Schnittstelle Mensch-Maschine - Ein Schlüssel zu wegweisendenEntwicklungen für Hochdruckreiniger - Beschaffung aktuell

Schnittstelle Mensch-Maschine

Ein Schlüssel zu wegweisendenEntwicklungen für Hochdruckreiniger

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Wenn es um Reinigungsaufgaben im industriellen, gewerblichen oder öffentlichen Bereich geht, gehören Hochdruckreiniger zu den am häufigsten genutzten Geräten. Vielseitig einsetzbar, beseitigen sie nahezu jede Verschmutzung. Eine wichtige Voraussetzung für den effizienten Einsatz ist, dass Technik und Handhabung ermüdungsfreies Arbeiten auch bei stundenlangem Einsatz zulassen. Kärcher hat nun eine neueartige Pistole vorgestellt, die den Werker weniger ermüden soll.

Hochdruckreiniger sind im Prinzip alle ähnlich aufgebaut. Wer jedoch über längere Zeit mit verschiedenen Modellen arbeitet, wird schnell erhebliche Unterschiede feststellen – unabhängig von Leistungsdaten wie maximaler Arbeitsdruck oder Fördermenge. Es sind vor allem Aspekte rund um die Bedienung des Geräts, und hier insbesondere Fragen der Ergonomie, die dem Anwender einen effizienteren Einsatz ermöglichen. Aufbauend auf einer umfassenden Marktanalyse und unterstützt durch eine umfangreiche Anwenderbefragung hat der Marktführer für Reinigungstechnik, Kärcher, seine Kalt- und Heißwasser-Hochdruckreiniger für den professionellen Einsatz analysiert. Dabei wurde die Pistole als das Zubehörteil identifiziert, das noch Potenzial für Verbesserungen beinhaltet – speziell unter ergonomischen Gesichtspunkten. Der oft stundenlange Einsatz fordert hohe Konzentration und Kraft. Und hier bietet die Pistole, als wichtigste Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, interessante Ansatzpunkte. Denn mit einer Verbesserung der ergonomischen Handhabung, wird die Leistungsfähigkeit des Bedieners unterstützt und somit die Effizienz der Arbeit gesteigert. So können beispielsweise hohe Halte- oder Zugkräfte am Auslösehebel die Finger schnell ermüden lassen. Ein unpräzises Führen der Sprühlanze oder immer wiederkehrende Arbeitsunterbrechungen zum Lösen der verkrampften Hand, sind dann noch die harmloseren Folgen.

Auch das Auf- oder Umrüsten wurde von den Befragten häufig als zeitraubend und anstrengend beschrieben. Lassen sich Entriegelungshebel oder Verschlüsse nur mühsam öffnen, um einen Hochdruckschlauch zu montieren oder ein Strahlrohr oder eine Düse auszutauschen, ist die Freude an der Arbeit meist schon vorüber, bevor sie überhaupt erst richtig begonnen hat. Als besonderes Ärgernis empfinden Anwender zudem undichte Ventile. Neben ständig tröpfelndem Wasser, kann besonders bei einer längeren Arbeitsunterbrechung der Druck wegen des undichten Ventils in der Pistole nachlassen, und der betriebsbereite Hochdruckreiniger springt unvermittelt an, um vermeintlich wieder mit seiner Arbeit zu beginnen. Wer dies ausschließen will, muss das Gerät wegen dieses Defektes bei jeder Arbeitspause vollständig ausschalten.
Neue Gerätegeneration soll den Arbeiter weniger ermüden
Obwohl die bisherigen Gerätegenerationen von Kärcher insgesamt und die Pistole im Besonderen bezüglich Handhabung und Technik wenig Grund zur Klage gaben, wurde letztere, aufbauend auf den Erkenntnissen der Anwenderbefragung, umfassend überarbeitet. Auffälligstes Merkmal ist der erstmals an der Rückseite des Griffs eingebaute Auslösehebel. Nimmt der Anwender die Hochdruckpistole in die Hand, muss er den Abzug nicht mehr mit den Fingern ziehen, sondern kann diesen jetzt mit dem Handballen beziehungsweise mit der Mittelhand in den Griff schieben. Lediglich zur Entriegelung muss mit dem Zeigefinger ein Sicherungsschalter gedrückt werden. Eine einmalige Betätigung genügt. Die neue Hebelanordnung an der Rückseite bietet zudem den Vorteil, dass zu ihrem Halten während des Betriebs kaum Kraft aufgewendet werden muss. Die nötige Haltekraft wird quasi als Nebenprodukt über den stetigen Rückstoß des Hochdruckstrahls zur Verfügung gestellt. Damit dieser Effekt zuverlässig funktioniert, bilden Sprühlanze, Pistole und Auslösehebel eine Werkzeugarbeitsebene, sodass der Rückstoß als gerade wirkende Kraft in den Unterarm des Anwenders läuft. Der notwendige Kraftaufwand zum Führen beziehungsweise Bedienen der Hochdruckpistole und zum Halten des Hebels wird so von der schnell ermüdenden Muskulatur der Hand auf die großen Muskelsysteme des Unter- und Oberarmsystems verlagert. Für den Anwender bedeutet dies, dass er bei einem Winkel zwischen Unter- und Oberarm von rund 90 bis 120 Grad lediglich eine Kraft beim Arbeiten mit der „EASY!Force“ Pistole während der Reinigung aufbringen muss. Die Haltekraft für den Auslösehebel fällt weg. Hierdurch werden die Muskulatur der Finger und der Hand deutlich entlastet.
Der Münchener Mediziner, Dr. Marius Pfaller, erläutert: „Das Verrichten von Haltearbeit ist eine der größten Belastungen für den Bewegungsapparat des Menschen. Diese ergonomisch durchdachte Lösung unterstützt den Anwender erheblich und ermöglicht praktisch ermüdungsfreies, lang andauerndes Arbeiten mit dem Hochdruckreiniger.“
Auch das Abschalten des Sprühstrahls wurde durch die neue Anordnung erheblich erleichtert. Ein leichtes Lösen des Handballens genügt und der Betätigungshebel springt in die Stopp-Stellung. Um ein unbeabsichtigtes erneutes Auslösen zu verhindern, wird er dabei automatisch vom Sicherungsschalter verriegelt. Damit die Hochdruckpistole sowohl von Rechts- wie auch von Linkshändern bedient werden kann, sind die Haltegriffe symmetrisch angelegt. Optional kann hier zusätzlich eine stufenlos drehbare Halterung angebracht werden. Speziell wenn bei 250 bar unter Volllast gearbeitet wird, ermöglicht diese eine sichere Führung der Sprühlanze. Darüber hinaus trägt sie ebenfalls zur Entlastung der Muskulatur des Arm-Handsystems bei, da die Hochdruckpistole im ergonomisch günstigen acht Grad-Schulterwinkel-Bereich leicht seitlich vom Körper gehalten werden kann. Auch technische Details, wie die Anschlussmöglichkeit von Anbauteilen, zum Beispiel der Düsen oder anderen Sprühvorsätzen, wurden hinsichtlich des Stands der Technik und Funktionalität hinterfragt. Insbesondere ihre Wechselgeschwindigkeit stand hier im Fokus der Analyse. Um die bewährte Robustheit der Drehverschlüsse beizubehalten, aber gleichzeitig ihr Öffnen und Schließen wesentlich zu beschleunigen, wurde als Lösung ein viergängiges Trapezgewinde entwickelt. Bei einer Steigung von 6 mm reicht eine einzige 360 Grad Drehung für eine kraftschlüssige Verbindung beziehungsweise zum Öffnen. Das System, das unter dem Markennamen „EASY!Lock“ patentiert wurde, wird zukünftig bei allen neuen Hochdruckreinigern der Professional-Serien zum Einsatz kommen. Es ist aber auch für ältere Geräte mittels eines speziellen Adapters nachrüstbar. Die düsenseitige Dichtung des Gewindes am Strahlrohr (O-Ring) wurde auch überarbeitet. Sie sitzt jetzt radial direkt vor dem Haltegewinde. Dadurch sei die Dichtung langlebiger und könne nicht mehr herausfallen. ag
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