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Eine Industrienation im Aufbruch

Beschaffungsmarkt Katalonien
Eine Industrienation im Aufbruch

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Der Hafen Barcelonas verfügt über mehr als 20 km Kaianlagen und Liegeplätze. Es gibt 35 spezialisierte Terminals, drei für Fähren und vier Containerterminals sowie eines für E-Metalle. (Bild: Sergii Figurnyi/Fotolia)
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Vor zweihundert Jahren nahm Katalonien eine Vorreiterrolle im Zuge der industriellen Revolution in Spanien ein. Das industrialisierte Katalonien ist führend als Wirtschaftsmotor im Süden Europas und als logistisches Drehkreuz der Region. Es bietet eine globale Wirtschaftsstruktur und eine von Unternehmergeist geprägte Gesellschaft.

Mit 7,5 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von 215 Milliarden Euro exportierte Katalonien im Jahr 2015 Waren im Wert von rund 64 Milliarden Euro und ist laut internationalen Studien von Ernest & Young oder der Financial Times die Region in Kontinentaleuropa, die die meisten ausländischen Investoren anzieht. Grundlage dieser wirtschaftlichen Erfolge und Basis für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ist einerseits die stark diversifizierte Industrie (auf keinen Subsektor entfällt mehr als 20 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung) und andererseits ein starker Fokus auf Innovation und Internationalisierung, der durch die öffentlich-rechtliche Wirtschaftsförderungsagentur der Regionalregierung, Catalonia Trade & Investment, gefördert wird. Aktuell stehen die Digitalisierung der Prozessabläufe sowie ein flexibler Technologietransfer im Mittelpunkt. Mit einem großen Netzwerk von ca. 9700 spezialisierten Produktionsbetrieben und insgesamt 182 000 Arbeitsplätzen erwirtschaftet dieser Zweig einen Gesamtwert von ca. 27 Mrd. Euro pro Jahr. Dabei spielen Österreich, die Schweiz und Deutschland für die Sichtbarkeit der katalanischen Industrie eine wichtige Rolle. Allein Deutschland stellt zum Beispiel mit über 800 Niederlassungen den höchsten Anteil aller ausländischen Unternehmen in Katalonien dar. Zudem sind diese drei Länder für den katalanischen Außenhandel von zentraler Bedeutung: So exportierte Katalonien im Jahr 2015 Waren im Wert von 8 Mrd. Euro in diese drei Märkte.

Auch wenn es zwischen Katalonien und der Rhein-Main-Region bereits vereinzelte, enge Beziehungen gibt, besteht hier großes Wachstumspotenzial. Grund dafür ist die Bedeutung der in beiden Regionen vertretenen Industrien und Synergien, insbesondere in den Sektoren Automobil, Maschinenbau, Aeronautik sowie Medizintechnik.

Automobilbranche wächst um 7,4 Prozent

Die größte Rolle im katalanischen Exportgeschäft spielt der Automobilsektor. Im vergangenen Jahr ist die Automobilzuliefererbranche in Katalonien in jeder Hinsicht gewachsen: Die Produktion verzeichnete einen Anstieg von 7,4 Prozent (das stärkste Wachstum seit 2011 und mehr als der Durchschnitt der EU), und auch die Beschäftigungszahlen gingen um 4 Prozent nach oben. Insgesamt bildet die katalanische Automobilbranche ein Firmennetz, das 14 Milliarden Euro erwirtschaftet, darunter sind Unternehmen wie SEAT, Nissan oder das Zentrum für Fahrzeugerprobung „IDIADA Automotive Technology“.. Diese Infrastruktur schöpft aus einer langjährigen Automobil- und Motorradtradition, die zu einer immer stärkeren Spezialisierung der katalanischen Zulieferer geführt hat.

Diese produzieren eine breite Palette an Fahrzeugteilen, von Basiskomponenten aus Metall über Achsen oder Bremsen bis hin zu komplexen Sicherheitssystemen, Teilen der Innenausstattung, Insassen-Komfortsystemen, Klimaanlagen und Elektronik. Die Produktion geht Hand in Hand mit der Entwicklung neuer Materialien wie etwa Graphen, Nanofasern und Verbundwerkstoffe. Zudem sind die Automobilzulieferer sehr stark international ausgerichtet. Die katalanische Automobilzuliefererbranche erwirtschaftete im Jahr 2015 fast die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland. In der Tat haben viele katalanische Unternehmen aus diesem Bereich Niederlassungen auf der ganzen Welt und unterhalten Produktionszentren in anderen europäischen Ländern oder in Nord- und Südamerika, Afrika und Asien. Die meisten katalanischen Exporte aus der Automobilzuliefererbranche gehen nach Deutschland (insgesamt 23,9 Prozent). Kundenspezifische Lösungen und Fertigungen von Kleinserien, die individuell auf den Konsumenten abgestimmte Produkte ermöglichen, zeichnen den Maschinenbau in Katalonien aus. Im vergangenen Jahr beschäftigten 1665 Unternehmen 27 700 Mitarbeiter. Das entspricht auf ganz Spanien bezogen einem Fünftel dieses Sektors. Innerhalb Spaniens verantwortet Katalonien im Bereich Maschinenbau 22,9 Prozent des Umsatzes, 24,5 Prozent der Beschäftigung, 29,4 Prozent der Unternehmen und 25 Prozent der Exporte. Auch dieser Sektor ist in Katalonien in erster Linie von stark international ausgerichteten, kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt, deren Exporte im Jahr 2015 um 5,3 Prozent anstiegen. ag


Veranstaltungstipp

Zuliefertag in Frankfurt

In Zusammenarbeit mit der Handelskammer von Sabadell (Spanien) organisiert Catalonia Trade & Investment, die Wirtschaftsförderung von Katalonien, am 26. September 2017 im Mainhaus Stadthotel in Frankfurt am Main in der Zeit von 10–17 Uhr den 2. Katalanischen Zuliefertag mit 18 Zulieferunternehmen aus Katalonien und anderen Regionen von Spanien, die hauptsächlich in den Branchen Automobil, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau und weiteren Schlüsselsektoren der Industrie in der Rhein-Main-Region tätig sind. Ziel dieser Plattform ist es, den deutschen Unternehmen aus der Rhein-Main-Region Gelegenheit zu geben, potenzielle neue Zulieferer kennenzulernen, die sich durch eine reiche industrielle Tradition und eine breite technische Kompetenz auszeichnen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen zum „2. Katalanischen Zuliefertag“ und zur Anmeldung gibt es unter: www.catalonia.com/zuliefertag



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