Deloitte CPO-Survey 2019

Steigende Risiken für den Einkauf

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Die fast unendlichen Strukturen von Schneeflocken zeugen von großer Komplexität auf kleinstem Raum. Ähnlich komplex ist ein Unternehmen. Bild: maykal/stock.adobe.com
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„61 Prozent der Befragten stellen mit Blick auf ihren Einkauf einen Anstieg der Risiken fest“, sagt Michael Wiedling, Director im Sourcing & Procurement Practice von Deloitte. Das zeigt eine Deloitte-Umfrage unter knapp 500 Führungskräften im Einkauf. „Verlässliche Handelsbeziehungen, eine entscheidende Voraussetzung für jeden Einkäufer, werden durch aktuelle geopolitische Entwicklungen und neue Abgaben infrage gestellt“, so Wiedling. Anders als in den vergangenen Jahren sind die Herausforderungen für Einkäufer nicht mehr nur innerbetriebliche Herausforderungen, sondern vor allem geopolitische Risiken und das Ende alter Gewissheiten. Obwohl 61 Prozent mehr Risiken sehen, sagen lediglich 41 Prozent der befragten Einkäufer, dass sie nach eigener Aussage darauf vorbereitet sind.

Der drohende wirtschaftliche Abschwung und die Deflation sind für die meisten Befragten die größte Gefahr (42 %). Handelskonflikte und der Brexit liegen auf den Plätzen vier (33 %) und sechs (23 %). An zweiter, dritter und fünfter Stelle der größten Unsicherheitsfaktoren stehen innerbetriebliche Themen wie Komplexität des eigenen Unternehmens (39 %), die Steuerung von Megalieferanten (37 %) und die digitale Fragmentierung des eigenen Unternehmens (29 %).

Die Gunst der Stunde nutzen

Einige Unternehmen gehen mit diesen Herausforderungen aktiver um, das aktuelle Marktrisiko wird für sie zur Chance. „Die derzeitige Konjunktur sowie die Digitalisierung schaffen neue Möglichkeiten, denn der Kostendruck eröffnet dem Einkauf neue Kooperationen mit anderen internen Funktionen“, sagt Wiedling.

Doch nicht alle Unternehmen sind optimal vorbereitet. Die Datenqualität in der eigenen Organisation ist die größte Herausforderung für 60 Prozent der Befragten. 40 Prozent kämpfen mit ihrer zu stark individualisierten IT-Landschaft, die eine aussagekräftige Datenanalyse beeinträchtigt. Geringe Budgets und unklare Kosten-Nutzen-Rechnungen weisen zudem darauf hin, dass es vielen CPOs schwerfällt, einen überzeugenden Business Case für neue digitale Lösungen aufzumachen.

Einkauf ist zu wenig vernetzt

„Chief Procurement Officers müssen sich als Businesspartner stärker profilieren“, sagt Wiedling. „Nur 26 Prozent betrachten ihren Fachbereich als sehr gut positioniert. Denn der Einkauf ist mit wichtigen Funktionen wie IT, Finance oder Operations nur bedingt vernetzt.“ Eine stärkere Vernetzung versetzt ihn in die Lage, crossfunktionale Lösungen wie optimierte Spezifikationen oder die Integration von Lieferanten zur Kostensenkung zu nutzen. „Wir empfehlen daher, für jede Partnerfunktion des Einkaufs den Reifegrad der Beziehung zu evaluieren, Fachabteilung und Einkauf eng zu verzahnen und die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen“, so Wiedling. Vor diesem Hintergrund wird Weiterbildung zu einem zentralen Thema für zahlreiche CPOs, in Kernbereichen des Einkaufs (Category Management, Verhandlungsführung), aber auch bei Zukunftsthemen wie Datenvisualisierung oder Analytics. „Der Schwerpunkt der Digitalisierung im Einkauf liegt heute bei reifen Applikationen im Bereich Source-to-Pay, Purchase-to Pay und Vertragsmanagement, mit denen operative und strategische Prozesse automatisiert werden. Die Chancen, die durch den Einsatz von Analytics oder künstlicher Intelligenz in der Entscheidungsfindung entstehen, werden bislang zu wenig genutzt. Wir empfehlen daher, eine starke digitale Vision zu entwickeln und diese schrittweise umzusetzen, eng abgestimmt auf die Bedürfnisse der internen Kunden“, sagt Wiedling. (sd)

Englische Studie kostenlos downloaden:

http://hier.pro/YgHPd

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