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Dienstfahrrad-Leasing: Wie es funktioniert und was es kostet

Dienstfahrrad-Leasing
Aufs Rad gekommen

Radfahren hält gesund und ist gut für die Umwelt
Radfahren hält gesund und ist gut für die Umwelt.
Bild: JobRad
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Fahrräder können, ebenso wie Autos, geleast werden. Dabei sind sie steuerlich sogar besser gestellt als Dienstwagen. Weitere Vorteile des Radfahrens, wie gesunde Bewegung, Umweltfreundlichkeit und das Vermeiden von Staus liegen auf der Hand. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Rad-Leasing funktioniert und was es kostet.

Von unserer Redakteurin Sanja Döttling

Die Staus in deutschen Städten werden immer länger. Das hat der jährliche „TomTom Traffic Index“ des Kartierungsanbieters herausgefunden.

Im Jahr 2019 führte Hamburg die Liste deutscher Städte mit einem Stauwert von 34 Prozent an, gefolgt von Berlin, Wiesbaden, München und Nürnberg. Tendenz: steigend.

Eine Alternative zum Staustehen ist es, aufs Rad umzusteigen. Wer innerstädtisch wohnt und arbeitet, kann mit dem Rad den täglichen Arbeitsweg bestreiten – und kommt so zusätzlich um das Parkplatzproblem herum.

Auch in der Freizeit ist Radfahren sinnvoll, denn es ist gut für die eigene Gesundheit und die Umwelt. Kein Wunder, dass inzwischen viele Unternehmen ihren Mitarbeitern Dienstfahrräder anbieten.

Wie funktioniert das Dienstrad-Leasing?

Seit 2012 ist das Dienstrad dem Dienstwagen gleichgestellt.

Das System funktioniert ebenfalls analog: Der Arbeitgeber least das Rad und überlässt es dann dem Mitarbeiter zur Nutzung.

Lisa-Maria Barra vom Freiburger Dienstrad-Leasing-Anbieter JobRad sagt: „Wir schätzen, dass insgesamt über 400.000 geleaste Dienstfahrräder auf den Straßen in Deutschland unterwegs sind. Über JobRad allein bieten 20.000 Arbeitgeber Diensträder an.“

Konkret ist es so, dass Fahrrad-Fachhändler mit JobRad einen Vertrag abschließen, um ihre Räder als Leasing-Objekte anbieten zu können. JobRad erhält einen Einkaufsrabatt.

Arbeitgeber, die Räder zur Verfügung stellen wollen, schließen dann einen kostenfreien Rahmenvertrag mit JobRad ab.

Nun sucht sich der Mitarbeiter bei einem der 5.000 angebundenen Fachhändler ein Rad aus. Wird der Antrag vom Arbeitgeber freigegeben, kann das JobRad bestellt werden.

Der Arbeitgeber schließt mit dem Mitarbeiter einen Überlassungsvertrag über 36 Monate, in dem die berufliche und private Nutzung geregelt ist.

Es gibt zwei verschiedene Arten der Finanzierung bei Leasing-Angeboten. „Einmal über die Gehaltsumwandlung, die im überwiegenden Fall eingesetzt wird, zum anderen als Gehaltsextra, welche aber noch die Minderheit ausmacht“, so Barra.

Gehaltsumwandlung vs. Gehaltsextra

Bei der Gehaltsumwandlung behält der Arbeitgeber einen monatlichen Betrag vom Bruttogehalt ein, welcher die Leasing-Rate bedient.

Die monatliche Rate ist von verschiedenen individuellen Parametern abhängig – unter anderem von Bruttogehalt und Steuerklasse des Mitarbeiters sowie vom Radpreis.

Von dem nun niedrigeren Bruttogehalt muss der Mitarbeiter dann weniger Steuern und Sozialabgaben abführen.

Versteuern muss der Mitarbeiter aber schon etwas, nämlich den „geldwerten Vorteil“, der durch die private Nutzung des Rades entsteht.

Für Fahrräder und E-Bikes (und auch Elektroautos) gilt seit diesem Jahr die noch vorteilhaftere 0,25 %-Regelung. Das bedeutet, dass bei einem Rad für 2.000 Euro die Versteuerung monatlich bei fünf Euro liegt.

Nehmen wir für ein Rechenbeispiel an, dass ein Mitarbeiter (Steuerklasse 1, keine Kinder) mit einem Bruttolohn von 4000 Euro ein Fahrrad für 2000 Euro über seinen Arbeitgeber beziehen will.

Von seinem Bruttolohn würden ihm dafür monatlich circa 66 Euro abgezogen (das schließt die Fahrradversicherung und Inspektion mit ein); netto zahlt der Arbeitnehmer nach allen Abzügen inklusive des geldwerten Vorteils aber nur knapp 34 Euro.

Nach drei Jahren Leasingdauer hat der Arbeitnehmer also 1223 Euro für Rad, Versicherung und Inspektion ausgegeben.

„Als Leasing-Objekt muss ein Dienstrad in Vollkasko versichert sein“, so Barra.

Will der Mitarbeiter das Rad übernehmen, so bietet JobRad eine Übernahme für 18 Prozent des Neupreises (hier 360 Euro) an, auch wenn dies nicht garantiert werden kann.

In diesem Beispiel würde sich der Gesamtpreis nun auf circa 1580 Euro belaufen, ist also knapp 420 Euro billiger als beim „normalen“ Kauf. Rechnet man Versicherung und Inspektion mit ein, beträgt die Ersparnis gegenüber dem Direktkauf sogar 880 Euro.

Übrigens: Auch Arbeitgeber können sparen, nämlich die Sozialabgaben, die sich aufgrund des niedrigeren Bruttolohns nach Abzug der Leasing-Rate ergibt.

„In der Regel ist es so, dass Arbeitgeber das Leasing bezuschussen, indem sie etwa die Kosten für die Versicherungs- oder Serviceraten tragen“, sagt Barra.

Beim Gehaltsextra dagegen wird die monatliche Leasing-Rate komplett vom Arbeitgeber übernommen. Hier entfällt auch die Versteuerung des geldwerten Vorteils. „Somit ist das Rad für den Mitarbeiter nicht nur kosten-, sondern auch steuerfrei“, so Barra.

Viele Leasing-Kunden setzen auf E-Antrieb

Der Durchschnittspreis eines Leasing-Rades über JobRads liegt bei 3000 Euro, weit höher als der Durchschnittspreis für Fahrräder, welchen der Zweirad-Industrie-Verband 2019 mit knapp 1000 Euro ermittelte.

Das liegt laut Barra daran, dass sich über das Leasing viele Mitarbeiter ein E-Bike leisten.

„Bei JobRad besitzen über 70 Prozent der bestellten Fahrräder einen E-Antrieb“, sagt sie.

Bei Pilz findet Rad-Leasing Zuspruch

Pilz, ein Unternehmen für Automatisierungstechnik, bietet für seine Mitarbeiter seit vier Jahren ein Programm für Rad-Leasing an.

Sie arbeiten dabei mit dem Anbieter Bikeleasing-Service zusammen und nutzen die Gehaltsumwandlung.

„Das Thema kam ursprünglich über das betriebliche Gesundheitsmanagement auf“, erklärt Harald Geisinger, Leiter Personal bei Pilz, „um Mitarbeitern einen Anreiz für mehr Bewegung zu geben.“

Einschränkungen, wer ein Rad leasen darf, gibt es nicht. „Das Angebot gilt vom Azubi bis zum Abteilungsleiter“, so Geisinger.

Wichtig war es ihm, dass die Mitarbeiter bei möglichst vielen verschiedenen Fachhändlern einkaufen können.

„Wir wollten eine gute Abdeckung, nicht nur für Mitarbeiter am Standort Ostfildern, sondern auch für diejenigen, die in unseren technischen Büros in ganz Deutschland und im Homeoffice arbeiten.“

Im Moment fahren die Mitarbeiter etwa 100 Fahrräder im Leasing-Angebot, was circa zehn Prozent der Belegschaft in Deutschland ausmacht.

Fabei ist der Trend zum E-Bike auch bei Pilz spürbar: „Um die 95 Prozent der geleasten Fahrräder sind E-Bikes. Das bietet sich im bergigen Ostfildern an“, so Geisinger.

Trotz der geografischen Gegebenheiten ist die Anzahl der täglichen Fahrradfahrer mit geschätzten 50 bis 100 – natürlich wetterabhängig – relativ hoch.

Das liegt sicher auch daran, dass Pilz in die Infrastruktur investiert hat: Es gibt sowohl Fahrradparkplätze und Duschen für Mitarbeiter als auch verschließbare Ladestationen für E-Bike-Akkus.

Hier geht es zum Beispielrechner von JobRad

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