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Digitalisierung in der Intralogistik

Verbesserung der Logistikprozesse
Die digitalisierte Intralogistik

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Gemeinsam mit Swan hat die Genossenschaft Migros Ostschweiz eine digitalisierte Lösung zur Prozessoptimierung ihrer Supply Chain eingeführt. Bild: Genossenschaft Migros Ostschweiz
Auch wenn anfangs einige Hürden zu nehmen sind, bringt die digitale Transformation langfristig viele Vorteile mit sich. Bedingt durch das sich ändernde Kaufverhalten spielt die Digitalisierung gerade in der Intralogistik eine entscheidende Rolle.

Andreas Simon, Director SAP Sales, Swan GmbH

Der wachsende Onlinehandel bedingt einen Wandel in der Lagerlogistik und hat den Trend zu vollumfänglichen End-to-End-Prozessen sowie die Thematik der dezentralen Fulfillment-Center verstärkt. Gerade Warehouse-in-Shop oder die Nachfrage nach kurzfristiger Lieferung haben große Auswirkungen auf die Lager- und Lieferprozesse. Ihre Verknüpfung wird zunehmend enger, der Ruf nach digitalen Logistiklösungen – vor allem im Bereich Software – zunehmend lauter.

Die Realität in deutschen Lagern zeichnet jedoch ein anderes Bild. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie firmenexternen Logistikdienstleistern (Third Party Logistics, 3PL) herrscht in Sachen Digitalisierung noch Nachholbedarf. Hohe Investitionskosten und fehlendes internes Know-how entpuppen sich oftmals als Blockaden. Bei 3PL kommen häufig noch kurze Vertragslaufzeiten mit Partnern hinzu. Das schränkt die Planbarkeit ein und hemmt somit auch die Investitionsbereitschaft.

In der Logistik sind Digitalisierung und Automatisierung eng verknüpft. Beide Posten sind in KMU vieler Branchen noch ausbaufähig. Einen Baustein hierfür stellt die Implementierung einer passenden Lagerlogistiksoftware dar. In automatisierten Prozessen der Intralogistik ist die Integration von Daten, Technik und Mensch immer in großem Umfang gegeben, wodurch von vornherein ein hoher Digitalisierungsstand erreicht wird. Sobald SAP als Lagerverwaltungslösung im Einsatz ist, lässt sich durch die vertikale Integration in alle ERP-Module die Basis für weitere Digitalisierungsvorhaben herstellen.

Die Swan GmbH beispielsweise setzt an dieser Stelle an und befasst sich überwiegend mit automatisierten oder teilautomatisierten Logistikanlagen auf Basis von SAP-Software. Nachholbedarf sieht das Projekthaus für SAP-Logistik vor allem im Bereich der Digitalisierung von Dokumenten und dem Informationsaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg. So ist die Kontrolle von Bestellungen und Anlieferungen anhand von gedruckten Lieferscheinen immer noch ein überwiegend analoger Vorgang. Ein standardisierter Prozess zum Austausch der Informationen kann an dieser Stelle Abhilfe schaffen, scheitert jedoch oft an gesetzlichen Rahmenbedingungen oder der Unfähigkeit, eine branchenweite Einigung über einheitliche Datenformate zu etablieren.

Spezielle Anforderungen

Für viele Branchen und Anwendungen ist eine SAP-Software als Standardlösung eine solide Basis. Für Sonderfälle können Add-ons für etablierte Softwaresysteme die Lösung darstellen. Sie sind wirtschaftlich gut umsetzbar und eine gute Alternative zu einer neuen Software. Spezielle Anforderungen, die so abgedeckt werden sollen, treten meist nur in den Randbereichen von Prozessen auf.

Auch individuelle Anforderungen wie z. B. Shop-friendly-Packaging oder Customer-specific-Handling erfordern Add-ons, die der EWM-Standard üblicherweise nicht abdeckt. Die meisten funktionalen Erweiterungen im SAP-Umfeld können allerdings in vorbereiteten Erweiterungen wie Business Add-ins (BAdI) implementiert werden. Usability und Akzeptanz spielen in der Lagerlogistik eine große Rolle. SAP-Experten stellen fest, dass der Trend hin zur individuellen Dialogentwicklung geht. Swan hat einen breiten Fundus an Usability-Erweiterungen in SAPUI5 sowie einen 3D-Logistik-Leitstand, der als Digital Twin eine direkt in SAP EWM integrierte alternative Sicht auf das Lager ermöglicht. Zudem verfügt das Unternehmen über mehrere Add-ons im Bereich Materialfluss zur Ansteuerung von Maschinen.

SAP-Projekt bei Migros Ostschweiz

Eine digitalisierte Intralogistik bringt Vorteile mit sich. Die Genossenschaft Migros Ostschweiz kann dies bestätigen. Gemeinsam mit Swan hat der Schweizer Einzelhändler eine digitalisierte Lösung basierend auf SAP EWM zur Prozessoptimierung der Supply Chain eingeführt. Die Situation dort erforderte eine neue IT-Lösung. Es herrschte eine stark heterogene und überalterte IT-Landschaft mit vielen Schnittstellen zu unterschiedlichsten Systemen.

Es fehlten eine durchgängige Datenhaltung und Systemintegration, eine übergreifende Planung der Aufträge und Materialflüsse, eine systemunterstützte Optimierung der Arbeits- und Auftragszuweisung sowie eine gemeinsame Leitebene und Sicht auf Bestände und Aufträge über alle Verarbeitungsorte. Zusätzlich bewirkten fünf verschiedene Anbieter in der Automatisierung eine hohe Komplexität mit erschwertem Ereignisfall-Management. Die Herausforderung bestand darin, diese „Baustellen“ zu beseitigen und die neue Lösung an das zentrale Host-System (SAP ERP) anzubinden.

Optimierung der Supply Chain

Zunächst hat Migros Ostschweiz die Logistik für den Sortimentsbereich „Agrar“ optimiert. Dort wurde ein tragfähiges und flexibles SAP-System integriert. Die neue Softwarelösung soll die zentrale Rolle in der Steuerung der Lager- und Logistikprozesse übernehmen.

Das Systen besteht aus mehreren Modulen: Zunächst dient SAP EWM als Werkzeug zur Durchführung der intralogistischen Prozesse. SAP ERP wird als übergeordneter Host sowie SAP UI5 als Frontend Applikation im Shopfloor eingesetzt. Ein Scanner-freies Lager entstand. Zur Verfolgung der Objekte entlang der Lieferkette wird auf EPCIS als offener Standard gesetzt. Die Integration einer Auto-ID Infrastruktur im Warenausgang und Anbindung einer vollautomatischen Kommissionier- und Palettieranlage (TAKO) sowie diverse Subsysteme mit Anbindung und Prozessintegration an SAP EWM runden die neue Lieferkettenlösung ab.

Konkret bedeutet diese Umstrukturierung für die Migros Ostschweiz ein deutlicher Zugewinn an Transparenz in allen Bereichen sowie höhere Flexibilität bei sich verändernden Rahmenbedingungen, so Swan. Weitere Vorteile stellen demnach Effizienzsteigerung im Shopfloor und auf Planungsebene sowie eine reibungslose Inbetriebnahme samt fehlerfreiem operativem Betrieb der neuen Lösung dar.

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