Dirk Rossmann Biografie: Buchrezension von Robert Fieten

Buchrezension

Dirk Rossmann: Mit Unternehmertum den Aufstieg zum Milliardär schaffen

Die Biografie Dirk Rossmann ist lesenswert.
Dirk Roßmann mit Olaf Köhnen und Peter Käfferlein: „… dann bin auf den Baum geklettert!“ Von Aufstieg, Mut und Wandel. Ariston Verlag, München 2018, 240 Seiten, 20 Euro
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Es ist immer wieder interessant, die Lebensbilanzen von erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeiten Revue passieren zu lassen – vor allem dann, wenn sie authentisch sind. Nun hat der Vorzeigeunternehmer Dirk Rossmann unter tatkräftiger Mithilfe der TV-Journalisten Olaf Köhnen und Peter Käfferlein seine Biografie vorgelegt. Das flott geschriebene Buch präsentiert seinen Aufstieg ausgehend von bescheidenen Anfängen in seiner Heimatstadt Hannover bis zum schwerreichen Drogerie-Discounter, dessen Läden überall vertreten sind.

Wie wird man Milliardär? Diese Frage bewegt sicherlich viele der Leser, die das vorliegende Buch zur Hand nehmen. Dirk Rossmann hat es vorgemacht und zeigt, wie es gehen kann. Er gilt als mutiger Branchenpionier, der zurzeit an 43. Stelle der vermögendsten Deutschen steht. In der Tat hätte wohl keine Menschenseele gedacht, dass aus seinen Anfängen im Juni 1972 mit einem ersten 120-Quadratmeter-Geschäft neben dem Bestattungsunternehmen seines Vermieters in Hannover einmal ein Imperium mit 3770 Niederlassungen – davon 2100 in Deutschland und die weiteren in Polen, Ungarn, Tschechien, Albanien und der Türkei – werden würde. Die Rossmann GmbH beschäftigt mittlerweile 50.000 Menschen und hat 17.000 Produkte in ihrem Sortiment. Ihr Umsatz im Jahr 2017 lag bei 9 Mrd. Euro – beeindruckende Zahlen.

Ende der Preisbindung, Anfang des Erfolgs

Aber wie hat Dirk Rossmann das geschafft? Bereits sein früh verstorbener Vater betrieb eine kleine Vorort-Drogerie, die der Sohn nach seiner Lehre zusammen mit seiner Mutter fortführte. Weil er im Geschäft unabkömmlich war, aber trotz Gerichtsklage nicht vom Wehrdienst bei der Bundeswehr freigestellt wurde, kletterte er aus Protest vor seiner Kaserne auf eine 20 Meter hohe große Eiche. Er blieb dort, bis nach sechs Stunden die Feuerwehr anrückte und ihn herunterholte. Mit dieser spektakulären und mutigen Aktion erreichte er sein Ziel: Am nächsten Morgen war er entlassen und konnte mental gestärkt seinem Geschäft nachgehen.

Dabei hatte er Glück – das Glück des Tüchtigen: Die sozial-liberale Bundesregierung schaffte damals die Preisbindung für Drogerieartikel ab. Dies brachte Dirk Rossmann auf die Idee, über ein Selbstbedienungsangebot – wie im Lebensmittelhandel – die Verkaufspreise für Drogerieartikel deutlich zu senken. Diese Geschäftsidee trug!

Das Unternehmen florierte von Beginn an und wuchs schnell. Dennoch erlebte es eine schwere, auf zu viel Euphorie zurückzuführende, selbstgemachte Krise in 1996. Diese wurde induziert durch eine zu forsche, nicht genügend durchdachte Expansion in den neuen Bundesländern und weiter im Osten, mit daraus resultierenden überbordenden Bankschulden. Das Eigenkapital schmolz dahin. Glücklicherweise konnten jedoch die kritischen Jahre dank des familiären Zusammenhaltes, die für Rossmann eine eminent hohe Bedeutung hat, überstanden werden. Das Unternehmen gehört heute zu 60 % ihm und seiner Familie.

Dirk Rossmann bezeichnet es als seine größte Qualität als Unternehmer und als Chef, Menschen zusammenzubringen. Er sieht sich selbst als Integrator mit hartnäckigem Aufstiegswillen; und das verbindet ihn mit manchen anderen Top-Unternehmern, die sich als Menschenfischer gerieren. Geld ist ihm wichtig; dennoch sieht er sich selbst nicht als materieller Mensch. Er besitze weder eine Yacht noch einen Jet, nicht einmal ein Smartphone oder einen Laptop (ob das wohl stimmt?). „Wer reich ist, sollte dankbar sein und demütig. Daraus erwächst die Freude an der Pflicht, etwas für andere zu tun.“ Rossmann zeigt karitatives Engagement in Afrika und fördert die von ihm mitbegründete Deutsche Stiftung Weltbevölkerung.

Dirk Rossmann hält mit seinen Empfehlungen zu einer persönliche Zufriedenheit vermittelnden und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreichen Lebensgestaltung nicht hinter dem Berg. Er tritt immer wieder in Talkshows auf und steht dort für den Unternehmer mit Herz aber auch mit gesellschaftspolitischer Verantwortung.

Die Lektüre dieses Buches ist lohnend. Die Schrift ist nichts für Voyeure. Sie macht jungen Menschen Mut, Unternehmertum zu wagen. Das ist sehr wichtig für unsere Volkswirtschaft. Dirk Rossmann zeigt, dass man als Unternehmer von der eigenen Geschäftsidee überzeugt sein müsse und hiervon ausgehend beharrlich den Erfolg suchen müsse, auch und gerade in kritischen Phasen, die es bei neu gegründeten Unternehmen unweigerlich gibt. Er hat recht.


Prof. Dr. Robert Fieten,
fachlicher Berater der
Beschaffung aktuell,
Köln

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