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Wer ist Donald Trump?

Buchrezension
Wer ist Donald Trump?

Michael D´Antonio: Die Wahrheit über Donald Trump. Econ, Berlin 2016, 542 Seiten, 24 €
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Spätestens seitdem Donald Trump der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, ist es an der Zeit, sich ernsthaft mit dieser schillernden Persönlichkeit auseinanderzusetzen. Michael D’Antonios brillant geschriebene Biographie zeigt Trump in seinem ganzen Größenwahn, Narzissmus und seiner unfassbaren Selbstverliebtheit. Gleichzeitig wird deutlich, wie erschreckend dünnhäutig und aggressiv Trump auf jede Kritik und Provokation reagiert, und wie emotional instabil er ist. D’Antonio erklärt aber auch, warum Trumps Wahlerfolg kein Zufall ist.

Wer ist Donald Trump wirklich? Was treibt ihn um, und was treibt ihn an? Was ist vom 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und als mächtigster Mann der Welt in den kommenden vier Jahren seiner Amtsperiode zu erwarten? Das sind Fragen, die heute jeden interessieren (sollten), und man kann über die Antworten viel spekulieren, ist doch bisher kaum deutlich geworden, was von Trumps Ansagen nur Wahlkampfgetöse war und was sein wirkliches realpolitisches Konzept, so es ein solches gibt, tatsächlich ist.

„Gewinnen ist nicht das Wichtigste, sondern das Einzige“
Michael D`Antonio ist einem Teil der hier aufgeworfenen Fragen nachgegangen und hat eine in jedem Falle spannend geschriebene Biographie des umstrittenen Immobilienentwicklers und Amateurpolitikers vorgelegt. Er geht ausgesprochen kritisch mit ihm um, und will auch die Zweifel an Trump als Präsident nicht entkräften. Ganz im Gegenteil: Das Buch ist ein klares Trump-Bashing.
Der Biograph zeichnet das Bild eines Mannes, der durch ungeheuren Größenwahn, Narzissmus und unfassbare Selbstverliebtheit gekennzeichnet ist. Man kann ihn durchaus als Narziss und Goldfinger betiteln. Immerhin: Schon äußerlich ähnelt er Gert Fröbe, der weiland im Thriller James Bond 007 – Goldfinger den Bösewicht spielte. Es lässt schon etwas erschaudern, wenn Trump von sich selbst sagt: „Wenn ich mich selbst in der ersten Klasse anschaue, dann bin im Grunde genommen der Gleiche. Das Temperament hat sich nicht allzu sehr verändert.“ Ob ein solcher Mann wirklich geeignet ist für das Oval Office im Weißen Haus? Donald Trump hält sich selbst für einen erstklassigen Menschen, der alles, was er macht erstklassig macht, es dabei aber überhaupt nicht schätzt, wenn seine (dubiosen) Geschäfte und die dazugehörigen Geschäftspartner hinterfragt werden.
D`Antonio hat sich bei Donald Trump mit seiner Biographie, bei deren Vorbereitung viele Menschen aus dem Umfeld des Egomanen interviewt wurden, u. a. seine Ex-Frauen, nicht gerade beliebt gemacht. Er hat nachgezeichnet, wie Trump als Immobilienentwickler vorging. Es waren immer dieselben Methoden: ein aggressiver Siegeswille gepaart mit einem radikalen Opportunismus und einem schamlosen Ich-Marketing, gepaart mit Verfälschungen. Trump machte als Geschäftsmann immer Deals, die auf kurzfristige Erfolge aus waren. D`Antonio charakterisiert ihn als skrupellos und übermäßig selbstbewusst. Wie hat sich diese Haltung entwickelt?
Der Biograph arbeitet heraus, dass Donald Trump insbesondere die Jahre auf der Militärakademie „NYMA“ prägten. Hier wurde ihm per Drill von seinem Vorgesetzten beigebracht, dass „Gewinnen nicht das Wichtigste, sondern das Einzige ist“.
Er geht vor diesem Hintergrund auf das Leben und den Werdegang des Selfmade-Milliardärs ein. Ausführlich beschrieben werden die verschiedenen Schlüsseldeals des jungen Donald, die seinen Ruf begründeten. Bei der Lektüre gewinnt man nicht mehr als einen kleinen Eindruck von einer bizarren Persönlichkeit. Trump öffnet sich nicht. Aber vielleicht ist ja auch das Teil seiner Strategie. Er ist für seine Gegner schwer fassbar und ist stets für Überraschungen und einen plötzlichen Gesinnungswandel zu haben.
Die Biographie ist flüssig geschrieben mit vielen Anekdoten. Der Biograph hat manche nicht bekannten Zusammenhänge skizziert – so etwa die pfälzische Herkunft der Familie, die ihren Namen von Drumpf in Trump abänderte. Dass er Trumps Aufstieg auch in den Kontext größerer soziologischer und politischer Entwicklungen in den USA einordnet, macht seine Biographie gerade für ein nicht amerikanisches Publikum außerordentlich lesenswert. Es sind gerade diese Entwicklungen in der amerikanischen Gesellschaft, die vom politischen Establishment in Washington nicht ernst genommen wurden, die Trumps Erfolg begründet haben.

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Prof. Dr. Robert Fieten, fachlicher Berater der Beschaffung aktuell, Köln
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