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Wirtschaft
Buchrezension des Experten: „Huawei. Leadership, Culture, and Connectivity“

Dongguan,_China_-_December_9,_2017_-_Logo_of_Huawei_on_the_main_building_of_Huawei_Base_in_Songshan_Lake_District_of_Dongguan_city,_Guangdong_Province,_China._A_multinational_networking_and_telecommunications_equipment_and_services_company,_the_largest_te
Huawei. Leadership, Culture, and Connectivity. Tian Tao, David De Cremer, Wu Chunbo. SAGE Publications, Los Angeles, 2018.Softcover, 361 Seiten, 14,99 €.ISBN: 978–9352806898 (PB) Bild: Peter Stein/ stock.adobe.com
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Huawei ist zurzeit in aller Munde. Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren überaus erfolgreich und ist zugleich ein Rätsel, um das sich viele Vermutungen ranken. Ist dieser Elektronikhersteller und Netzwerkausrüster das trojanische Pferd der chinesischen Regierung, um im Westen wertvolle Daten abzuschöpfen? Wie eng sind Huaweis Beziehungen zur Pekinger Machtzentrale? Ist Huawei unverzichtbar als Ausrüstungspartner für den anstehenden 5G-Ausbau im Westen?

Angesichts dieser Fragen lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen dieses Unternehmens. Besondere Beachtung verdient die dahinter stehende bis heute prägende Gründerpersönlichkeit Ren Zhengfei. Das vorliegende Buch, das von chinesischen Insidern geschrieben wurde, bietet spannende Einblicke.

Eine erstaunliche Erfolgsgeschichte

Huawei wurde 1987 als privates Unternehmen mit ganzen CNY 21.000 Kapital (heute circa 12.500 Euro) von dem 44-jährigen Ingenieur Ren Zhengfei nach seinem Dienst als niedrigrangiger Offizier der chinesischen Volksarmee gegründet. Das Unternehmen hatte damals drei Mitarbeiter – bei Erscheinen des vorliegenden Buches waren es weit über 170.000 in mehr als 170 Ländern. Bemerkenswert ist, dass von diesen auch rund 80.000 Anteilseigner sind – sicherlich ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor der rasanten Entwicklung hin zum größten Telekommunikationsunternehmen. Huawei ist also ein Unternehmen, das den Mitarbeitern gehört, denn der Gründer hält nur noch Anteile in Höhe von 1,4 Prozent.

Von Beginn an war Huawei härtestem Wettbewerb ausgesetzt und musste sich gegen die Dinosaurier der Branche wie British Telecom, Cable & Wireless, France Telecom und Deutsche Telekom, die auf eine jahrelange Monopolstellung aufbauen konnten, behaupten. Der harte Wettbewerb hat Huawei gestärkt. Indessen ist heute offen, ob und inwieweit die in jüngerer Zeit hochgekommene weltweite Aversion gegen Huawei dessen Erfolgsstory jäh beenden wird. Die Trump-Administration hat verfügt, dass Unternehmen, die in den USA ansässig sind oder dort Produkte zu einem wesentlichen Teil entwickeln, mit Huawei nur noch eingeschränkt Geschäfte machen dürfen und dies bei der Netzwerktechnik und beim Smartphone. In Europa wird über den Ausschluss von Huawei vom 5G-Ausbau auf höchster politischer Ebene heftig diskutiert. Diese schon bei Erscheinen des Buches hochschwappende Problematik wird von den Autoren leider nur peripher behandelt.

Unternehmenkultur als Erfolgsgarant

Stattdessen analysieren und beschreiben die Verfasser bewundernd – teilweise schon anbiedernd – die Huawei-Erfolgsstory und gehen dabei insbesondere auf das ein, was die Unternehmerpersönlichkeit Ren Zhangfei, der sie Kultstatus verleihen, anders (und wohl auch besser) machte als seine Wettbewerber. Sie haben herausgefunden, dass Huaweis Erfolg in erster Linie auf der Fähigkeit der Organisation beruht, die im Unternehmen arbeitenden Technologieexperten in eine – wie es wörtlich heißt – „Band of Soldiers“ mit einheitlichem unternehmerischem Wertekanon zu transformieren. Dabei sei es – man mag es kaum glauben – gelungen, eine Kultur der Unterwürfigkeit (subservience) zu vermeiden. Huawei sieht sich als Unternehmen der Ideen mit einer Organisation, die stets neugierig ist. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist – so die Autoren – die gelebte einzigartige Unternehmenskultur mit den drei Pfeilern Kundenfokussierung (customer centricity), volles Engagement (dedication) und Beharrlichkeit (perseverance). Diese Grundwerte werden – so die Autoren – unterfüttert mit einer Management-Philosophie, die gekennzeichnet ist durch Offenheit und Kompromissfähigkeit. Hinzu kommen „harte“ Faktoren wie Fokus auf Effizienz, präzise Ausführung aller Aufgaben und persönliche Verantwortlichkeit und Rechenschaftspflicht.

Fazit

An den genannten Huawei-Grundwerten und den diese verstärkenden „harten“ Managementfaktoren orientieren sich die Kapitel des Buches. Die Verfasser leuchten die Umsetzung der Huawei-Führungsphilosophie aus mit vielen Zitaten insbesondere den Worten des großen Vorsitzenden Ren Zhengfei . Der Leser erhält so einen spannenden Einblick in die Denk- und Funktionsweise von Huawei stellvertretend für andere chinesische Erfolgsunternehmen. Die Lektüre ist für alle diejenigen, die sich fit machen wollen für den Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen, hilfreich.


Prof. Dr. Robert Fieten,
fachlicher Berater der
Beschaffung aktuell,
Köln

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