Kunststoffverarbeitung

Durchgängige Kreislaufwirtschaft

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Obwohl Kunststoff ein hochwertiger Werkstoff ist, wird derzeit nur etwa die Hälfte der Kunststoffabfälle wiederverwertet. Gefragt sind effektive Recyclingverfahren für mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen. Pöppelmann führt deshalb jetzt auch Schutzelemente aus 100 Prozent Reziklat im Programm.

Ein Beispiel, wie Kreislaufsysteme erfolgreich in betriebliche Prozesse integriert werden und für mehr Nachhaltigkeit sorgen, liefert Pöppelmann. Der kunststoffverarbeitende Betrieb aus dem niedersächsischen Lohne setzt seit über 20 Jahren in unterschiedlichen Sparten Rezyklate ein. Die neue Initiative „Pöppelmann blue“ bündelt intern alle Aktivitäten, die auf eine durchgängige Kreislaufwirtschaft mittels Recycling abzielen. Das Ziel: die Wiederverwertungsquote von Kunststoff steigern und Materialkreisläufe schließen.

Damit geht die Pöppelmann-Initiative mit den Vorgaben der EU-Kunststoffstrategie konform. „Im Recycling sehen wir die effizienteste Nutzung der Rohstoffe und unserer Produkte – und langfristig eine Reduzierung des Einsatzes von Kunststoffneuware. Mit Pöppelmann blue streben wir einen geschlossenen Materialkreislauf an, bei dem der verwendete Kunststoff aus ein- und derselben Wertschöpfungsstufe stammt“, sagt Matthias Lesch, Leiter Marketing, Innovation und Vertrieb bei Pöppelmann.

Schutzelemente aus 100 Prozent Reziklat

Die Division Pöppelmann Kapsto ist der weltweit führende Hersteller für Kappen und Stopfen, die sensible Bauteile im Industriebereich vor Beschädigung und Verunreinigung schützen. Anstatt die Einwegartikel nach Gebrauch zu entsorgen, setzt Pöppelmann auf einen geschlossenen Materialkreislauf. In Pilotprojekten mit Kunden erprobt das Unternehmen das Sammeln und Rückführen der Elemente. So verwendet die Grimme Landmaschinenfabrik zum Schutz von Überwurfmuttern an Hydraulikleitungen Sechskantkappen von Pöppelmann. Nach Verwendung, Sammlung und Rückführung werden die zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial bestehenden Elemente erneut zu 100 Prozent recycelt und wiederverwertet: ein vollständig geschlossener Materialkreislauf.

Pünktlich zur Hannover Messe 2019 bringt Pöppelmann Kapsto zwei Normreihen in der Farbe Recycling Blue auf den Markt: GPN 608, ein Kegelverschluss mit seitlicher Lasche, und GPN 610, ein Universalschutz in konischer Form. Die Artikel bestehen aus 100 Prozent Reziklat und sind direkt ab Lager verfügbar.

Kreislauffähige Beutelverpackungen

Pöppelmann Famac entwickelt und produziert Komponenten sowie Verpackungen aus Kunststoff. Diese erfüllen höchste Sicherheitsanforderungen, unter anderem der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Die Entwicklungsarbeit hat vollständig kreislauffähige Beutelverpackungen zum Ziel, die nach Gebrauch wieder als Rohstoff zur Verfügung stehen – ein geschlossener Materialkreislauf. Die Herausforderung: Auch wenn bei den Verpackungen für die Lebensmittelindustrie technisch ein geschlossener Materialkreislauf realisierbar ist, müssen zusätzlich die besonderen regulatorischen Vorschriften für Lebensmittel beachtet werden. Da es hier noch keine zertifizierten Recyclingprozesse gibt, steht die Division im Austausch mit der Lebensmittelindustrie, dem Handel und
Forschungseinrichtungen, um nachhaltige Lösungen weiter voranzutreiben. „Unsere
Vision ist, dass aus jedem Kunststoffartikel wieder ein vergleichbarer Artikel auf gleicher Wertstufe entsteht“, sagt Pöppelmann-
Technologie-Scout Benjamin Kampmann.


Hannover Messe 2019

Zulieferlösungen im Fokus

Leitthema der Hannover Messe vom 1. bis
5. April 2019 ist „Integrated Industry – Industrial Intelligence“ – die digitale Vernetzung von Mensch und Maschine in Zeiten der künstlichen Intelligenz. Sie wird auch auf der Leitmesse für innovative Zulieferlösungen und Leichtbau thematisiert: der Industrial Supply (Halle 3 bis 5). Mehr als 1200 Aussteller zeigen Zulieferlösungen auf Basis von Hightech-Materialien und -prozessen. Einkäufer, Konstrukteure und Entwickler erhalten ein umfassendes Bild aktueller Verfahren und Werkstoffe sowie Lösungen speziell im Bereich Oberflächentechnik und Leichtbau (Halle 5). Zentraler Anlaufpunkt: die Integrated Lightweight Plaza.


Till Achim Lobenstein, Freier Redakteur in Hannover

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