Daimler-Chef geht in Rente

Zetsche sagt Tschüss

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Bild: Daimler
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Auf der gestrigen Hauptversammlung der Daimler AG gab das Unternehmen bekannt, dass der langjährige Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Zetsche (66) sein Mandat zum Ende der Versammlung niederlegt. Der Aufsichtsrat beabsichtigt, nach Ablauf der zweijährigen Cooling-off-Periode zur Hauptversammlung 2021 die Wahl von Zetsche in den Aufsichtsrat vorzuschlagen.

„Mit Dieter Zetsche geht ein Ausnahmemanager“, sagt Manfred Bischoff, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Daimler AG, „Er hat Daimler erfolgreich auch durch schwieriges Terrain zurück an die Spitze geführt und gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den tiefgreifenden Wandel des Unternehmens vorangetrieben. Unter seiner Leitung hat sich Daimler die Grundlage für eine gute Zukunft erarbeitet. Ihm gebührt unser uneingeschränkter Dank.“

Eine lange Karriere geht zu Ende

Zetsche begann 1976 bei Daimler in der Nachwuchsgruppe und hat eine Vielzahl von Stationen in leitender Funktion erfolgreich durchlaufen. Der promovierte Elektrotechnik-Ingenieur war unter anderem in leitenden Positionen im Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge in Brasilien, Argentinien und den USA tätig, bevor er 1995 als Vertriebsverantwortlicher in den Vorstand der Mercedes-Benz AG und dann als Vorstandsmitglied des Geschäftsfelds Nutzfahrzeuge berufen wurde. Im Jahr 2000 wurde er CEO und Präsident von Chrysler, 2005 Leiter der Mercedes-Benz Car Group und zum Jahresanfang 2006 Vorstandsvorsitzender der Daimler AG.

Nachfolger steht fest

Mit Ende der Hauptversammlung übernahm Ola Källenius die Verantwortung als Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter von Mercedes-Benz Cars. „Mit Ola Källenius berufen wir einen anerkannten, international erfahrenen und erfolgreichen Manager aus dem eigenen Hause, der ebenfalls Menschen für eine Sache begeistern kann, zum Vorstandsvorsitzenden und Leiter Mercedes-Benz Cars“, sagt Bischoff, „Zugleich setzen wir damit auf die bewährte doppelte Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden, der auch die Leitung des größten Geschäftsfelds von Daimler innehat.“

Källenius trat 1995 in den Konzern ein und wurde nach Übernahme mehrerer nationaler und internationaler Management-Funktionen mit Wirkung zum Januar 2015 zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG mit dem Ressort Mercedes-Benz Cars Vertrieb berufen. Im Januar 2017 übernahm er das Ressort Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Nachfolger von Källenius im Daimler-Vorstand ist Markus Schäfer. Er ist für das Ressort Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung zuständig. Zusätzlich wird Schäfer bei Mercedes-Benz Cars für Einkauf und Lieferantenqualität verantwortlich sein.

Neue strategische Ausrichtung

Die Aktionärinnen und Aktionäre der Daimler AG haben bei der Hauptversammlung mit großer Mehrheit für einen Umbau des Daimler-Konzerns gestimmt. Damit wird der Weg für den Konzern frei, das Pkw- und Van-Geschäft sowie das Lkw- und Bus-Geschäft durch eine Ausgliederung auf rechtlich selbstständige Einheiten zu übertragen. Die neue Konzernstruktur, auch Projekt Zukunft genannt, wird mit der Eintragung der Ausgliederung in das Handelsregister wirksam.

Die Mercedes-Benz AG wir dabei die heutigen Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans verantworten, während die Geschäftsfelder Daimler Trucks und Daimler Buses in der Daimler Truck AG zusammengefasst werden. Die bereits rechtlich selbstständige Daimler Financial Services AG wird ab dem 24. Juli 2019 Daimler Mobility AG heißen. Die beiden neuen Gesellschaften werden wie die heutige Daimler AG und die künftige Daimler Mobility AG mitbestimmte deutsche Aktiengesellschaften mit Sitz in Stuttgart sein.

Die Daimler AG als börsennotierte Dachgesellschaft wird Governance-, Strategie- und Steuerungs-Funktionen der drei neu strukturierten Bereiche wahrnehmen sowie konzernübergreifende Dienstleistungen erbringen. Mit dem Umbau will Daimler seinen Geschäftsfeldern mehr unternehmerische Freiheiten geben, die Markt- und Kundenorientierung stärken sowie Kooperationen einfacher und schneller ermöglichen.

Mehr Sicherheit für Mitarbeiter

„Die neue Struktur ist eine klare Vorwärtsstrategie, mit der wir unsere Schlagkraft erhöhen und langfristig Beschäftigung sichern. Das war für uns als Gesamtbetriebsrat von Anfang an oberstes Ziel bei allen Entscheidungen zu Projekt Zukunft. Die Vereinbarung, die wir im Rahmen von Projekt Zukunft verhandelt haben, bringt an erster Stelle für die Kolleginnen und Kollegen Sicherheit: Durch die Zukunftssicherung 2030 sind betriebsbedingte Kündigungen für Mitarbeiter der Daimler AG ausgeschlossen. Eine Transformationszusage gewährleistet für jeden Beschäftigten eine angemessene Aufgabe in Zeiten des Wandels“, sagte Michael Brecht, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Daimler AG.

Und weiter: „Dazu kommt Sicherheit für die deutschen Standorte durch die Investitionszusage von 35 Milliarden Euro. Auch in Zukunft werden wir uns mit einem konzernübergreifenden Gesamtbetriebsrat um die Interessen der Mitarbeiter kümmern. Die neuen Einheiten werden mitbestimmte Gesellschaften mit paritätisch besetzten Aufsichtsräten sein. Die Mobilität der Zukunft wird spannend mit vielen neuen Chancen. Wir bei Daimler werden sie nutzen.“ (sd)

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