Einkaufskooperation in der Automobilindustrie - BMW weitet Einkaufskooperation mit Daimler nicht aus - Beschaffung aktuell

Einkaufskooperation in der Automobilindustrie

BMW weitet Einkaufskooperation mit Daimler nicht aus

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Markus Duesmann, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Einkauf und Lieferantennetzwerk erklärte gegenüber der FAZ im Rahmen einer Lieferantenvereinbarung zu Metallen die Zukunft der Einkaufskooperation mit Daimler. (Bild: BMW)
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Aus Unmut über Daimlers Vorgehen rund um die Kartellvorwürfe will BMW die seit Jahren praktizierte Zusammenarbeit bei der Beschaffung von Teilen nicht mehr ausbauen. „Die bestehende Einkaufskooperation setzen wir selbstverständlich fort, Pläne zu ihrer Ausweitung haben wir aber auf Eis gelegt“, sagte Einkaufschef Markus Duesmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

BMW zeigt sich irritiert über das Verhalten von Daimler und VW im Zusammenhang mit angeblichen Kartellabsprachen zwischen den Autoherstellern. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann bereits Ende Oktober 2017. Demnach liefen die Gespräche zwischen den Konzernen noch weiter, als Daimler und Volkswagen im Geheimen schon ihre Selbstanzeigen bei den Behörden eingereicht hatten. Entsprechend böse war die Überraschung für die BMW-Manager, als der Fall publik wurde.

„Wir waren irritiert“, sagt BMW-Vorstand Markus Duesmann, der selbst mit den Kollegen der anderen Konzerne am Tisch saß. „Im Rückblick ist es ein komisches Gefühl, dass wir mit den Wettbewerbern über Zusammenarbeit redeten, während deren Juristen die Zusammenkünfte schon angezeigt hatten bei den Wettbewerbsbehörden“, sagt Duesmann in der F.A.S., der Sonntagszeitung der FAZ. Die Lust der Bayern an vertieften Kooperationen mit Wettbewerbern hat der Vorfall jedenfalls gesenkt, schrieb die Sonntagszeitung weiter. Bestehende Verträge, etwa die Einkaufskooperation zwischen BMW und Mercedes, werden zwar weiter verfolgt. Neue Kooperationen aber liegen gegenwärtig auf Eis.

Anders als Daimler und VW hat BMW keine Selbstanzeige abgegeben. BMW hatte im Oktober 2017 Besuch von Mitarbeitern der Europäischen Kommission erhalten. Die Ermittler sichteten und kopierten Unterlagen und befragten wegen der Kartellvorwürfe auch BMW-Mitarbeiter. Um die Kartellvorwürfe zu untersuchen, hatte bei BMW ein internes Team aus der Rechtsabteilung, Compliance und Konzernrevision seine Arbeit aufgenommen. Unterstützt wurde es von einer internationalen Anwaltskanzlei. So lautete die Nachricht der der FAZ, die online hier nachzulesen ist.

Mit Daimler kauft BMW seit 2008 gemeinsam ein – allerdings nur solche Teile, die für die Unterscheidung der Marken nicht relevant sind: Reifen, Sitzgestelle, Kühlmittelpumpen oder Kleinteile wie Kabelbaum-Stecker oder Gurtstraffer.

Darüber hinaus teilte Einkaufschef Duesmann der FAZ mit, dass BMW kurz vor dem Abschluss von langfristigen Liefervereinbarungen zu Metallen stehe, die für die Batterieproduktion und damit für die Elektromobilität bedeutsam seien. „Wichtige Vormaterialien wie Lithium und Kobalt kaufen wir für unsere Zulieferer ein. Ziel ist, uns den Materialstrom bis zur Mine zu sichern, und zwar für die kommenden zehn Jahre“, sagte Duesmann. „Die Verträge sind unterschriftsreif.“

faz.net

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