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Auf der Überholspur

Fuhrparkmanagement für den Mittelstand
Auf der Überholspur

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Fragen nach der Anpassungsfähigkeit der Fuhrparks stellen sich vor allem in der Corona-Zeit. Bild: Tricky Shark/stock.adobe,com
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Nicht nur die Corona-Krise, auch der Streit um den Diesel stellt neue Anforderungen an die Fuhrparks von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Es ist also höchste Zeit, den Fuhrpark zu digitalisieren und so zukunftsfit zu machen.

Das Jahr 2020 bedeutete eine Zäsur für viele Wirtschaftszweige. Ganze Branchen kamen während des Lockdowns zum Erliegen und konnten erst nach Wochen wieder langsam hochgefahren werden. Auch der Fuhrparksektor sieht sich mit einschneidenden Herausforderungen konfrontiert: Durch die gestiegenen Anforderungen an Hygiene und Sicherheit meiden viele Pendler den öffentlichen Nahverkehr und greifen auf andere Mobilitätsangebote, wie zum Beispiel den Fuhrpark des Unternehmens, zurück. Hinzu kommt, dass daraus resultierende, steigende Auftragszahlen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen vor Probleme stellen, kurzfristig über genug Fahrzeuge in der Flotte zu verfügen. Und auch die Dieselkrise mit drohenden Fahrverboten ist noch nicht aus der Welt. KMUs stellen sich in der Post-Lockdown-Zeit zahlreiche Fragen: Welchen Entwicklungen und Herausforderungen müssen sie sich bezüglich der eigenen Mobilität in den nächsten Jahren stellen? Welche Möglichkeiten gibt es, jederzeit mobil zu bleiben? Und wie lässt sich E-Mobility sinnvoll mit den Mobilitätsbedürfnissen des Unternehmens verknüpfen?

Digitale Lösungen im Flottenmanagement

Klar ist: Das Flottenmanagement muss den Schritt in die digitale Zukunft wagen, um langfristig erfolgreich zu sein. Was große Firmen bereits in Angriff genommen haben, steht kleinen und mittelständischen Unternehmen häufig noch bevor. Einkäufer und Flottenmanager müssen sich nunmehr mit der Integration digitaler Lösungen auseinandersetzen. Denn Telematik-Systemen und Online-Applikationen zur Fuhrparkverwaltung gehört die Zukunft. Sie sorgen nicht nur für einen ganzheitlichen Überblick über den Fuhrpark und ermöglichen es Verantwortlichen, fundierte Optimierungen vorzunehmen. Sie erlauben auch dezentrales Arbeiten, sodass Fuhrparkleiter Absprachen mit den Fahrern oder Termine ohne eigenes Zugegensein koordinieren können. Digitale Lösungen sind für Flottenmanager also ein Muss, um Entlastung bei Verwaltungsprozessen zu schaffen und Kosten einzusparen.

Muss ein erhöhter Mobilitätsbedarf für kurze Zeit gedeckt werden, haben sich Kurzzeitmietmodelle bewährt. Ist beispielsweise eine Kurierfirma aufgrund gestiegener Auftragszahlen plötzlich auf weitere Fahrzeuge angewiesen, ermöglichen es Vertragslaufzeiten von einem bis zu 30 Tagen, schnell zu reagieren. So lässt sich sicherstellen, dass Aufträge zeitnah abgearbeitet werden und Kunden zufrieden sind.

Flexibel auf Herausforderungen reagieren

Eine weitere Option stellen Langzeitmietmodelle dar, die klassische Leasingangebote ergänzen. Fahrzeuge sind zumeist sofort verfügbar und können für wenige Monate gemietet werden. Vertragslaufzeiten umfassen hier in der Regel einen bis zu 24 Monate. Langzeitmietmodelle bieten Unternehmen die beste Kombination aus schneller Verfügbarkeit und optimaler Preisgestaltung und eignen sich somit besonders für Mitarbeiter, die befristet auf individuelle Mobilität setzen möchten.

Auch Full-Service-Leasing kommt als Möglichkeit infrage. Der Grad an Flexibilität mag hier auf den ersten Blick geringer sein, dennoch entlastet dieses Modell Fuhrparkverwalter immens. Das fängt bereits beim Finanzierungsaspekt an, denn diese Lösung erfordert keine Anzahlung oder größere Investitionen – für viele ein gewichtiges Argument in unsicheren Zeiten. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für Full-Service-Leasing, da der Leasinganbieter auf Wunsch die Organisation der Fahrzeuglogistik sowie die Koordination weiterer Serviceleistungen übernimmt. Das beginnt bereits mit der Wahl der Versicherung bis hin zur Zahlung von Steuern, Gebühren oder des Schadenmanagements. Viele Leasinggesellschaften tragen zudem nach Vertragsende die Verantwortung für die Weitervermarktung der Fahrzeuge. Zu guter Letzt sollten Fuhrparkverantwortliche auch das Feld Elektromobilität nicht aus den Augen verlieren. Neben Hybrid- oder reinen Elektrofahrzeugen sind dabei auch E-Bikes eine sinnvolle Ergänzung zum Mobilitätskonzept eines Unternehmens. Dabei handelt es sich um eine der gesündesten und umweltfreundlichsten Mobilitätsoptionen, die sich zudem hervorragend für Mitarbeiter eignet, die bis zu 15 Kilometer von ihrem Arbeitsplatz entfernt wohnen.

Stichwort Elektromobilität: Die Einführung und Etablierung von Elektrofahrzeugen in Flotten ist ein Entwicklungsprozess, der für Einkäufer und Flottenverantwortliche eine immer wichtigere Rolle einnehmen wird – und kann weder geleugnet noch aufgehalten werden. Schon seit der Dieselkrise und den damit zusammenhängenden Fahrverboten, sind Unternehmen gezwungen, über alternative Antriebe in ihren Flotten nachzudenken. Und die Nachfrage nach E-Mobilität wächst. Das bestätigt die Marktübersicht von Kantar aus dem vergangenen Jahr. Laut der Studie entfällt ein Drittel der geplanten „grünen“ Investitionen auf Elektro- oder Hybrid-Fahrzeuge. Einen weiteren Anreiz, sich mit der Umstellung auf eine nachhaltige Flotte auseinanderzusetzen, bietet auch die Anfang Juni vom Koalitionsausschuss beschlossene Erhöhung der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge. Durch die neue „Innovationsprämie“ profitieren Unternehmen sogar doppelt vom staatlichen Anteil am Umweltbonus.

Hat sich ein Unternehmen dafür entschieden, seinen Fuhrpark auf alternative Antriebe umzustellen, steht es zunächst vor einigen Herausforderungen: So muss beispielsweise in eine entsprechende Ladeinfrastruktur investiert werden. Die Ergebnisse des „Arval Mobility Observatory 2020“ legen nahe, dass fehlende Lademöglichkeiten ein Grund sind, warum Unternehmen bei der Implementierung einer nachhaltigen Flotte zögern.

Durch einen verlässlichen und erfahrenen Partner, der bei der Transformation unterstützt, reduzieren Firmen diese Unsicherheiten und Zweifel. Mobilitätsexperten oder Leasinggesellschaften verfügen über umfassende Expertise, die insbesondere im Bereich der Elektromobilität notwendig ist, um mit den fortlaufenden technischen Veränderungen Schritt halten zu können. Zudem entwickeln sie in enger Abstimmung mit allen Beteiligten maßgeschneiderte Konzepte, um den Fuhrpark nach den vorhandenen Möglichkeiten zu elektrifizieren.

Die Zukunft ist nachhaltig

Digitalisierung, Flexibilisierung und alternative Antriebe im Fuhrpark: Diese drei Themen haben die Fuhrparkbranche im vergangenen Jahr geprägt und werden auch in naher Zukunft weiterhin relevant sein. Derzeit lässt sich noch nicht abschätzen, wie stark die Corona-Krise sich auf die Fuhrparkbranche auswirken wird. Allerdings hat sie Schwachstellen offengelegt, die behoben werden müssen. Einkäufer und Fuhrparkverantwortliche sollten die gegenwärtige Situation trotz aller Einschnitte und Widrigkeiten als Chance begreifen: Eine Krise bietet auch einen Anlass, um die Aufstellung der eigenen Flotte zu überdenken und zu optimieren.


Christian Schüssler, Commercial Director, Arval Deutschland



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