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Führende IT-Dienstleister in Deutschland profitieren vom Digitalisierungsdruck

Mangel an Fachkräften bremst Transformation aus
IT-Dienstleister profitieren vom Digitalisierungsdruck

Insbesondere IT-Beratung, Individualsoftwareentwicklung und Systemintegration sind stark nachgefragt. Bild: AndSus/ stock.adobe.com

Im zweiten Jahr der Corona-Krise gab es im Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland einen kräftigen Aufschwung. Während IT-Dienstleister 2020 um 4,7 Prozent zulegen konnten, betrug das durchschnittliche Wachstum des Inlandsumsatzes 2021 13,1 Prozent. Jedem zweiten ist es gelungen, um mehr als 11 Prozent zuzulegen. Besonders bei den Themen Cloud-Transformation, IT-Modernisierung, Data Analytics, Individualsoftwareentwicklung und Digital Experience bestand 2021 eine hohe Nachfrage.

Die Wachstumszahlen im IT-Dienstleistungsmarkt sind laut Mario Zillmann, Partner beim Marktforschungsunternehmen Lünendonk, auf zwei zentrale Punkte zurückzuführen: „Unternehmen aus allen Branchen stehen vor einem enormen Digitalisierungs- und Transformationsdruck und benötigen – oft mangels eigener Erfahrungswerte – externe Expertise. Daher ist der Bedarf an Digital- und IT-Experten aufgrund der nun stattfindenden Nachholeffekte bei der digitalen Transformation so hoch wie nie zuvor. Zudem sehen wir ein Spannungsfeld aus hoher Nachfrage nach externen Digital- und IT-Experten und einem sehr angespannten Fachkräftemarkt. Daraus verschärft sich der Wettbewerb um IT-Expertinnen und -Experten, was wiederum bei manchen Themen zu höheren Honoraren führt.“

Tobias Ganowski, Junior Consultant bei Lünendonk, ergänzt. „In diesem Marktfeld rechnen die IT-Dienstleister mit einem Umsatzplus von durchschnittlich 12,9 Prozent für 2022 und 12,6 Prozent für 2023.“

Ranking „IT-Beratung und Systemintegration“

In das Ranking aufgenommen wurden Unternehmen, die mehr als 60 Prozent des Umsatzes mit Management- und IT-Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung und -einführung erzielten.

Marktführer ist weiterhin Accenture mit einem geschätzten Deutschlandumsatz von 2,65 Milliarden Euro für das Jahr 2021 (2020: 2,2 Mrd. €). Dagegen gibt es in diesem Jahr einen neuen zweiten Platz auf der Lünendonk-Liste: Mit einem Umsatzplus von 17 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro überholt Capgemini die bisherige Nummer zwei IBM, die mit einem Deutschlandumsatz von 1,65 Milliarden Euro nun Rang drei belegt. Die Top 5 komplettieren T-Systems auf Rang vier und NTT Data auf dem fünften Platz.

In der aktuellen Lünendonk-Liste gibt es einige Veränderungen: Durch die Übernahme des internen IT-Dienstleisters der Deutschen-Bank-Tochter Postbank, der Postbank Systems, hat Tata Consultancy Services (TCS) ein verändertes Leistungsspektrum und wird daher in der Lünendonk-Liste „Führende IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ geführt, ebenso wie die Allgeier SE. Nicht mehr mit seinen anteiligen IT-Beratungs- und Systemintegrationsumsätzen ist Atos in der Lünendonk-Liste vertreten, sondern wird mit dem Gesamtumsatz ebenfalls in der Lünendonk-Liste „Führende IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ geführt. Im Zuge des Verkaufs der ESG Mobility an Cognizant im Jahr 2021 hat ESG einen stärkeren Schwerpunkt auf Engineering Services und fällt daher aus der Lünendonk-Liste der führenden IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen heraus. Neu in der Lünendonk-Liste auf den Plätzen 22 bis 25 sind daher die vier IT-Beratungen Senacor, Init, Nagarro und Convista.

Ranking „IT-Service“

In das Ranking aufgenommen werden IT-Dienstleister, die mehr als 50 Prozent des Umsatzes mit IT-Outsourcing, Hosting, Managed Services und anderen Rechenzentrums-Services am externen Markt erzielen. In diesem Jahr wurde das Ranking unter anderem aufgrund des Wechsels von Allgeier und TCS in diese Lünendonk-Liste auf eine Top-15 erweitert.

Den Spitzenplatz der führenden IT-Service-Unternehmen hält trotz eines Umsatzrückgangs von 10 Prozent weiterhin T-Systems mit einem geschätzten Umsatz von 2,0 Milliarden Euro (2020: 2,2 Mrd. €). Unverändert auf dem zweiten Platz folgt Atos mit einem von Lünendonk geschätzten Gesamtumsatz in Deutschland von 1,9 Milliarden Euro. Dahinter folgt TCS mit einem enormen Umsatzsprung aufgrund der Übernahme der Postbank Systems, während sich das IBM-Spin-off Kyndryl mit geschätzten Deutschlandumsätzen von 770 Millionen Euro auf Rang vier platziert. Durch die Neuaufnahme der TCS rutscht Datagroup trotz einer Umsatzsteigerung von knapp 25 Prozent um einen Platz nach unten auf Rang sechs.

Neben Allgeier und TCS ist in diesem Jahr Tech Mahindra direkt auf Rang zehn der Lünendonk-Liste eingestiegen. Dadurch rutscht die Kölner q.beyond trotz Umsatzplus von 7,3 Prozent aus dem Top-10-Ranking um zwei Plätze auf zwölf.

Dies sind die ersten Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2022 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“, für die neben rund 90 IT-Dienstleistern etwa 140 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt wurden. Die umfangreiche Marktstudie erscheint voraussichtlich im Juli 2022. (ys)

Facility Service: Führende Dienstleister wachsen 2021 wieder

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