Ein Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Robert Dust, Fakultät ‧Verkehrs- und Maschinensysteme an der Technischen Universität Berlin

Digitalisierung ist ein Muss für neue Geschäftsmodelle

RD_Portrait_Foto_Karoline_Wolf_B0009105_50x76_1c.jpg
Anzeige

Unter dem Begriff Digitalisierung werden derzeit innovative Lösungen für Geschäftsprozesse entwickelt und angeboten. Dabei ist die Digitalisierung von Produkten und Prozessen bereits in den 80er-Jahren erfolgt. Unter Digitalisierung ist heute eher die digitale Vernetzung von Prozessen und Produkten in Echtzeit bei wachsender Größe und Komplexität der Datensätze zu verstehen. Für diese Datenstrukturen existieren mannigfaltige Begriffe wie Data Lake, Big Data und Smart Data. Die sinnvolle Nutzung dieser Datenmengen werden Handel und Industrie vor große Herausforderungen stellen. Doch die Daten bieten auch das Potenzial für neue Geschäftsmodelle, die ohne die digitale Vernetzung von Unternehmensprozessen nicht möglich wären.

Ein Beispiel für ein solches neues Geschäftsmodell, das es früher nicht hätte geben können: Im Auto kann das Navigationsgerät nicht nur auf GPS-, sondern auch auf entsprechend verknüpfte Internetdaten zugreifen. So kann als neues Zwischenziel zum Beispiel ein in der Nähe gelegenes Restaurant empfohlen werden. Geht der Autobesitzer dann dort speisen, erhält das Unternehmen des Autoherstellers eine Prämie, da der Kunde mithilfe des verbauten Navigationssystems vermittelt wurde. Solche Konzepte sind keine Zukunftsmusik mehr. Andere digitale Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel Online-Streaming-Dienste für Filme, sind ebenfalls inzwischen etabliert. Auch sie wären vor der digitalen Transformation der Prozesse und dem Zusammenspiel von mehreren Partnern nicht möglich gewesen.

Wie wir an diesen Beispielen sehen, können die Vorteile einer Digitalisierung nur durch intelligente Methoden zur nutzenorientierten Datenanalyse und Wissensgenerierung erreicht werden. Nur, wer seine Geschäftsprozesse dahingehend digitalisiert, kann den Herausforderungen an zukünftige Geschäftsmodelle in Industrie, Handel und Dienstleistung begegnen. Die Digitalisierung führt also einhergehend mit Industrie 4.0 und dem Internet of Things zu neuen Geschäftsmodellen, die sich zusehends aus branchenübergreifenden Unternehmenskooperationen zusammensetzen.

Es steht somit außer Frage, dass zur Steuerung digitaler Geschäftsmodelle die Unternehmensprozesse in IT-Systemen mit geeigneten Methoden digital abgebildet werden müssen. Die Entscheidung zur Einführung von digitalen Prozessen kann deshalb nicht nur auf der Abwägung erwarteter Effizienzsteigerungen von bestehenden Geschäftsmodellen beruhen, wie sie so oft vom Management diskutiert wird.

Die IT-gestützte Implementierung der erforderlichen Geschäftsprozesse ist eine zwingende Voraussetzung, um der wachsenden Vernetzung, Komplexität und Dynamik digitaler Geschäftsprozesse folgen zu können. Nur so können neue und innovative Geschäftsmodelle entstehen, die Unternehmen bei ihrem Weg in die digitale Zukunft nicht fehlen dürfen. Die Bedeutung der Digitalisierung für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und des Unternehmenserfolges erlaubt kein Zaudern. Die Kultur des Abwartens, ob sich vorhandene, innovative Lösungen auch tatsächlich in Unternehmen bewähren, muss dem Mut weichen, diese Lösung als Wettbewerbsvorteil zu erkennen und auch als Erster zu nutzen.


Prof. Dr.-Ing. Robert Dust, Fakultät ‧Verkehrs- und Maschinensysteme an der Technischen Universität Berlin. Bild: Karoline Wolf

Anzeige

Aktuelles Heft

Newsletter


Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de