Digitales Obsoleszenzmanagement Entwurf setzt auf SmartPCN als Standard - Beschaffung aktuell

Digitales Obsoleszenzmanagement

Entwurf setzt auf SmartPCN als Standard

Dr. Wolfgang Heinbach: „Wir messen dem VDMA-Einheitsblatt 24903 als COG Deutschland große Bedeutung bei, weil es branchenübergreifend allen betroffenen Unternehmen einen zukunftsweisenden Weg in Richtung standardisiertes digitales Obsoleszenzmanagement aufzeigt“. Bild: COG
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Die Mindestanforderungen an den Informationsgehalt von Änderungs- und Abkündigungsmitteilungen sowie an Systemschnittstellen, die einen EDV-gestützten Datenaustausch ermöglichen, beschreibt das vom VDMA-Arbeitskreis „Interagierendes Obsoleszenzmanagement“ derzeit erarbeitete VDMA-Einheitsblatt 24903.

Ziel des unter Mitwirkung mehrerer Mitglieder des COG (Component Obsolescence Group) Deutschland e. V. entwickelten VDMA-Einheitsblatts ist es, den manuellen Aufwand für die Bearbeitung von Produktänderungen und -abkündigungen signifikant zu verringern und ein umfassendes Verfügbarkeitsmonitoring und digitales Obsoleszenzmanagement zu unterstützen. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Weiterentwicklung des von der COG Deutschland spezifizierten SmartPCN-Formates ein, das in der nun vorliegenden Version vor allem auf die speziellen Bedürfnisse von Maschinenbauunternehmen und ihren Zulieferern eingeht.
Entwicklung kommt Anlagenbauern teuer zu stehen
Die immer kürzeren Produktlebenszyklen haben dazu geführt, dass manche hochinnovative Elektronikkomponenten oft schon nach ein, zwei Jahren nur noch schwer oder so gut wie gar nicht mehr verfügbar sind. Eine Entwicklung, die Geräte- und Anlagenbauer sowie deren Kunden oft teuer zu stehen kommt. Das maschinenlesbare Smart-PCN-Kommunikationsformat wurde ursprünglich entwickelt, um Einkäufern, Entwicklern und Projektleitern vor allem das Sammeln und Verarbeiten von Informationen zu der Verfügbarkeit von projektrelevanten elektronischen Bauelementen zu erleichtern. Entsprechend modifiziert, lässt sich nach dem gleichen Prinzip allerdings auch die Verfügbarkeit mechanischer Komponenten, chemischer Stoffe, Software und Dienstleistungen erfassen, überwachen und steuern.
Komponentenmangel treibt massiv die Kosten
Warum dies im Maschinenbau für ein effizientes Obsoleszenz-Management so wichtig ist, erklärt Dr. Wolfgang Heinbach, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Industrieverbandes COG Deutschland e.V. und Geschäftsführer der D+D+M Daten- und Dokumentationsmanagement GmbH & Co. KG. „Inzwischen ist es keine Seltenheit, dass bis zu 50 Prozent der über den gesamten Lebenszyklus eines elektronisch gesteuerten Systems anfallenden Kosten direkt und indirekt durch abgekündigte oder aus anderen Gründen nicht mehr verfügbaren Komponenten verursacht werden. Ohne eine Standardisierung und digitale Verarbeitung aller für ein Projekt wichtigen Verfügbarkeitsdaten könnten diese Kosten in Zukunft möglicherweise noch weiter steigen. Deshalb messen wir dem VDMA-Einheitsblatt 24903 als COG Deutschland große Bedeutung bei, weil es branchenübergreifend nicht nur den rund 3200 VDMA-Mitgliedern, sondern auch allen anderen betroffenen Unternehmen ergänzend zur IEC 62402 „Obsolescencemanagement – Application guide“ einen zukunftsweisenden Weg in Richtung standardisiertes digitales Obsoleszenzmanagement aufzeigt.“
Entwurf bis zum 31. Juli 2017 öffentlich kommentierbar
Der Entwurf des Einheitsblattes 24903 kann bis zum 31. Juli 2017 von der Öffentlichkeit kommentiert werden. Stellungnahmen werden per E-Mail an hilmar.schmieding@vdma.org oder in Papierform an die Abteilung Normung im VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V., Postfach 71 08 64, 60498 Frankfurt, erbeten. Die freigegebene Fassung wird für Ende des Jahres erwartet.
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