Stadtwerke Konstanz stellen auf elektronische Einkaufslösungen um

Schlankheitskur fürs Beschaffungswesen

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Die Stadtwerke Konstanz – im Bild der Energiewürfel der Stadtwerke – gehören mit der elektronische Einkaufslösung in der Branche zu den Trendsettern. (Bild: Stadtwerke Konstanz)
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Auch Unternehmen setzen an. Dabei geht es allerdings nicht um überflüssige Pfunde, sondern um unnötig aufwendige Prozesse. Vor allem der Bereich Einkauf gilt als „Problemzone“ mit hohem Abspeckpotenzial. Das erkennen nun auch vermehrt kommunale Versorger wie die Stadtwerke Konstanz: Sie stellen jetzt schrittweise auf ein internetbasiertes Beschaffungswesen um. Der Nachholbedarf der Branche ist groß – nur knapp die Hälfte der Stadtwerke nutzt E-Procurement.

Um Bestellanforderungen schneller und effizienter als bisher zu erfassen, zu prüfen, freizugeben und weiterzuverarbeiten, suchten die Stadtwerke Konstanz Mitte 2016 für die gesamte Unternehmensgruppe nach einer modernen, zukunftsfähigen E-Procurement-Lösung. Den Zuschlag erhielt die Newtron AG, die das Bestellwesen zunächst in ein innovatives Katalogmanagement-System einbetten sollte.

Individuellen Bedarf berücksichtigen

„Uns war es wichtig, dass die neue Katalog-Lösung auf unsere ganz speziellen Bedürfnisse zugeschnitten ist, dabei hilft, Vorgänge zu vereinheitlichen, außerdem unsere eigenen Datenbanken integrieren kann und sich an die bestehende ERP-Umgebung anbinden lässt“, berichtet Federico Fabbri, Einkaufsleiter der Stadtwerke Konstanz GmbH. Der Einkauf der Stadtwerke Konstanz ist konzernweit verantwortlich für alle Liefer- und Dienstleistungen. Das Spektrum reicht von Normteilen über Versorgungsleitungen und Elektroanlagen, Linienbussen und Schiffen bis hin zu Büroausstattung, Software, Dienstkleidung und Ingenieurleistungen.

Maverick Buying bedeutet Mehraufwand

„Typisch für Stadtwerke ist, dass in hoher Frequenz viele Kleinstbestellungen vorgenommen werden müssen, was wiederum das Maverick Buying begünstigt“, berichtet Florian Zimmermann, Bestandskundenmanager der Newtron AG. Dieser „wilde Einkauf“ außerhalb standardisierter Beschaffungswege, war auch in Konstanz weit verbreitet, das Reporting lückenhaft. Das bedeutete einen unangemessen hohen Mehraufwand für Buchhaltung und Einkauf, die sich mit einer Vielzahl ungeregelter Bestellungen befassen mussten. „Außerdem gibt es bei Energieversorgern in der Regel etliche Anweisungen für die Beschaffung, die präzise einzuhalten sind, etwa bezüglich Gefahrenstoffen. Ein anderer Punkt: Freigabeprozesse sind meist sehr aufwendig“, so Zimmermann. All diese Aspekte galt es zu beachten und schließlich gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, die hilft, den Beschaffungs-Workflow nachhaltig zu optimieren und die Ressourcen effizienter zu managen.

Im ersten Schritt ermittelte der E-Lösungsanbieter im Rahmen eines 2-Tage-Workshops den Ist-Status des konzernweiten Bestellwesens. Die IT-Experten erarbeiteten anschließend zusammen mit den Verantwortlichen bei den Stadtwerken ein Anforderungsprofil für ein maßgeschneidertes E-Procurement-System sowie eine entsprechende To-do-Liste für dessen Realisierung. Geplant war, Anfang 2017 mit dem E-Procurement zu beginnen. Doch dann musste plötzlich alles sehr schnell gehen, eine Blitzdiät sozusagen. Denn es zeichnete sich ab, dass der bisherige IT-Dienstleister früher als gedacht ausfallen würde. Um das Bestellwesen dennoch am Laufen zu halten, setzte ein Team ein neues System auf und konnte dies in drei Tagen bereitstellen. Newtron verhinderte so, dass es zu Engpässen, Einschränkungen oder Ausfällen kam.

Dauerhaft entlasten

Heraus kam schließlich eine Multi-Lieferanten-Kataloglösung mit komfortablen Suchfunktionen, intuitiv einfacher Bedienung und kompletter Einbindung in das ERP-System der Stadtwerke Konstanz. Bisher von den Stadtwerken genutzte Kataloge und Lieferantenlisten inklusive der jeweiligen Rahmenverträge sind im Newtron-Handelsportal eingebettet und lassen sich jederzeit ergänzen oder ändern. Jeder Bedarf an Materialien, Produkten oder Dienstleistungen kann zentral gesteuert und verfolgt werden. Alle Bestellungen werden automatisch mit der richtigen Kontierung verbucht, ohne dass eine Person eingreifen muss. Auf diese Weise werden Einkauf und Buchhaltung der Unternehmensgruppe dauerhaft entscheidend entlastet. Die Anwender sind in der Lage, genau die Teile zu bestellen, die sie benötigen, und das von dem gelisteten Lieferanten, der hierfür am geeignetsten ist und den besten Preis bietet. Szenarien zu Freigaben und Genehmigungen sind in dem System hinterlegt. Zudem werden sämtliche Schritte dokumentiert und archiviert, um die Einhaltung von Compliance-Richtlinien zu gewährleisten.

Stadtwerke hinken Transformation hinterher

Mit der E-Procurement-Lösung verfügen die Stadtwerke Konstanz jetzt über ein innovatives und kostengünstiges Katalogmanagement-System, das die gewünschte Transparenz bei der Beschaffung bietet und zudem den gesamten Einkaufsprozess merklich verschlankt. Ressourcen werden geschont und Zeit gespart, die produktiv für andere Tätigkeiten genutzt werden kann. Bis Ende des Jahres wird Newtron für die Stadtwerke darüber hinaus E-Sourcing-Lösungen für Auktionen und Ausschreibungen bereitstellen sowie ein modernes Lieferantenmanagement (SRM) implementieren. Die Stadtwerke Konstanz gehören damit in der Branche zu den Trendsettern: Laut Studie des Centers für kommunale Energiewirtschaft (CKEW) im INeKO-Institut an der Universität zu Köln hat bislang noch nicht einmal die Hälfte der Stadtwerke in Deutschland (49 %) E-Procurement in die eigenen Prozesse integriert. Zum Vergleich: Nach einer Erhebung des BME setzen mittlerweile drei von vier einkaufenden Unternehmen in Deutschland (75 %) elektronische Kataloge ein. sas


Der Lösungsanbieter

Newtron

Der Anbieter von webbasierten Lösungen zur Optimierung der Geschäftsbeziehungen zwischen Lieferanten und einkaufenden Unternehmen bietet ein Portfolio von Procurement, E-Sourcing, SRM, EDI und umfangreichen Zusatzleistungen wie Customer Service in zwölf  Sprachen und Consulting aus einer Hand. Das Unternehmen betreut mehr
als 1000 einkaufende Unternehmen und 80 000 Lieferanten.

Auf dem BME-Symposium: Stand C31

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