Disrupting Procurement – neue BME-Veranstaltung in Berlin - Die Zeit für Veränderung ist da – der Einkauf geht voran - Beschaffung aktuell

Disrupting Procurement – neue BME-Veranstaltung in Berlin

Die Zeit für Veränderung ist da – der Einkauf geht voran

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Viele Einkäufer nutzten den ersten Tag des BME-Kongresses „Disrupting Procurement“, um Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Brillen zu testen. Bild: Tanja Marotzke/BME
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Nicht weniger als die Zukunftsfähigkeit des Einkaufs und damit die Frage: Wie kann sich der Einkauf die digitalen Möglichkeiten zu Nutze machen, damit er ihnen nicht letztendlich zum Opfer fällt? stand im Mittelpunkt der neuen Konferenz „Disrupting Procurement“. Anfang April trafen sich 220 Experten, Einkaufsmanager, Start-up-Vertreter und Lösungsanbieter in der Berliner Trendlocation „Spreespeicher“, um die zukünftige Rolle des Einkaufs in einer dynamischen, digitalen Welt zu entwerfen.

Das Umfeld stimmte, das Konzept auch. Im neuen Berliner Szene-Bezirk Friedrichshain nahe der East Side Gallery kamen über 200 Experten zusammen, um Inspirationen und Ideen für die Zukunft des Einkaufs zu sammeln. Und laut Veranstalter hätten es noch mehr sein können, allein die Location, der Spreespeicher, setzte der Veranstaltung die Grenze. So groß war das Interesse der Einkäufer an diesem neuen Thema. Zwei Tage lang diskutierten die Teilnehmer in einer sehr offenen Atmosphäre die Trends und Innovationen der Digitalisierung.

Nick Sohnemann, Trendforscher

Den Anfang machte Nick Sohnemann, Trendforscher und CEO der Innovationsagentur Future Candy GmbH, mit der These: „Viele Geschäftsmodelle werden sich verändern. Doch viele Unternehmen werden den kulturellen Wandel nicht schaffen.“ Sein Rat, um nicht sofort den Anschluss zu verlieren, lautete: „Beginnen Sie mit einem ordentlichen CRM. Damit kann man schon viel schlauer mit den Kunden und Lieferanten kommunizieren.“ Seiner Meinung nach, müsse es nicht gleich der Einsatz von Procurement Bots sein, die selbstständig Lieferanten kontaktieren und automatisch Angebote auswählen. Aber „wer über Einkauf 4.0 spricht, sollte wenigstens Alexa schon einmal genutzt haben“. Die neuen Technologien einfach ausprobieren und Ideen im eigenen Unternehmen umsetzen, ist ein Mittel auch in Zukunft erfolgreich sein zu können.

Shahriar Tabrizi, CPO, Sivantos

Dagegen prognostzierte Shahriar Tabrizi, ehemaliger Siemens-Mann, jetzt CPO beim Hörgerätehersteller Sivantos: „Der Einkäufer ist eine aussterbende Art.“ Er müsse sich jetzt wappnen, um nicht von den Entwicklungen überrumpelt zu werden.

Dazu beschrieb Tabrizi, wie Künstlichen Intelligenzen die operativen Einkaufsprozesse grundlegend verändern werden. Allerdings werde es der Einkauf nicht alleine schaffen, die Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. Diese Veränderungen kosten Geld und müssen deswegen „von oben“ getragen werden. Und dann müsse sich der Einkauf gemeinsam mit anderen Abteilungen an die Arbeit machen.

Torsten R. Petrick, CPO, Schuler

Wie man die Digitalisierung erfolgreich angehen kann, demonstrierte Torsten R. Petrick, CPO bei der Schuler AG, anhand der Veränderungen im Einkaufs seines Unternehmens. Während der Datenaustausch zwischen Maschinen heute schon reibungslos funktioniere, sei das im Wissensaustausch von Mensch zu Mensch längst nicht der Fall. Gestandene Einkaufsmanager liefen nicht selten mit ihren Vorschlägen bei der Produktentwicklung gegen eine Wand. Er initiierte deshalb den Procurement Division Manager und bereitete ihn auf seine neue, zukünftige Aufgabe als Vermittler im Unternehmen hin zu einer offenen Kultur vor. Dabei spielten crossfunktionale Trainings mit den Einkaufsleitern und Produktionsmanagern der Divisionen eine große Rolle, um Agilitäts- und Innovationsbarrieren abzubauen. Allein durch diese Umstrukturierung erhöhte sich der Gewinn, dessen Marge zu 95 % im Einkauf begründet ist.

Andreas Abrath, Director Procurement 4.0, BASF

Die BASF SE hat sogar einen eigenen Direktor Einkauf 4.0: Andreas Abrath berichtet von rund 50 digitale Geschäftsideen von denen bisher fünf bereits umgesetzt wurden. Das Thema „autonomes Fahren“ ist beispielsweise im Ludwigshafener Werksverkehr längst Realität. Riesige Tankcontainer bewegen sich dort automatisch gesteuert und bewirken wesentlich verkürzte Lieferzeit. Ein weiteres Beispiel: Der Einkauf erleichtert durch den Einsatz eines digitalen Tools die Suche der richtigen Materialgruppe in den Shared Service Centern. Dazu hat das Tool die Bestellungen der vergangenen drei Jahre analysiert. Jetzt lernt es selbständig weiter dazu.

Bernd Kohring, Leiter Einkauf, SEW Eurodrive

Am zweiten Kongresstag stellte Bernd Kohring, Leiter Einkauf bei der SEW Eurodrive, die Ausgangsfrage, die sich jeder Einkauf stellen sollte: „Will der Einkauf aktiver Treiber oder nur Unterstützer der Entwicklung sein?“ Anschließend präsentierte er die Möglichkeiten innovativer Sourcingtools und andere Produkte mit digitalen Zusatznutzen wie 3-D-Druck und wie man diese strategisch günstig in den Einkauf integrieren kann.

Speaker’s Corners, Pitches und Panels

Neben den Vorträgen und Erfahrungsberichten holten sich die Teilnehmer in Round Tables, in Speaker’s Corners, Pitches und Panels Impulse für neue Geschäftsmodelle und digitale Werkzeuge.

Besonders gespannt erwartet wurden die Pitches der angekündigten Startups. Fünf Unternehmen haben sich und ihre smarten Produkte vorgestellt. In einer der nächsten Ausgaben von Beschaffung aktuell werden wir Ihnen diese Startups und ihre Ideen vorstellen. Diese Veranstaltung hat gezeigt, wie groß das Interesse der Einkäufer an modernen Ideen und Technologien ist. Und zumindest bei diesen Teilnehmern muss man nicht befürchten, dass der Einkauf die Zukunft verschläft. (sas)

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