahre Sisyphus-Arbeit. Deshalb fokussiert das Unternehmen stattdessen die Zusammenarbeit mit den weniger zahlreichen Telematik- und Zugmaschinenherstellern. „Wir haben viel Entwicklungsarbeit geleistet, um robuste Schnittstellen zu schaffen“, sagt Spieker. Inzwischen sind 530 Telematik-Systeme, und damit auch rund 140.000 Logistikanbieter, mit Shippeo verknüpft.

Tritt nun ein neuer Kunde auf Shippeo zu, der zum Beispiel mit 50 verschiedenen Speditionen zusammenarbeitet, welche verschiedene Telematiksysteme verwenden, so ist die Chance hoch, dass Shippeo zu diesen Systemen schon eine Schnittstelle hergestellt hat. Dann ist es ein Einfaches, die Daten der Lkws, die für den Kunden zum Einsatz kommen, anzuzapfen. Dabei ist es wichtig zu wissen, so Spieker, dass die Daten nur dann abgefragt werden, wenn ein aktiver Transportauftrag vorliegt. Danach wird die Verbindung wieder gekappt. Spieker erklärt: „Uns genügt es, die Geoposition, Geschwindigkeit und Fahrtrichtung in einem engen Muster abzufragen. Wir ignorieren dabei persönliche Daten, die mit dem Fahrer zusammenhängen, wie zum Beispiel Restfahrzeit oder Ruhepausen.“

Sendungsverfolgung in Echtzeit: Wo ist meine Ware?

Im ersten Schritt geht es darum, Echtzeitdaten über die Sendungen zu liefern. Zuerst hat sich das Unternehmen dabei auf Full Truck Loads konzentriert, also die gesamte Ladung eines Lkws. „In den letzten zwei Jahren haben wir dann forciert, die einzelnen Paletten oder sogar Boxen zu verfolgen“, sagt Spieker. Hierfür sind zusätzliche Einbindungen in Transport Management Systeme (TMS) und Lagerverwaltungssysteme (WMS) nötig, um einzelne Scanevents auf Artikelebene abzubilden. Ebenso wichtig sei die Entwicklung über die Straße hinaus, um multimodale Lieferströme, die die Schiene und Containerschiffe beinhalten, komplett abzubilden.

Wann wird meine Sendung ankommen? – ETA-Prognosen für mehr Effizienz

Im Durchschnitt trackt Shippeo 7 Mio. Sendungen im Jahr. Von jeder Sendung werden alle 3-5 Minuten Daten erhoben, um die lückenlose Sendungsverfolgung zu ermöglichen. Zusätzlich zapft das Unternehmen externe Datenquellen an, wie Wetter- oder Stauprognosen. Diese Daten werden aggregiert und dann dem selbst lernenden Algorithmus zur Verfügung gestellt. Dieser kann anhand der Daten die Ankunftszeit ausrechnen – und lernt mit der Zeit immer mehr dazu. Ist auf deinem gewissen Streckenabschnitt beispielsweise jeden Montagmorgen Stau, so fließt diese Information in zukünftige Berechnungen für diese Strecke ein. Auch die Auf- und Abladezeiten an verschiedenen Stationen kann der Algorithmus mit der Zeit immer besser abschätzen.

Spieker macht klar, welchen Vorteil Firmen haben, wenn sie die genaue Ankunftszeit einer Lieferung kennen: „Wenn die Mitarbeiter einer Filiale auf ihrem Handy sehen können, dass eine Lieferung zum Beispiel 20 Minuten verspätet ist, dann können Sie diese Zeit anders nutzen: Etwa indem sie Ware einräumen oder die Kassen betreuen.“

Korrekte Sendungsverfolgung macht Optimierung im Einkauf möglich

Auch die Einkäufer können von den Daten der Sendungsverfolgung profitieren: Sie haben so einen sehr guten Überblick darüber, ob Lieferungen pünktlich ankamen und überprüfen, ob Kennzahlen und Service Level Agreements eingehalten wurden. „Wir werden nicht dafür sorgen, dass Pönalen komplett verschwinden“, sagt Spieker, „aber wir sehen, dass die Diskussion auf eine Faktenebene gehoben wird.“ Zusätzlich können Muster erkannt werden: Kommt es vielleicht immer dienstags zum Stau an der Rampe, weil etwa alle Produktionshilfsmittel für diesen Zeitpunkt bestellt sind, dann sollte sich der Einkauf überlegen, die Bestellzeitpunkte der eingekauften Waren so zu verändern, dass es nicht mehr zu Engpässen im Wareneingang kommt.

Frühe Einbindung von Kunden

„Wir sind schon früh auf die Industrie und den Handel zugegangen und haben ihnen unsere Idee vorgestellt und gefragt, ob dies etwas ist, das operativ und strategisch Sinn ergeben würde“, sagt Spieker. Mit diesem Herangehen konnten sie große Kunden gewinnen, darunter auch den deutschen Safthersteller Eckes-Granini. In Deutschland besitzt das Unternehmen zwei Produktionsorte sowie drei Außenlager, von denen die Kunden beliefert werden. Dazu arbeitet das Unternehmen mit zwischen 28 und 38 mittelständischen Spediteuren zusammen. Letztes Jahr hat der Hersteller 317 Mio. Liter Saft an den Mann gebracht. Steffen Riedel, Leider Logistik bei Eckes-Granini in Deutschland, erklärt, warum sie sich für eine Zusammenarbeit mit Shippeo zur Sendungsverfolgung entschieden haben: „Wir haben natürlich einen starken Servicegedanken unseren Kunden gegenüber und wollen ihnen proaktiv Informationen geben, wenn sich eine Lieferung verspätet. Das ist durch das ETA-Tracking von Shippeo möglich.“ Die Einführung von Shippeo befindet sich im Moment noch in der Projektphase, aber Riedel sieht großes Potenzial: „Hat ein Kunde früher reklamiert, weil ein Lkw zu spät kam, mussten wir im Auftragsservice den Spediteur anrufen, der wiederum versuchte, den Fahrer zu erreichen. Nun können wir die Transportströme einfach auf einer Karte visualisieren.“ Riedel hofft, so Corona will, dass Shippeo pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, also im September, vollständig integriert ist.


Das Unternehmen

Shippeo

Shippeo, ein Unternehmen im Bereich Lieferkettentransparenz, ermöglicht Unternehmen den sofortigen Zugriff auf vorausschauende und Echtzeitinformationen jeder Lieferung zur Sendungsverfolgung. Der Preis für die Software von Shippeo ergibt sich dabei aus einmaligen Einrichtungskosten und einem volumenbasierten Preis für die Anzahl der getrackten Sendungen, sodass die Software auch für kleine und mittelständische Betriebe bezahlbar ist.

www.shippeo.com


Sanja Döttling, Redakteurin Beschaffung aktuell

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