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Rückgang bei Geschäftsreisen

Reisemanagement
Rückgang bei Geschäftsreisen

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Wissen Sie noch, wie ein Flughafen aussieht? Bild: Thomas Söllner/stock.adobe.com
Die Ausgaben für Geschäftsreisen waren laut der Umfrage des Verbands Deutsches Reisemanagements im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie über 80 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Die COVID-19-Pandemie hat die Ausgaben deutscher Unternehmen und öffentlicher Institutionen für Geschäftsreisen im Jahr 2020 auf ein historisches Tief sinken lassen. Wie die aktuelle Geschäftsreiseanalyse des Verband Deutsches Reisemanagement e.V. belegt, reduzierten sich die Ausgaben im Vergleich zu 2019 um 81,7 Prozent und erreichten mit 10,1 Milliarden Euro den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung vor 19 Jahren. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 32,7 Millionen Geschäftsreisen (-83,3 %) und 3,3 Millionen Geschäftsreisende (-74,9 %). „Die Ergebnisse zeigen schmerzlich, mit welcher Wucht die COVID-19-Pandemie die Unternehmen und Anbieter aus der Geschäftsreisebranche getroffen hat“, sagte VDR-Vizepräsidentin Inge Pirner.

Etwa vier Fünftel der Umsätze, die Geschäftsreisende sonst vor allem im Gastgewerbe und Transportwesen generieren, brachen im Jahr 2020 weg. Besonders betroffen waren die deutschen Dienstleistenden, da das Gros der Geschäftsreisen schon immer im Inland stattgefunden hat. Komplett auf Geschäftsreisen verzichtete nahezu jede dritte Firma aus dem Mittelstand (28,6 %) und 24,2 % der Organisationen im öffentlichen Sektor.

Waren die kleineren und mittelgroßen Unternehmen (KMU) bis 2019 tendenziell stets kürzer unterwegs – Tagesreisen machten in dieser Größenklasse zuletzt noch 70 % aus –, haben die wenigen Reisen des Jahres 2020 eher länger gedauert. Die Durchschnittsdauer stieg dementsprechend an – nach der Devise „wenn schon unterwegs, dann länger“. Auch die Kombination von dringend benötigten Geschäftsreisen dürfte sich darin wiederfinden. Ein umgekehrtes Bild ergab sich in größeren Firmen, die üblicherweise auch öfter in Übersee zu tun gehabt hätten.

Im geschäftlichen Übernachtungsbereich zeigte sich 2020 abermals die Bedeutung der Mittelständler. Kamen im Vorjahr aus den größten Unternehmen etwa halb so viele Buchungen wie aus dem Mittelstand, so machten die Übernachtungen der KMU im ersten Pandemiejahr 2020 etwa drei Viertel der Gesamtübernachtungen aus. Überdurchschnittlich brachen die Zahlen aus dem öffentlichen Sektor (-78,3 %) und aus den Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern (-81,6 %) ein.

Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung

Im Mobilitätsmanagement kristallisieren sich zwei Bereiche heraus, die sicherlich auch helfen werden, eine nächste Pandemie noch besser zu bewältigen: 96 % der Unternehmen sehen die – auch schon vor der Pandemie wichtige – digitale Prozessoptimierung gestärkt. 94 % stimmen der Aussage zu, dass Hygienekonzepte auf Reisen weiterhin von Bedeutung sein werden.

Über 90 % der Travel Manager in Unternehmen und 97 % im öffentlichen Sektor geben an, dass sich Nachhaltigkeit bei der Wahl von Leistungsträgern stark oder teilweise zu einem Wettbewerbsfaktor entwickeln wird. Den größten Sinneswandel hat es im Mittelstand gegeben: Haben im Jahr 2020 noch 55 % von ihnen diese Frage verneint, so sind es heute nur noch 9 %. Wesentlich mehr Unternehmen in Deutschland als noch vor einem Jahr setzen sich aktiv für die Nachhaltigkeit im Geschäftsreisebereich ein. Im Mittelstand planen oder setzen 73 % der Firmen Maßnahmen für eine bessere CO2-Bilanz um, bei den größeren sind es 85 %.

Umstieg von Flugzeug auf Bahn

Nicht nur coronabedingt, sondern auch unter Nachhaltigkeitsaspekten sind Videokonferenzen bei nahezu allen Unternehmen zum Alltag geworden. Die Anzahl von Geschäftsreisen wird aktuell oder künftig in 87 % aller Unternehmen reduziert. Auf innerdeutschen Strecken sind 73 % der befragten Unternehmen vom Flugzeug auf die Bahn umgestiegen und 13 % planen dies in Zukunft.

Der Mehrwert einer Geschäftsreise wird in Zukunft noch stärker geprüft, wobei die Balance zwischen Unternehmensinteressen, Erwartungen von Kunden und Mitarbeitern weiterhin im Fokus bleiben wird. Eine dauerhafte Reduktion der Geschäftsreisetätigkeit erwarten 80 % der größeren, 72 % der kleineren Unternehmen und 81 % der Interviewten aus dem öffentlichen Sektor. „Die persönliche Begegnung wird auch in Zukunft nicht vollständig durch Videokonferenzen zu ersetzen sein. Vielmehr wird es darauf ankommen, situationssensible Alternativen zu finden“, so Pirner abschließend. (sd)

www.geschaeftsreiseanalyse.de

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