Kunststoffverarbeitung

3D-Druck neues Schwerpunktthema

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Unter dem Motto „Kunststoff trifft Business“ lädt die 25. Fakuma – Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung vom 17. bis 21. Oktober nach Friedrichshafen. Immer mehr zu einem Messe-Highlight entwickelt sich der 3D-Druck, der jetzt neben Spritzguss, Extrusion und Thermoforming zum vierten Hauptbereich der Leistungsschau avanciert.

Neue Technologien und darauf basierende Lösungen erweitern stetig das Spektrum der Fakuma als Fachmesse für die Kunststoffverarbeitung mit internationalem Angebot. So ruft beispielsweise der Hype um den 3D-Druck immer wieder neue Maschinenhersteller, Materialanbieter und Dienstleister auf den Plan. Da das Geschäft in diesem Sektor boomt und die Zahl interessanter Lösungen rasant zunimmt, ergänzt der Veranstalter Schall die bisherigen Hauptbereiche Spritzguss, Extrusion und Thermoforming um das 3D-Printing.

Schwerpunkte sind in diesem Jahr die zunehmende Elektrifizierung der Antriebe von Spritzgießmaschinen, die durchgängige Automatisierung von Produktion und Materialfluss sowie die Integrationsfähigkeit von Komponenten, Baugruppen, Subsystemen und Anlagen in Industrie-4.0-Strukturen.

Fakuma öffnet zum 25. Mal ihre Tore

Zur Jubiläumsschau – die Fakuma feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen – werden wieder mehr als 1700 Aussteller aus 35 Ländern erwartet. Mehr als ein Drittel reist aus dem Ausland nach Friedrichshafen. Belegt sein wird eine Bruttoausstellungsfläche von mehr als 85 000 m², betont der Veranstalter, der die bis dato ungenutzten Reserveflächen in den beiden Foyers am Eingang Ost und West jetzt einbezogen hat. Die letzte Fakuma vor zwei Jahren zog rund 45 700 Besucher aus 120 Ländern an, was die internationale Strahlkraft der Fachmesse belegt.

Branche dynamischer denn je

Den anhaltenden Trend zur Teilnahme erklärt die P.E. Schall GmbH & Co. KG auch damit, dass sich weite Teile der kunststoffverarbeitenden Industrien deutlich verändern, indem sowohl neue Werkstoffe als auch neue Technologien und Verfahren zum Einsatz kommen. Technologien für den 3D/4D-Druck gehören ebenso dazu wie Verfahren und Prozesslösungen, um Hybrid-, Verbund- und Schichtwerkstoffe effizient ver- und bearbeiten zu können. Auf die Möglichkeiten eines breiten Chemie-Portfolios würden gerade auch die Automobilindustrie und ihre Zulieferer zunehmend setzen. Der Grund dafür sind die vielschichtigen Anforderungen an bezahlbare Leichtbaustrukturen.

Überhaupt zeigt sich die Branche und mit ihr die Welt der Anwendung von Kunststoffen und ihrer Verarbeitung dynamischer denn je. Sichtbar wird der Stand der aktuellen Entwicklung am Mikrospritzgießen ebenso wie beim 2K-/Mehrkomponenten-Verfahren und der Prozess- und Funktionsintegration durch kreative Werkzeuggestaltung. Innovationsschwerpunkte liegen ebenso beim CFK-Leichtbau und signifikanten Materialeinsparungen, die auf anwendungsgerechter Konstruktion oder dünnwandiger Auslegung basieren. Extrudieren präziser denn je, Thermoformen in einer höchst reproduzierbaren Genauigkeit und generativ Fertigen in einem bis dato nicht für möglich gehaltenen Ausmaß – es gibt viel zu entdecken auf der Fakuma.

Die ganze Prozesskette im Fokus

Da sich das internationale Branchenangebot wiederfindet, kann sich der Besucher über alle relevanten Verfahren, Technologien und Tools gezielt informieren. Basiert doch die Prozesskette auf elementaren Bausteinen wie Maschinen, angepassten Werkzeugen und Werkzeug-Normalien, integrierten Qualitätssicherungssystemen, regelbaren hydraulischen, pneumatischen und elektrischen Antrieben sowie Steuerungen samt Software. Wobei auch das Stichwort Industrie 4.0 und damit die horizontal und vertikale Vernetzung der Produktion auch auf der Fakuma in weiten Teilen thematisiert wird. Denn auch in der automatisierten Kunststoffverarbeitung schreitet die Digitalisierung voran.

Vorträge ergänzen den Praxisteil

Neben Spritzgießen, Extrudieren, Thermoumformen und 3D-Druck ist Kunststoffverarbeitung auf der Fakuma auch die weitergehende Verarbeitung bis hin zur angedockten Baugruppenmontage und sterilen Verpackung unter Reinraumbedingungen. Ergänzt wird der auf den Fakuma-Messeständen sicht- und erlebbare Praxisteil durch Vorträge, die im Ausstellerforum stattfinden. In Kurzreferaten präsentieren Spezialisten neue Technologien, verbesserte Verfahren, Produktinnovationen und neue Lösungsansätze, die die Kunststoffteilefertigung noch wirtschaftlicher machen.

Die vernetzte Komplettautomation einer Spritzgießmaschine wird das Messe-Highlight von Stäubli sein. Die dort vorgestellte Quick-Mould-Change-Technologie für Spritzgießapplikationen soll die Prozesssicherheit und Flexibilität ebenso steigern wie die Produktivität. Alle wesentlichen Prozessschritte zeigt der Aussteller im Detail. Das beginnt mit der Vorbereitung, dem Vorwärmen mithilfe manueller Multikupplungen und dem Transport des Werkzeugs, geht über die exakte Positionierung an und in der Spritzgießmaschine, das Spannen des Werkzeugs über ein automatisches Magnetspannsystem bis hin zum Anschluss aller Signal- und Medienverbindungen über vollautomatische Multikupplungen.

Das Wesentliche bei dieser durchgängigen Quick-Mould-Change-Technologie ist der Werkzeugwechsel, der unter hohen Sicherheitsstandards vollautomatisch laut Angaben innerhalb einer Minute zu realisieren ist. Zur signifikant verbesserten Wirtschaftlichkeit trage nicht nur der schnelle Werkzeugwechsel bei, sondern auch die Integration von Stäubli-Robotern, die das Be- und Entladen der Spritzgießmaschine sowie nachgelagerte Prozessschritte bis hin zur Komplettbearbeitung übernehmen, heißt es.

Alles, was ein Spritzgießer braucht

Nachdem Arburg auf der K 2016 mit der Weltpremiere der hybriden Großmaschine Allrounder 1120 H die Zukunft des Spritzgießens eingeläutet hat, folgt nun der nächste Schritt: Auf der Fakuma 2017 wird erstmals ein hybrider Allrounder 920 H im neuen Design und mit neuer Gestica-Steuerung präsentiert. Weitere Highlights sind eine praxisnahe Industrie-4.0-Anwendung für die flexible Spritzteilfertigung in Losgröße eins, die Produktion gebrauchsfertiger LSR/LSR-Uhren im Spritzgießtakt, neu qualifizierte Materialien für die industrielle additive Fertigung sowie eine schnelllaufende Verpackungsanwendung.

Auch zum Thema Industrie 4.0 bietet Arburg alles, was ein Spritzgießer braucht – von der Smart Machine und dem Arburg-Leitrechnersystem ALS bis zu Smart Services. Überdies zeigt der Fakuma-Aussteller auf seinem Stand mit zwei Freeformer-Exponaten Neuheiten in der industriellen additiven Fertigung. Dazu zählen die Verarbeitung von PP und ein speziell dafür entwickeltes wasserlösliches Stützmaterial.

Eintauchen in eine neue Dimension

Die Möller Werke aus Bielefeld setzen voll auf das Tauchverfahren, mit dem sie Kunststoff-Formteile in gleichmäßig hoher und 100 Prozent reproduzierbarer Qualität auch in Serie herstellen. Die Vorteile: Der Oberflächengestaltung wie auch der Formgebung sind laut Angaben keine Grenzen gesetzt. Selbst komplizierteste 3D-Geometrien sollen sich problemlos realisieren lassen. 3D-Konstruktion- und Druck sowie CNC-Fertigung sichern eine schnelle und kostengünstige Formherstellung, so dass Erstmuster bereits nach drei bis vier Wochen vorliegen, so der Anbieter. Nach Bedarf können Tauchkombinationen umgesetzt werden, wodurch in einem Bauteil unterschiedliche physikalische Eigenschaften realisiert werden können. Zudem können in die Formteile während des Tauchvorgangs Funktionsteile aus Metall, etwa Gewindeeinsätze, integriert werden. Im Gegensatz zum Spritzguss ermöglicht dieses Tauchverfahren den Angaben zufolge wesentlich geringere Werkzeugkosten, wodurch selbst kleinere bis mittlere Losgrößen wirtschaftlich effizient produziert werden können. Auch die Bereitstellung der Werkzeuge könne wesentlich schneller erfolgen. Als den augenfälligsten Vorteil gegenüber dem Spritzguss sieht Möller die Nahtlosigkeit der Produkte für höchste Ansprüche an Ästhetik.

Besonders flammwidriges Compound

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Hella das neue Compound-Material Pocan AF4130 entwickelt. Es dient als Gehäusewerkstoff für ein Batteriemanagementsystem und zwei Zellenüberwachungseinheiten. Das Blend aus Polybutylenterephthalat (PBT) und ASA (Acrylester-Styrol-Acrylnitril) enthält 30 Gewichtsprozent Glasfasern und ein halogenhaltiges Flammschutzpaket. Besondere Stärken des Werkstoffs sollen seine äußerst geringe Neigung zu Verzug und Schwindung sowie seine hohe Flammwidrigkeit sein. Die Hersteller sehen für ihn großes Einsatzpotenzial bei Präzisionsbauteilen für Fahrzeug-Akkusysteme. Von der ersten Idee über umfangreiche Tests bis zum Serieneinsatz vergingen nur zweieinhalb Jahre. Hella fertigt beide Einheiten für einen deutschen Hersteller von Akkusystemen für Automobile.

Im Messegepäck von Kraiburg TPE findet sich ein neues TPE-Material mit ausgezeichneter Haftung zum vielseitigen Werkstoff EPDM. Die neuen Compounds aus der Thermoplast-K-Produktgruppe vereinen die besonders gute Haftung zu EPDM mit guter UV- und Witterungsbeständigkeit und einer hohen Fließfähigkeit. Die neue Materialreihe eignet sich insbesondere für automobile Exterieur-Anwendungen. Zu den Pilotprojekten zählen Fensterdichtungen aus EPDM-Profilen mit angespritzter TPE-Eckverbindung.

Der Normalien- und Zubehörteilspezialist Hasco zeigt auf der Fakuma zahlreiche Innovationen für den Werkzeug- und Formenbau. Neu sind anwendungsoptimierte Führungsbuchsen mit Sicherungsringnut sowie individuell gestaltbare Typenschilder zur Werkzeugkennzeichnung. Höchsten Standard beim Heben und Bewegen bieten innovative Anschlagelemente wie der Lastbock und die Ringschraube. Erweiterungen im Temperierbereich ermöglichen individuelle praxisorientierte Lösungen für den Werkzeug- und Formenbau. Verdrehgesicherte Auswerferstifte, Flachauswerfer mit zwei und vier Eckenradien, Abstimmplatten zur Druckverteilung sowie runde, mechanische Zykluszähler runden in diesem Teil das Neuteile-Programm von Hasco ab.

Mit Blick auf die Heißkanaltechnik präsentiert der Aussteller ein benutzerfreundliches neues elektronisches Regelgerät. Der durchgehend hochwertige und leistungsstarke Low-Budget-Regler gewährleistet größtmögliche Produktionssicherheit. Zur Fakuma wird die Düsenbaureihe Vario Shot vervollständigt und damit die letzte Düsengröße Typ 50 präsentiert. Zudem gibt es die Düse jetzt auch als einschraubbare Variante. Diese ermöglicht einbaufertige Systeme, individuell nach Kundenvorgabe ausgelegt, konstruiert und gefertigt. Einfache Montage und Demontage im Werkzeug sind ebenso garantiert wie Leckagefreiheit, betont der Fakuma-Aussteller.


Messeüberblick

Fakuma 2017

25. Fakuma – Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung
Termin: 17. bis 21. Oktober 2017
Ort: Messe Friedrichshafen
Öffnungszeiten: 9 bis 17 Uhr, Samstag bis
15 Uhr
Hallenbelegung: Alle zwölf Hallen von A1 bis A7, B1 bis B 5 sowie Foyers am Eingang Ost
und West
Ausstellungsfläche: 85 000 m²
Aussteller: mehr als 1700 aus 35 Ländern

Ausrichtung: Gesamte Prozesskette für die
Entwicklung, das Prototyping sowie die Musterteilefertigung, die Herstellung von Kleinserien- und Großserien-Werkzeugen, die Kunststoffteile-Produktion und das begleitende Material-/Teilehandling. Der Anwender kann sich über alle für die Kunststoffbe- und -verarbeitung relevanten Verfahren, Technologien und Tools gezielt informieren

Nomenklatur: Spritzgießmaschinen, Thermo-Umformtechnik, Extrusionsanlagen, 3D-Printing, Werkzeugsysteme, Werkstoffe und Bauteile


Dietmar Kieser, Redakteur Beschaffung aktuell


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