Studie: Top 100 der Logistik

Was bewegt die Logistik?

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Ob die Schiene das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts sein wird, muss sich noch zeigen. Bild: den-belitsky/Fotolia
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Die vom Fraunhofer Supply Chain Services, BVL und DVV herausgegebene Studie „Top 100 der Logistik“ zeigt jedes Jahr auf ein Neues, wie es um die Logistik bestellt ist und welchen Herausforderungen die Branche im Moment gegenübersteht. So erschien unlängst die Studie für die Jahre 2018/19, welche Megatrends der Logistik identifiziert hat.

Der Logistikmarkt hat 2017 ein gutes Jahr gehabt. Die Branche ist um
3,1 Prozent auf 267 Milliarden Euro gewachsen. Seit 2011 gab es keinen so deutlichen Anstieg mehr. Der Anstieg zeichnet sich auch in der Anzahl der Beschäftigten: 3,15 Millionen Menschen arbeiteten 2017 in der Logistikbranche, das sind 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Fahrermangel

Die größte Herausforderung in der Logistikbranche ist und bleibt der Mangel an Arbeitskräften, nicht nur bei Kraftfahrern, sondern auch bei Lagerarbeitern. Über 90 Prozent schätzen diese Lücke als problematisch ein. Die Gründe für den Mangel sind nicht nur das niedrige Lohnniveau im Sektor, sondern auch die teilweise hohe körperliche Arbeitsbelastung. Dazu kommt, dass die Bundeswehr viele Kraftfahrer in der Wehrpflicht ausbildete – nach deren Wegfall im Jahr 2011 fehlt so der Nachwuchs. Gleichzeitig ist es nicht einfach, ausländische Fachkräfte anzuwerben, da die bürokratischen Hürden oft hoch sind.

Diese Situation wird weitreichende Folgen auf die Zukunft der Branche haben. Fehlt es an Fachkräften, müssen Firmen über kurz oder lang Aufträge absagen. Um Fahrer anzuwerben, müssen gleichzeitig höhere Löhne als Anreiz in Aussicht gestellt werden. Wird das Logistikangebot so verknappt und verteuert, kann das zu spürbaren Preiserhöhungen für Einkäufer führen.

Digitalisierung als Lösung

Zukünftig ist die Branche darauf angewiesen, dem Fachkräftemangel nicht nur mit Ausbildungsmöglichkeiten und Image-Kampagnen entgegenzuwirken, wie der „Leitfaden gegen Fahrermangel“ vom Europäischen Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure vorschlägt, sondern muss dem Mangel auch durch die Digitalisierung entgegenwirken. Dabei müssen vorhandene Ressourcen besser ausgenutzt werden, wobei Big Data und künstliche Intelligenz den Unternehmen helfen, Verbesserungspotenziale zu finden. Digitale Frachtpapiere tragen dazu bei, Fehler zu vermeiden. Andere Entwicklungen können Mitarbeiter direkt unterstützen: so sind zum Beispiel Datenbrillen oder -handschuhe beim fehlerfreien Kommissionieren im Lager
nützlich. (sd)


Was die Branche beeinflusst

Die Megatrends

Externe Trends

  • Die Globalisierung führt zur Vernetzung
    der Logistikströme, was sich in höherer Mengenvolatilität zeigt.
  • Der demografische Wandel hin zur Alterung der Gesellschaft in Deutschland trägt zum Fachkräftemangel bei.
  • Die Urbanisierung verstärkt Letzte-Meile-Problematiken wie Stau, mangelnde Ausbauflächen in Stadtnähe und überlastete Infrastrukturen.
  • Neue Verhaltensweisen im E-Commerce-
    Bereich erreichen auch den Industriesektor. Die Lieferfrequenz und die Sendungen nehmen zu, das Gewichtsaufkommen wächst weniger stark.
  • Nachhaltigkeit wird wichtiger. Damit verbunden sind Diskussionen über Schadstoffausstöße, Umweltbilanzen, Verbote für
    Dieselfahrzeuge und Klimazonen in Innenstädten.

Interne Trends

  • Technologische Fortschritte bei der Automatisierung können helfen, den Fachkräftemangel zu bekämpfen.
  • Die World Bank setzte Deutschland im
    Jahr 2018 an die erste Stelle des Logistics Performance Index. Neue Investoren aus Asien sind wahrscheinlich, Start-ups bieten neue Möglichkeiten.
  • Die Branche professionalisiert sich. Arbeitsteilung und Automatisierung werden
    wichtiger und neue Studiengänge bilden Personal für die Zukunft aus.
  • Die Kunden fordern mehr Transparenz. Track-and-Trace-Lösungen stehen deshalb oben auf der To-do-Liste der Branche.

Sanja Döttling, Redakteurin Beschaffung aktuell

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