Events für Einkäufer - eine Analyse - Coole Locations und Speed Dating – der Kuchen wird neu gebacken - Beschaffung aktuell

Events für Einkäufer - eine Analyse

Coole Locations und Speed Dating – der Kuchen wird neu gebacken

2018 war ein Jahr mit vielen neuen Event, gerade auch speziell für Einkäufer. Speaker giving a talk in conference hall at business event. Audience at the conference hall. Bild: Casto/Fotolia
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„Wir können es kaum erwarten, Sie in London begrüßen zu dürfen.“ … Nett getextet, oder? Zu lesen auf der Website eines Facheventveranstalters, der seit geraumer Zeit die Führungskräfteszene aufmischt oder auch: bereichert. Angesprochen sind Procurement-Experten aus aller Welt. Versprochen werden „visionäre, zukunftsweisende Trends“. Neue Themen, neue Sprecher? Bedingt. Abwechslung dürften immerhin Veranstaltungsorte in Miami, Singapur, Chicago, London bedeuten. Ein neuer Eventspezialist versammelte im November erstmals Experten zur „neuen Fachkonferenz für den Einkauf“ – in (nicht auf) der Südtribüne des Millerntor-Stadions, Heimstätte des Kultklubs St. Pauli. Der Einladungsflyer verhieß „hochkarätige Speaker, Diskussionsrunden mit führenden Experten und Workshops mit anwendbarem Know-how“.

Der BME als bisher uneingeschränkter Herrscher auf dem Procurement-Eventmarkt bemüht sich mit ebenso geschmeidigen Versatzstücken um das Halten von Stammbuchern und das Gewinnen neuer Teilnehmer. Und auch die Anhänglichen unter den Sponsoren wollen mal wieder neue Köpfe besprechen. Das traditionell überbordende Angebot an Fachkonferenzen des BME-Symposiums wurde jüngst angereichert mit „frischen“ Formaten wie Business Breakfast, Speed Dating, Networking Area, Marktplätzen, Start-up-Arena, Poster Session und – warum auch immer – einem kostenlosen Fotoservice („Ihr neues Profilbild für Xing/Linkedin“). Bleibt zu hoffen, dass die Teilnehmer den Durchblick behalten und ausreichend persönlichen Nutzwert generiert haben; keine leichte Übung angesichts eng getakteter Einzelelemente und voller Ausstellungsbereiche.

Konkurrenz ist auch im Veranstaltungssektor ein PS-starker Motor. Die Zielgruppe der Supply Chainer verspricht mittlerweile gutes Geschäft. Das war ja nicht immer so. Der Kuchen wird neu angerührt, gebacken, aufgeteilt. Aber aufgepasst: Themen lassen sich nicht unerschöpflich neu erfinden; sie kommen oftmals nur im neuen Gewand daher. Am Ende kann die wertschätzende Betreuung von Teilnehmern, Sprechern und Sponsoren den Unterschied machen. Für die Zielgruppe selbst bedeutet Konkurrenz auf dem Eventmarkt: Wahrnehmung, Anerkennung, mehr Möglichkeiten zum Know-how-Austausch.

Konkurrenz bringt Menschen zum Nachdenken – auch über Tradition. Konkurrenz führt Nachdenkende zu überraschenden, innovativen Ansätzen, im Idealfall rechtzeitig. Was allenthalben in der Digitalisierungsdebatte von Mensch und Organisation gefordert wird, gilt für Verbände ebenso. Disruption bitte! Der Weg muss nicht im Dickicht aus mehr oder weniger interaktiven Formaten enden. Braucht und will nicht jeder. Zuweilen bieten professionell betreute, exklusive VIP-Zirkel mehr Erlebniswert.

Innovation kann auch Kollaboration bei Spitzen- oder Themenevents bedeuten. Wann schaffen die drei großen Einkaufsverbände des DACH-Raums endlich einen echten gemeinsamen Gipfel? Und wann kommen sich BME und Bundesvereinigung Logistik (BVL) endlich näher? Ungeschriebene Nichtangriffspakte gehören in die Kategorie „überkommene Tradition“. Wer vorrangig darüber grübelt, wie er „seine“ Landsleute und „seine“ Fachbereiche bei sich behält, denkt in Silos und nationalen Grenzen. Wie wir wissen, keine gute Politik. So macht man ungewollt den Weg für andere Wettbewerber frei.


Autorin:

Sabine Ursel, Journalistin, Wiesbaden

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