Tag der öffentlichen Auftraggeber und Wissenschaftliches Symposium

BME prämiert herausragende Projekte

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BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch (2. v. re.) im Kreise der Preisträger des Wettbewerbs „Innovation schafft Vorsprung“. Bild: Tanja Marotzke / BME
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Der Deutsche Wetterdienst, Offenbach, und der Landkreis Schaumburg sind Sieger im Wettbewerb „Innovation schafft Vorsprung“ für öffentliche Auftraggeber. Der vom BME initiierte Preis steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Verliehen wurde der Award auf dem „Tag der öffentlichen Auftraggeber“ vom Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Christian Hirte, und BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch.

Christian Hirte sagt: „Dem Bundeswirtschaftsministerium liegt das Thema innovative Beschaffung sehr am Herzen. Denn die öffentliche Hand hat alle Möglichkeiten, Innovationen durch die eigene Beschaffung zu fördern. Deswegen brauchen wir in den öffentlichen Verwaltungen mehr innovatives Denken. Wir brauchen mutige Pioniere, die es wagen, den manchmal etwas steinigen Weg hin zu mehr Innovation zu gehen.“

Dr. Silvius Grobosch sagt: „Die öffentliche Beschaffung muss sich in Richtung strategischer Einkauf entwickeln. Denn ohne die Etablierung strategischer Prozesse und Strukturen sind Innovationen nicht möglich. Deshalb ist es auch zwingend erforderlich, dass der Einkauf frühzeitig in die Entscheidungsprozesse im eigenen Haus eingebunden wird. Die ausgezeichneten Konzepte zeigen innovative Beschaffung auf hohem Niveau. Beispielhaft ist u.a., dass bei der Umsetzung das Instrument der Innovationspartnerschaft angewendet wurde, durch das innovative Anforderungen im Vergabeverfahren gestellt werden können.“

Preisträger Deutscher Wetterdienst (DWD)

Der DWD ist als Bundesbehörde dem Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur zugeordnet und für die Erfüllung der meteorologischen Erfordernisse aller Gesellschaftsbereiche in Deutschland zuständig. Zur Sicherung des Luftverkehrs werden an den Flughäfen standardisierte meteorologische Meldungen ausgegeben. Dabei werden auch Daten über das Auftreten von festem Niederschlag (Hagel) benötigt. Eine Marktuntersuchung ergab, dass alle bekannten Sensoren und Detektoren für die Erfassung von Hagel auf der Verwendung einer geschlossenen Prallfläche basieren, die eine Unterscheidung von Hagel und starkem Regen nicht zulässt. Der DWD wollte die Prallfläche deshalb so modifizieren, dass bei der Wechselwirkung eines Hagelkorns mit der Fläche deutlich mehr Impuls übertragen wird als bei der Wechselwirkung mit einem Regentropfen. Der DWD hat sich dafür entschieden, die Beschaffung als Innovationspartnerschaft in einem zweistufigen Verfahren durchzuführen. Eingereicht wurde ein Teilnahmeantrag, der die Eignungsprüfung mit 100 Prozent der möglichen Punkte bestand. In der Angebotsphase legte die Firma ein Erstangebot vor, das zu einer Leistungsbewertung von 80 Prozent führte. In der darauffolgenden Verhandlungsrunde wurden vor allem vertragliche und fachliche Aspekte des Angebotes erörtert, insbesondere über die Konstruktion des Prototyps. Da der DWD mit den Ergebnissen der Verhandlung zufrieden war, wurde die Firma zur Abgabe des finalen Angebotes aufgefordert. Dieses Angebot erhielt in der fachlichen Bewertung anschließend 98,9 Prozent der möglichen Punkte, so dass der Sensor nun fast vollumfänglich die Anforderungen des DWD erfüllte. Gleiches gilt für das wirtschaftliche Verhandlungsergebnis: Aufgrund der Hinweise, die der Bieter durch den DWD im Rahmen der Verhandlungen erhalten hatte, konnte der Preis der Seriengeräte um knapp zehn Prozent gesenkt werden, parallel zur Verbesserung der Leistung.

Preisträger

Landkreis Schaumburg

Der Landkreis Schaumburg verfügt über 100 Liegenschaften, darunter große Stromverbraucher. Dabei setzen die Verantwortlichen auch auf den Einsatz von Spannungsstabilisatoren. Der Grund dafür ist, dass Energieversorger europaweit durch die zunehmende Einspeisung von Strom aus alternativen Energieanlagen eine höhere Spannung liefern, als tatsächlich benötigt wird. Problematisch ist dabei, dass die am Verbraucher anliegende Spannung von 400 Volt im Drehstromnetz bzw. 230 Volt im Wechselstromnetz Schwankung von bis zu zehn Prozent unterliegen darf. Da die elektrischen Betriebsmittel so ausgelegt sind, dass sie ihre Nennwerte bei minimal zulässiger Spannung erreichen müssen, ist eine Stabilisierung der anliegenden Spannung nach unten möglich. Der Spannungsstabilisator nutzt diese Möglichkeit und hält die Spannung konstant auf zirka 215 Volt. Der Landkreis hat in einem Pilotprojekt eine Spannungsstabilisierungsanlage am Standort Bad Nenndorf installiert. Durch diese wird seitdem jährlich etwa so viel Strom eingespart, wie 17 Einfamilienhäuser im gleichen Zeitraum verbrauchen. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Anlage ergab eine Amortisationszeit von zirka drei Jahren. Inzwischen hat der Landkreis Schaumburg in zwölf Liegenschaften Spannungsstabilisierungsanlagen installiert. Dabei wurde in den einzelnen Anlagen eine durchschnittliche Stromeinsparung von jährlich acht Prozent und damit eine monetäre Einsparung von rund 56.000 Euro pro Jahr erreicht.

 

BME-Wissenschaftspreis und BME-Hochschulpreis verliehen

Auf dem 12. Wissenschaftlichen Symposium „Supply Management“ in Mannheim hat der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) seine Förderpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen. 

BME-Wissenschaftspreis

Der Gewinner des „BME-Wissenschaftspreises 2019“ ist Dr. Jörg Ralf Rottenburger, WHU – Otto Beisheim School of Management. In seiner Arbeit „Differentiating Deception: New Insights into Bluffing, Lying and Paltering in Business Negotiations“ untersucht Rottenburger die Bedeutung von Täuschungen in Einkaufsverhandlungen. Seine These: In vielen Branchen ist die Beschaffungsfunktion zum Grundstein für das Erreichen von Wettbewerbsvorteilen geworden. Dadurch nimmt auch die Bedeutung von Einkaufsverhandlungen zu. Die Dissertation untersucht Täuschungen in solchen Verhandlungen anhand von acht Verhandlungsstudien, an denen mehr als 700 Ein- und Verkäufer aus Europa und Nordamerika beteiligten waren.  

Die Jury würdigte außerdem mit einer Urkunde Dr. Tobias Breitling, Universität Stuttgart, und Dr. Frederik G.S. Vos, University of Twente, Enschede, für das Erreichen des Vortragfinales im Wettbewerb. 

BME-Hochschulpreis

Im Wettbewerb „BME-Hochschulpreis 2019“ konnte sich in der Kategorie „Uni-Abschlussarbeiten“ Maria Beranek, Technische Universität Dresden, mit dem Thema „Preis- und Qualitätsentscheidungen in einer Closed-Loop Supply Chain mit imperfekter Produktion“ durchsetzen.

Den BME-Hochschulpreis in der Kategorie „FH-Abschlussarbeiten“ gewann Aline Albersmann, Fachhochschule Münster, mit dem Thema „Critical Parts Management – Optimize preventive and reactive approaches to manage supply shortages at the Hella Group“.

Die BME-Preise wurden im Rahmen des 12. Wissenschaftlichen Symposiums „Supply Management“ des BME in Mannheim (25.-26. März 2019) verliehen. Studierende, Absolventen, Wissenschaftler und Praktiker trafen sich zum fachlichen Austausch an der Universität Mannheim. Die Beiträge der Veranstaltung werden im Tagungsband veröffentlicht (Erscheinungstermin: Sommer 2019). 

 

Weitere Infos:

bianka.blankenberg@bme.de

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