Virtual-Reality-Cave zur Materialfluss- und Lagerplanung

Virtual Realtity

Virtual-Reality-Cave zur Materialfluss- und Lagerplanung

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Virtual Realtity wird neu in Form eines speziellen Holodecks zur Materialfluss- und Lagerplanung in der Logistik genutzt.

Planungsprozesse in der Lagerlogistik sollen sicher, wirtschaftlich und nachhaltig gestaltbar sein. Die Zeiten, in denen Lager hierfür über rein statische CAD-Modelle oder gar eindimensionale Zeichnungen entwickelt werden mussten, sind durch Virtual Reality (VR) längst vorbei. Um Lager- und Materialflüsse realitätsnah zu visualisieren, hat EPG (Ehrhardt + Partner Gruppe) kürzlich ein Virtual-Reality-Cave-System, ein Holodeck für die Logistik, am Firmensitz in Boppard-Buchholz eröffnet. Es handelt sich um einen speziell ausgestatteten Besprechungsraum, der Virtual Reality mit 5-Seiten-Projektion bietet – also über vier Seiten des Raumes plus Tisch – um 3-D-Modelle darzustellen. VR-Brillen werden also nicht genutzt, sondern Cave Automatic Virtual Environment (Cave) – als dreidimensionale Welt virtueller Realität im Raum.

Lagerplanung im Raum

Teilnehmer können sich quasi frei innerhalb des Raumes und inmitten der virtuell dargestellten Materialflüsse bewegen. Dabei sollen Gruppenbesprechungen und Änderungen während der Planungsphase mit Kunden angeregt werden. Im nächsten Schritt können via Materialflussrechner (MFC) und dem Lagerführungssystem (LFS) Emulationen stattfinden. Ein Kunde hat beispielsweise ein Logistikzentrum und möchte eine Förderstrecke in Betrieb nehmen. So ergibt sich nun die Möglichkeit der virtuellen Inbetriebnahme. Störquellen können während der Planungsphase erkannt werden, was zum fehlerfreien Echtbetrieb beiträgt. Die tatsächliche Lagersituation lässt sich durchspielen, um das Lagersystem zu testen und um zu simulieren – eben bis hin zur virtuellen Inbetriebnahme.

Der Raum ist letztlich vor allem eins: eine interaktive Arbeitsumgebung, um Vor- und Nachteile der Materialflussplanung innerhalb der Logistik zu erkennen. Das Hochregallager ist sichtbar. Das Shuttle-System, manuelle Prozesse und Personen lassen sich beispielsweise abbilden. Anwender sollen aufgrund der flexiblen Anpassungen von einer höheren Planungs- und Investitionssicherheit profitieren.

Eintauchen und dynamisch eingreifen

„Mit dem Einsatz des Holodecks erreichen wir eine neue Entwicklungsstufe in der Logistikplanung und -beratung“, sagt Marco Ehrhardt, geschäftsführender Gesellschafter der EPG. „Logistische Prozesse können wir damit bereits in der Planungsphase realitätsnah visualisieren. Anwender kommunizieren direkt in der virtuellen Realität. Und verschiedene Planungsszenarien lassen sich live durchspielen“, erklärt Ehrhardt. Bisher wurde der digitale 3-D-Schatten eines Projekts am PC
abgebildet, um das Lager zu planen. Die 3-D-Modelle, die bereits am Rechner nutzbar gewesen sind, sollen nun an die Wände gebracht werden, um ins 3-D-Modell hineingehen zu können. EPG hat daher – über ein Investitionsvolumen von 500.000 € auf einer Fläche von 7 x 7 Meter und bei einer Höhe
von 6 Metern – einen Raum zur Simulation und Emulation von logistischen Prozessen und automatischen Lagereinheiten geschaffen, der es bis zu zwölf Teilnehmern ermöglicht, gemeinsam und interaktiv in die softwarebasierte Lagerplanung einzutauchen.

Eine Visualisierungssoftware erlaubt logistische Planungen in Echtzeit nach dem Baukastenprinzip. Das bedeutet in der Praxis: Die CAD-Pläne, Baupläne beziehungsweise Grundrisszeichnungen eines Lagers werden auf den Besprechungstisch projiziert, während sich auf den umliegenden Wänden Element für Element ein 3-D-modelliertes Lager aufbaut. Auf diese Weise soll das Lager in Echtzeit für Besprechungsteilnehmer erfahrbar werden. Mittels Visualisierungen im Raum sollen Teilnehmer vom gleichen Gegenstand reden können, was dem Gehirn beim Abstrahieren helfen kann. Aktiv Veränderungen im Workshop vorzunehmen, soll wiederum der Kreativität dienen.

Dennis Kunz, Director Marketing der EPG, sagt: „Im Vergleich zur Simulation am PC können mehrere Personen als Gruppe abstrahieren. Sie bekommen durch das optische Verhältnis ein genaueres Gefühl fürs Lager in echt. Und am Touch-Monitor im Tisch können die Teilnehmer entsprechend neuer Anforderungen dynamisch eingreifen.“ Die Vorstellungskraft solle mittels Holodeck verbessert werden. Ein weiteres entscheidendes Kriterium für dieses Vorgehen sei auch der Fakt, dass nicht jeder mit einem CAD-Plan umgehen könne.


Software

Gehirn der Logistik

Mit dem Lagerführungssystem (LFS) der EPG werden heute weltweit über 40 Millionen Picks täglich realisiert.

Die LFS-Software deckt eine breite Logistiksteuerung ab: die Steuerung der Intralogistik, Materialflussberechnung, Transportation-Management für eine effiziente Tourenplanung und -abwicklung sowie ein System zur Abwicklung der Versandlogistik. Datenfunklösungen, Lagerplanung und -consulting, private Cloud- und Hosting-Services sowie Warehouse-Seminare ergänzen das Angebot.


Nico Schröder
Korrespondent Beschaffung aktuell, Augsburg

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