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Wie wirkt sich Corona auf das Reisen aus?

Reise-Studie
Wie wirkt sich Corona auf das Reisen aus?

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Auch Anbieter von Geschäftsreisen sehen sich von der Insolvenz durch die Corona-Pandemie bedroht. Bild: Blue Planet Studio/stock.adobe.com
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Deutsche Unternehmen befürchten drastische Marktveränderungen durch die Corona-Krise, hat eine Studie des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) festgestellt. Die Studienergebnisse im Überblick.

Deutsche Unternehmen befürchten durch die Corona-Krise drastische Veränderungen im Geschäftsreisemarkt. Das hat eine aktuelle Mitgliederumfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) ergeben.

Sicht der Unternehmen und Organisationen

Der VDR hat circa 100 Unternehmen und Organisationen, die im Verband organisiert sind, am 3. April befragt. Zu diesem Zeitpunkt gab ein Drittel der Befragten an, Geschäftsreisen, auch innerhalb Deutschlands, komplett verboten zu haben. Die restlichen zwei Drittel gaben an, dass Reisen nur noch in „begründeten Ausnahmefällen“ möglich sei. Zu diesen zählen: Einsätze von Außentechnikern, geschäftskritische Termine, Termine der Geschäftsleitung, Baustellenüberwachung und Reisen, die innerhalb Deutschlands mit dem Pkw erreichbar sind. Wann die Reisetätigkeit wieder aufgenommen werden soll, können über 90 Prozent der Befragten noch nicht abschätzen. Gefragt, wie sie die negativen wirtschaftlichen Folgen des Dienstreiseausfalls einschätzen, befürchten 17 Prozent eine sehr große, 44 Prozent eine große Auswirkung. Nur 20 Prozent geben eine geringe oder „eher geringe“ Auswirkung an. Über ein Drittel haben Kurzarbeit eingeführt.

Die Umstellung auf das Homeoffice scheint gut zu funktionieren. Im Moment arbeiten die Mitarbeiter von zwei Drittel der Befragten im Homeoffice; ein Vierteln pendelt zwischen ihrem Zuhause und dem Büro. Nur sieben Prozent geben an, dass sie zwingend im Büro sein müssen.

Zukünftig genauere Reiseprüfung erwartet

Auch die Zukunftsaussichten der Unternehmen hat der VDR abgefragt. Der Ausblick ist dabei überwiegend positiv: Circa 90 Prozent halten es für „eher“ oder „sehr“ wahrscheinlich, dass die Reisetätigkeit früher oder später wieder aufgenommen werden wird. Mit dauerhaften Beschränkungen von Reisen rechnen nur 20 Prozent. Dennoch: Über 70 Prozent sagen aus, dass sie vermuten, dass Reiseanträge in Zukunft sorgfältiger geprüft werden, was auch langfristig eine Verringerung der Anzahl von Geschäftsreisen in Aussicht stellt. Auch mit dauernden Einreisebeschränkungen bestimmter Länder und höherem bürokratischen Aufwand, etwa für Einreisedokumente, rechnen die Unternehmen.

Sicht der Anbieter und Dienstleister

Ebenfalls befragt hat der VDR Anbieter und Dienstleister im Geschäftsreisesektor. Die Gefahr von Insolvenzen von Anbietern wird als sehr groß eingeschätzt: Rund 84 Prozent der befragten Travel- und Mobilitätsmanager halten es für wahrscheinlich, dass neben touristischen auch viele Geschäftsreisedienstleister die negativen wirtschaftlichen Folgen der Krise nicht überstehen werden. 82 Prozent der Umfrageteilnehmer plädieren dafür, dass angeschlagene Anbieter staatliche Hilfen erhalten sollten.

„Geschäftsreisen waren schon immer ein wichtiger Motor und sensibler Seismograph der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Die konjunkturelle Lage in unserem Land ist auch eng mit der Reisetätigkeit der Unternehmen verbunden. Geht es der Wirtschaft gut, wird viel gereist – und umgekehrt. Deutschland benötigt daher weiterhin eine funktionierende Mobilitätsinfrastruktur, um den Motor nach der Krise wieder starten zu können. Wir brauchen daher schnelle und faire Lösungen, die das Überleben der Anbieter gewährleisten und gleichzeitig die berechtigten Erstattungsansprüche der Unternehmen sichern. Wir appellieren an die Politik, bei ihren Bemühungen auch die Geschäftsreisebranche nicht aus den Augen zu verlieren. Auch hier wird es staatlicher Hilfe bedürfen, um Liquiditätsprobleme überbrücken zu können“, sagte VDR-Präsident Christoph Carnier.

Acht Prozent der Befragten sehen aktuell ihren eigenen Arbeitsplatz gefährdet, während 73 Prozent dieses Risiko derzeit als eher gering einschätzen. Einen allgemeinen Personalabbau im Travel Management halten 78 Prozent der Umfrageteilnehmer für unwahrscheinlich, ebenso Umstrukturierungen (71 Prozent). Kurzarbeit haben aktuell nur rund 11 Prozent der Unternehmen eingeführt. Negativ wird sich die Krise nach Ansicht der Travel Manager aber auf kurz- und mittelfristig geplante Projekte auswirken. Hier rechnen fast 86 Prozent mit deren Aufgabe oder Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt. (sd)


Der Verband

Verband Deutsches Reisemanagement (VDR)

Der Verband Deutsches Reisemanagement e.V. ist ein bundesweit aktiver Geschäftsreiseverband. Zu seinen 560 Mitgliederunternehmen gehören Konzerne, mittelständische Unternehmen und Organisationen sowie Dienstleister aus dem Geschäftsreisemanagement.

Wichtige Hinweise zum Thema Reisen und weitere Umfragen zu Corona finden Sie hier: www.vdr-service.de/corona

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