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Prozesskosten mit Kanban reduzieren

Optimierung der Wiederbeschaffungsprozesse
Prozesskosten mit Kanban reduzieren

An den Standorten Bielefeld und Seebach hat DMG Mori das Teilemanagement für Schrauben und andere Verbindungselemente von Böllhoff auch auf höherwertigere B-Teile ausgeweitet.

Eine optimale Teileversorgung ist in der Fertigung von Werkzeugmaschinen essenziell. Das gilt für Kernkomponenten genauso wie für B- und C-Teile wie Schrauben, andere Verbindungselemente und Montagesysteme. Sind diese nicht vorrätig, droht ein Produktionsstillstand. Im Bielefelder Werk und am Standort Seebach hat DMG Mori die Prozesse rund um die Beschaffung solcher Artikel mit Böllhoff und seinem Kooperationspartner P. S. Cooperation optimiert. Das entlastet zum einen den Einkauf, zum anderen verbessert es die Teileverfügbarkeit. Resultierend daraus sinken auch die gesamten Prozesskosten.

„B- und C-Teile haben auf Kostenebene keinen allzu prominenten Anteil an einer Werkzeugmaschine, aber die Prozesse rund um die effiziente Beschaffung und gute Bevorratung dieser Teile ist immens“, erklärt Timo Rickermann, Chief Purchasing Officer (CPO) bei der DMG Mori Aktiengesellschaft. Am Beispiel der Artikel von Böllhoff zeige sich das Potenzial der Prozessoptimierung. Die Böllhoff Gruppe, Spezialist für 360° Grad Verbindungstechnik und ebenfalls in Bielefeld ansässig, ist seit vielen Jahren ein bevorzugter Beschaffungspartner von DMG Mori. „Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit und schätzen die Nähe allein aus ökologischer Sicht.“ Dennoch überprüfe der Werkzeugmaschinenhersteller die Wettbewerbsfähigkeit seiner Lieferanten regelmäßig.

Mit dem Böllhoff Ecosit System und el/ka/sy zum Kanban-Prozess

In einem Projekt rund um das Teilemanagement von B-Teilen hat Böllhoff mit dem Kooperationspartner P. S. Cooperation seine Wettbewerbsfähigkeit erneut unter Beweis gestellt. „Im Bereich der C-Teile hatten wir mit Unterstützung von P. S. Cooperation bereits einen reibungslosen Kanban-Prozess in Form des Böllhoff Ecosit Systems eingeführt“, erinnert sich Timo Rickermann. Diese Zusammenarbeit habe man nun auch auf die höherwertigen B-Teile ausgeweitet, um von den Vorteilen der Kanban-Versorgung zu profitieren. Denn sie ermöglicht einen gleichmäßigen Materialfluss und reduziert Lagerbestände.

Auf dem Weg zu diesem Kanban-Prozess stand eine Technologietransformation im Vordergrund. „Von einem konventionellen Bestellsystem und -verfahren hin zu einer digitalisierten Methode der RFID-Bestellsystematik“, so Timo Rickermann. „Der Transformationsprozess besteht im Wesentlichen daraus, die relevanten Teile weg von einer Montageversorgung über ein Zentrallager bezogen auf die jeweiligen Baureihen hin zu einer dezentralen, digitalen Kanban-Versorgung an die einzelnen Montageplätze.“

So reduziere man Nebenzeiten in der Endmontage deutlich. Folglich steigt die Effizienz. Auch den Informationsfluss habe man optimiert, ergänzt Timo Rickermann: „Von Einzelbestellungen zur zentralen Einlagerung hin zur automatischen Kanban-Versorgung über RFID-Tags.“ Der Bedarf werde hier vom Montageplatz über das el/ka/sy System von P. S. Cooperation direkt an den Lieferanten übermittelt. Auch diese Prozessoptimierung hat zur Effizienzsteigerung beigetragen.

Ein Baustein in der Prozessoptimierung war eine Tulip-App zur Steuerung der Kommissionierung und des Verbrauchs. „Da neue Technologien beim Personal oft auf anfängliche Skepsis oder Distanz stoßen, haben wir hierbei unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der Logistik frühzeitig eingebunden“, blickt Timo Rickermann auf die Entwicklung der App zurück. Dadurch ist ein perfektes Zusammenspiel zwischen Tulip und dem Böllhoff-Ecosit-System realisiert worden. „Andererseits konnten wir die Bereitschaft zur Prozessüberarbeitung von Anfang an sicherstellen.“

Prozessevaluierung und kontinuierliche Weiterentwicklung

DMG Mori stellt diesen Prozess immer wieder auf die Probe. Timo Rickermann dazu: „Durch Schulungen und Montagebegehungen mit unseren Konstrukteuren und Technologen von Böllhoff erwarten wir einen signifikanten Sprung der Standardisierung und einen Input für neue technologische Fertigungsverfahren.“

Die Fehlteilanalyse auf Artikelebene sei sehr positiv. „Im Bereich der C-Teile gibt es nahezu keine Fehlteile mehr. Das streben wir auch für die B-Teile an.“ Auch die Störzeiten in der Endmontage habe man reduziert.

„Primäres Ziel ist es, diese Prozesse robust zu gestalten um eine nahtlose Versorgung mit maximaler digitaler Integration zu gewährleisten“, findet Timo Rickermann. Deshalb werde an diesen Themen kontinuierlich gearbeitet. „Schließlich verändert sich auch die DMG-Mori-Fertigung. Ein finaler Stand kann demnach nie erreicht werden.“ Für die weitere Optimierung arbeite man am Einsatz neuer Technologien, etwa dem Einsatz der el/ka/sy e-Labels und Push-Button, immer mit dem Ziel, Bedarfe in Echtzeit zu ermitteln und somit die Effizienz des Gesamtsystems zu optimieren. (sas)

Blick in die Montagehalle bei DMG Mori in Bielefeld.
Bild: DMG Mori

Böllhoff

Böllhoff ist weltweit Partner für 360° Verbindungstechnik mit Montage- und Logistiklösungen. Als Verbindungsspezialist kennt das Unternehmen die spezifischen Anforderungen seiner Kunden aus allen Industrien und unterstützt sie dabei, erfolgreiche Verbindungen zu schaffen.
Im Jahr 2020 erwirtschaftete Böllhoff mit mehr
als 3000 Beschäftigten einen Umsatz von 545 Mio. Euro.“

 


DMG Mori

Die DMG Mori Aktiengesellschaft ist ein weltweit führender Hersteller von Werkzeugmaschinen mit einem Umsatz von über 1,8 Mrd. Euro und rund 6700 Mitarbeitern. Gemeinsam mit der DMG Mori Company Limited liegt der Umsatz bei rund
2,7 Mrd. Euro. In der „Global One Company“ arbeiten rund 12.000 Mitarbeiter. Mit 138 Vertriebs- und Servicestandorten – davon 15 Produktionswerke – ist der Konzern weltweit präsent und beliefert über 100.000 Kunden aus 54 Branchen in 86 Ländern.
Die hohe Diversifikation macht DMG Mori auch in herausfordernden Zeiten zu einem starken und verlässlichen Partner. Ganzheitliche Automatisierungs- und durchgängige Digitalisierungslösungen erweitern das Kerngeschäft der Dreh- und Fräsmaschinen, den Advanced Technologies (Ultrasonic, Lasertec) und Additive Manufacturing.


P. S. Cooperation

Die P. S. Cooperation GmbH ist seit 20 Jahren als
innovativer Systemdienstleister für Beschaffungssysteme auf dem Markt. Sie verfolgt eine schlanke und effiziente Bereitstellung sämtlicher Artikel mittels smarter Technologien über eine Plattform. Mit dem Kanbansystemsystems el/ka/sy werden alle Artikel des Kunden über einen Prozess abgewickelt. In Kooperation mit der Böllhoff Gruppe bildet die P. S. Cooperation das Teilespektrum außerhalb des Kernsortimentes der Böllhoff Gruppe ab.


Kontakt:

Böllhoff GmbH – Dienstleister Verbindungselemente
Archimedesstr. 1-4
33649 Bielefeld
Tel.: +49521448201
Fax: +49521449364
E-Mail: info@boellhoff.com
Website: https://www.boellhoff.com/de


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