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Transportkosten explodieren, Lieferzeiten verlängern sich

Angespannte Frachtsituation
Transportkosten explodieren, Lieferzeiten verlängern sich

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Die Schließung des Containerhafens Yantain beansprucht die globalen Lieferketten fast bis zum Reißen. Folge: Preissteigerungen bei Frachtkosten um bis zu 600 Prozent. Bild: Weiming/stock.adobe.com
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Exorbitante Steigerungen bei den Frachtkosten, Transportkosten waren noch nie so hoch wie jetzt. Die weltweite Verschiffung eines handelsüblichen 40-Fuß-Containers kostet derzeit knapp 8800 Dollar, wie aus dem Preisindex der Londoner „Drewry Shipping Consultants“ hervorgeht. Der Preis für den Transport eines Containers liegt aktuell für die Route Shanghai-Rotterdam derzeit bei 12.795 USD.

Ein Hintergrundbericht: Die globale Situation im Transportbereich und vor allem im Import Warenhandel sollte sich nach einem Blick in die Glaskugel zum Jahresende 2020 eigentlich im Bereich Chinese New Year 2021 wieder etwas entspannen. So sah jedenfalls die Prognose aus. Grund für diese Annahme waren zum einen die leichte Entspannung im Transportsektor nach den über einen sehr langen Zeitraum anhaltenden Auswirkungen durch Covid in asiatischen Raum. Zum anderen vermutete man, dass sich die Verknappung der Transportcontainer und die Auslastung der Schiffe wieder etwas normalisieren würde.

Nach Corona der Stau im Suez-Kanal

Dann fuhr sich der Frachter „Ever Given“ im Suezkanal fest, was die gesamte Verbesserung wieder etwas zurückwarf. Lieferungen verzögerten sich um Wochen, sei es dadurch, dass sich die Waren auf dem betroffenen Schiff befanden oder dadurch, dass Schiffe die Route um Südafrika fahren mussten, weil die reguläre Route durch den Suezkanal versperrt war.

Zu diesem Zeitpunkt bereit waren Transportkosten auf das Vielfache angestiegen.

Drastische Corona-Maßnahmen in Yantian

Nun jedoch zeigt sich eine weitere Situation, die noch viel größere Auswirkungen nach sich ziehen wird als die Havarie der „Ever Given“: Der Hafen Yantian im chinesischen Guangdong ist einer der wichtigsten und größten Transporthäfen weltweit. Viele asiatische Produzenten nutzen diesen als Abfahrtshafen. Vor allem die Elektronikindustrie in diesem Bereich transportiert seine Waren abgehend Yantian.

Nun entdeckten im Mai entdeckten die chinesische Gesundheitsbehörde rund um den Yantian-Hafen in Shenzhen Fälle der Corona-Delta-Variante. Chinas Reaktion war drastisch: Fast eine Woche war der nach Singapur und Shanghai größte Containerhafen der Welt komplett stillgelegt, ehe der Betrieb Schritt für Schritt wieder aufgenommen werden konnte. Jene Unterbrechung reichte jedoch aus, um die bisher größte Unterbrechung globaler Lieferketten zu erzeugen.

16 Tage Wartezeit vor dem Hafen

Während der Coronamaßnahmen in Yantian mussten sämtliche Frachter bis zu 16 Tage warten, nur um am Hafen anlegen zu dürfen. Vor den Hafengewässern bildete sich zeitweise ein Stau von über 130 Container-Schiffen, die vor allem auf Ladungen an Elektronikwaren warteten. Noch einen Monat nach Einführung der ersten Auflagen lag der Betrieb erst bei rund 70 Prozent, seit Anfang Juli spricht Maersk von einer „Produktivität auf 85 Prozent des Normalniveaus“. (Quelle: Stuttgarter Nachrichten vom 11.7.2021)

Situation bleibt kritisch

Freie Container zu finden ist momentan eine anstrengende und vor allem enorm kostenintensive Aufgabe. Es stauen sich so momentan die Abfahrten der Waren auf Wochen. Spediteure berichten von vollen Warenlagern im Hafen von Yantian in riesigen Mengen und täglich neu dazukommenden Buchungen in großen Mengen, weil sich an der insgesamt angespannten Buchungssituation durch die geschilderten Probleme nicht wirklich etwas geändert hat.

Dies führt momentan zu einem finanziell enorm großen Anstieg der Transportkosten, denn auch für die Reedereien selbst haben sich keine neuen Container aus der Luft gebildet. Die Produktion von zusätzlichen Containern läuft auch Hochtouren, braucht selbst nur ihre Zeit und verursacht aufgrund der enormen Nachfragen natürlich wahnsinnige Kosten.

Hohe Aufschläge für Buchungen

Buchungen von Transportplätzen auf den Schiffen sind momentan ausschließlich mit besonderen Aufschlägen zu gewährleisten. Andernfalls verzögern sich die Abfahrten der Waren teilweise um Wochen, wenn nicht gar komplette Monate. Stornierungen von Buchungen sind teilweise nur eingeschränkt möglich und verursachen teilweise bei kurzfristigen Absagen die vollen Transportkosten, selbst wenn die Waren nicht verschifft werden. Änderungen an Buchungen verursachen momentan Gebühren in Höhen, für die man in 2018 oder 2019 komplette Container transportieren konnte.

In Zahlen ausgedrückt liegen aktuelle Transportkosten im Bereich von 600% – 700% des vorher üblichen Niveaus.

Preisteigerungsraten um fast 600 Prozent

Und wenn die Waren auf dem Schiff sind und endlich transportiert werden können ist das Drama noch nicht vorbei. In den großen Häfen in Europa, die häufig als Zielpunkt der Transporte aus Yantian oder ähnlichen asiatischen Häfen fungieren stauen sich die Schiffe und die Waren in der Abfertigung. Auch hier ergeben sich teilweise Verzögerungen von mehreren Wochen bis die Ware gelöscht, verzollt und abtransportiert werden kann.

Dieses Problem im richtigen Licht siehst so aus, dass vor den großen Häfen der Welt momentan Schiffe in groß zweistelligen Anzahlen ankern und warten, bis im Hafen ein Platz vorhanden ist.

All dies führt dazu, dass importierte Waren aktuell teurer werden und länger dauern müssen. Derzeitig erreichen Transportkosten teilweise die gleichen Höhen wir die zu transportierenden Waren selbst. Natürlich ist dieser Anstieg nicht mehr ohne Auswirkungen zu verkraften. (sas)

Quellen:
pulsa.de
stuttgarter-nachrichten.de

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