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Digitale Einkaufsprozesse – die Schere geht weit auseinander

Barometer Elektronische Beschaffung 2018
Digitale Einkaufsprozesse – die Schere geht weit auseinander

Digitale Einkaufsprozesse – die Schere geht weit auseinander
Bei viele Unternehmen werden im Einkauf viele Prozesse noch händisch erledigt, während andere durchgängig digital arbeiten: eines der zentralen Ergebnisse der BME-Studie „Barometer Elektronische Beschaffung 2018“. Bild: beeboys/Fotolia

Der Einkauf kommt an E-Tools zur Optimierung seiner Prozesse langfristig nicht vorbei. Das haben die meisten Unternehmen erkannt. Allerdings lassen die Nutzungsquoten der Systeme derzeit noch zu wünschen übrig, denn die Mehrheit der befragten Unternehmen haben die „klassischen“ Basisprozesse im Einkauf noch nicht durchgehend digitalisiert. Deshalb müssen diese Firmen einiges tun und den Digitalisierungsgrad steigern. Das sind zentrale Ergebnisse der BME-Studie „Barometer Elektronische Beschaffung 2018“.

Die Untersuchung wurde auch in diesem Jahr gemeinsam von Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky (Universität Würzburg) und Prof. Dr. Holger Müller (HTWK Leipzig) im Auftrag des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) mit den Partnern Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ) sowie der Allocation Network GmbH durchgeführt. An der Befragung nahmen zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 insgesamt 303 Unternehmen aus Industrie, Dienstleistungsgewerbe, Handel und öffentlichen Institutionen teil. Darunter befanden sich zu etwa gleichen Teilen Großunternehmen und mittelständische Betriebe.

„Die diesjährige Umfrage hat klar aufgezeigt, dass die Implementierung digitaler Arbeits- und Produktionsprozesse entlang der gesamten Lieferkette kein Selbstläufer ist. Vor allem Mittelständler tun sich damit noch schwer“, betonte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch.

„In der Digitalisierung geht die Schere zwischen KMU und Großbetrieben weiter auseinander. Unabhängig von der Unternehmensgröße sind sich jedoch alle Befragten sicher, dass die Digitalisierung in ihren Organisationen weiter vorangetrieben wird“, fasste Dr. Holger Müller, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Supply Chain Management, an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, ein weiteres zentrales Umfrageergebnis zusammen. KMU strebten dabei ähnliche Nutzungsintensitäten wie Konzerne an, dürften aber die geplanten Quoten nach Müllers Einschätzung weder kurz- noch mittelfristig erreichen.

„Es ist schon erschreckend, wie wenig fortgeschritten viele Unternehmen hinsichtlich des Einsatzes von E-Tools im Beschaffungsbereich sind. Insbesondere KMU sind hier weiterhin zu wenig aktiv. Wenn man dem die Entwicklungsstrategien führender Unternehmen gegenüberstellt, ist zu befürchten, dass mehr und mehr Firmen digital ‚abgehängt‘ werden und deshalb massive Wettbewerbsnachteile erleiden könnten“, kritisierte Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky, Inhaber des Lehrstuhls für BWL und Industriebetriebslehre an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Fazit: Den vorläufigen Studienergebnissen zufolge hat die Mehrheit der befragten Unternehmen die „klassischen“ Basisprozesse im Einkauf noch nicht durchgehend digitalisiert. Inwieweit auf dieser Grundlage in den nächsten Jahren die „digitale Transformation“ zum Einkauf 4.0 – also die Einführung und Nutzung neuer digitaler Prozesse und Geschäftsmodelle – in der Breite gelingen kann, muss mit einem Fragezeichen versehen werden. Insbesondere KMU sind hier aktuell noch deutlich schlechter aufgestellt als Großunternehmen. Nichtsdestotrotz werden einige Betriebe als Leuchttürme weiter vorangehen. Für die Mehrheit der Firmen heißt es jedoch zunächst, die grundlegenden Beschaffungsprozesse digital in den Griff zu bekommen – und dies in einer Geschwindigkeit, die den Abstand zu den Best-in-Class-Unternehmen nicht noch größer werden lässt. (sas)

Laden Sie die vollständige Studie hier herunter

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