Energieketten: Mehr Dynamik im Lagerturm

Fertig konfektionierte Leitungen

Mehr Dynamik im Lagerturm

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Logimat-Lagertürme von SSI Schäfer sind praktisch und haben ein riesiges Lagervolumen bei kleiner Stellfläche. Lapp liefert dafür Energieketten, nach Kundenanforderung komplett bestückt und einbaufertig.

Stellfläche ist in Fabriken ein knappes Gut. Wenn der Maschinenpark wächst, schrumpft der freie Platz und damit die kleinen Nischen, wo man Werkzeuge, Messgeräte, Bauteile und die tausend anderen Dinge unterbringen kann, die ständig an den Montage- und Prüfarbeitsplätzen gebraucht werden. SSI Schäfer, Lösungsanbieter für intralogistische Produkte und Systeme mit Sitz im Siegerland, hat sich eine geniale Lösung ausgedacht, die in immer mehr Fabrikhallen Einzug hält.

Die Idee: Wenn man die Stellfläche nicht erweitern kann, baut man Regale einfach in die Höhe bis unters Hallendach. So entstand vor gut zehn Jahren das Logimat-Konzept: Die Lagerlifte zum Kommissionieren sind bis zu 24 Meter hoch, darin sind übereinander Schubladen gestapelt, die sich motorgetrieben herausziehen und nach unten fahren lassen. In wenigen Sekunden erscheint das Fach mit dem gewünschten Teil in der Ausgabeluke.

Der Erfolg setzte SSI Schäfer unter Zugzwang. Denn aufgrund der großen Nachfrage sind die Stückzahlen förmlich explodiert und das Unternehmen kam kaum noch mit der Produktion hinterher. 2014 fiel der Entschluss, Logimat einem Redesign zu unterziehen, wobei das Einsparen von Arbeitszeit bei der Montage ganz oben auf der Wunschliste stand. „Die Kunden sind ungeduldiger geworden. Statt früher zwölf Wochen von der Bestellung bis zur Lieferung, dauert es heute nur noch vier Wochen. Und Lapp als Weltmarktführer für integrierte Verbindungslösungen unterstützt uns dabei“, sagt Robert Selzer, Geschäftsführer von SSI Schäfer in Hranice, Tschechien.

Komplette Systemlösung

Seit 2018 stellt Lapp in seinem Werk im tschechischen Otrokovice Energieketten für Logimat her, die bereits alle Leitungen in der richtigen Länge sowie Steckverbinder enthalten. Bei SSI Schäfer wird die Kette nur noch eingehängt, die Steckverbinder geschlossen – fertig. Auch das Engineering haben Lapp-Ingenieure nach Vorgaben des Kunden übernommen. „Wir stellen die komplette Elektroinstallation als Kabelkonfektion her und liefern eine Systemlösung mit großer Variabilität für verschiedene Maschinenkonstruktionen“, sagt René Sedlák, Geschäftsführer von Lapp in Tschechien und dort verantwortlich für das Programm Ölflex Connect Chain. „Durch die gemeinsame Entwicklung konnten wir eine maßgeschneiderte Lösung anbieten, die exakt den Anforderungen des Kunden entspricht.
Damit der Kettenlieferant die kurzen Lieferzeiten halten kann, müssen alle Komponenten stets auf Lager sein. In den Energieketten für Logimat stecken Ölflex-Servoleitungen sowie Datenleitungen der Marke Unitronic – insgesamt fünf unterschiedliche Leitungstypen, allesamt in der hochflexiblen Version für bewegliche Anwendungen, die für millionenfache Wechselbiegezyklen ausgelegt sind.

Im größten Logimat-Turm mit 24 Meter Höhe überbrückt die Schleppkette eine Strecke von etwa zwölf Metern. Nach der Bestückung und vor der Auslieferung prüft Lapp die Kette auf Herz und Nieren und stellt damit die immer gleichbleibend hohe Qualität sicher – was Kunden ohne Spezialexpertise in der Verbindungstechnik so nicht gewährleisten können. „Wir sind fast jede Woche bei SSI Schäfer und arbeiten sehr eng mit der technischen Abteilung des Kunden zusammen“, sagt Pavla Borovianova, Produktmanagerin bei Lapp in Tschechien.
Lapp ist übrigens nicht nur Lieferant für SSI Schäfer, sondern ebenso Kunde. Das Werk in Otrokovice hat einen Logimat-Turm für die eigene Lagerhaltung von Stückmaterial angeschafft. „Damit können wir Kunden einen noch schnelleren und fehlerfreien Service bieten. Mit dieser Investition haben wir bis zu 70 Prozent Lagerfläche gespart“, betont René Sedlák.

UL-Zertifizierung inbegriffen

Eine wichtige Anforderung des Kunden und ein Argument für Lapp ist die UL-Zertifizierung aller erforderlichen Komponenten. Die Logimat-Türme gehen in alle Welt, auch nach Nordamerika, dort gelten andere Normen und Standards. Lapp als Hersteller von Kabeln und Verbindungslösungen hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele seiner Komponenten für alle Märkte zu zertifizieren. Für die Kunden senkt das die Komplexität und die Zahl der Teile, denn es spielt für die Bestückung einer Anlage keine Rolle mehr, in welchem Land sie betrieben wird. Gerade bei Schleppketten gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Europa und Nordamerika. So muss in einer Schleppkette für den nordamerikanischen Markt jede Leitung in einem separaten Fach liegen. Das soll die elektrostatische Aufladung minimieren und das Entzünden von Bränden verhindern.

Unter dem Namen Ölflex Connect bündelt Lapp alle globalen Aktivitäten der Konfektionierung inklusive Beratung für die Kunden.
Dieses Geschäft mit kompletten Systemlösungen wächst stark. Eine Säule ist Chain, das Angebot kompletter Energiekettensysteme. Das Unternehmen hat dazu sein internationales Netzwerk für die Produktion fertiger Verkabelungslösungen weiter ausgebaut. Der Standort Otrokovice in Tschechien fertigt für Kunden in ganz Europa Verbindungssysteme von einfachen Lösungen bis hin zu kompletten Energieketten. Er ist Teil eines internationalen Produktionsnetzwerks mit Werken in Europa, Asien und den USA.

Um die Systemlösungsaktivitäten auf allen Kontinenten zu stärken, hat Lapp neben mehreren Fertigungsstandorten drei Kompetenzzentren eingerichtet: in Singapur am Standort von Lapp Asia Pacific, in New Jersey bei Lapp USA sowie das europäische Kompetenzzentrum mit Sitz in Stuttgart. Neben diesen Kompetenzzentren und dem Fertigungsstandort Otrokovice unterhält Lapp in Desio (Italien), Nyköping (Schweden), Shanghai (China) und Bangalore (Indien) Standorte, die nationale Märkte bedienen. Darüber hinaus dienen alle Landesgesellschaften als direkte Ansprechpartner für die Kunden.


Bernd Müller,
Freier Journalist in Bonn



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